Social Apps: Das zweifelhafte Konzept von Pair und Cupple

Social Apps: Das zweifelhafte Konzept von Pair und Cupple

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Die Features der iPhone-App "Cupple" sollen es Liebespaaren ermöglichen noch intensiver miteinander verbunden zu sein, selbst wenn sie physisch getrennt sind.

Quelle:Netzwertig.com

Zwei iPhone-Apps namens Pair und Cupple erfreuen sich derzeit einiger Beachtung in der Internetszene. Beide richten sich an Liebespaare, die über die Dienste auf verschiedene Weise miteinander Kontakt halten können. Besser werden Beziehungen dadurch nicht.

Die Mehrzahl der bunten Onlinedienste und Apps, die an jeder Ecke der digitalen Welt sprießen, zielen darauf ab, das Leben für Menschen lebenswerter, unterhaltsamer oder produktiver – kurzum besser zu machen. Ab und ab aber erscheinen Anwendungen auf der Bildfläche, deren konstruktives, sinnstiftendes Potenzial nur sehr schwer begreiflich ist. Die Bewertung liegt dabei sicherlich im Auge des Betrachters, aber ich habe meine ersten Anwärter für den Titel der destruktiven Onlineservices 2012 schon gefunden: mobile Apps für Liebespaare.

Gleich zwei ähnliche Dienste, die jeweils nur für das iPhone verfügbar sind, erhalten dieser Tage einige Beachtung: Pair und Cupple. Beide Anwendungen richten sich explizit an Paare und bringen eine Reihe von Features mit, um Nachrichten, Medieninhalte und Standorte einander zugänglich zu machen, sich gegenseitig an wichtige Ereignisse zu erinnern, gemeinsam Tic-tac-toe zu Spielen oder kollaborative Aufgabenlisten zu pflegen. Die jeweiligen Beschreibungstexte (Pair, Cupple) im iTunes Store listen den genauen Funktionsumfang.

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Pair, das von seinen Designelementen an Path erinnert und auch von dessen Gründer Dave Morin finanziell unterstützt wird, ging Ende März an den Start und konnte nach eigenen Angaben 50.000 Mitglieder innerhalb von vier Tagen bei sich begrüßen. 4,2 Millionen Dollar Risikokapital vom Who-is-Who der US-Investorenszene sollen die schnelle Expansion des vom renommierten Inkubator YCombinator angeschobenen Startups sichern. Cupple existiert laut TechCrunch schon seit November vergangenen Jahres, wird es gegen das von Pair schnell aufgebaute Momentum und die beteiligte Internet-Prominenz allerdings nicht leicht haben.

Wieso bezeichne ich Applikationen wie Pair und Cupple, die einen permanenten virtuellen Draht zwischen Liebespaaren flechten wollen, als “destruktiv”? Weil es keinen Aspekt des Lebens gibt, der sich stärker aus positiver Spannung nähert als zwischenmenschliche Beziehungen. Anders ausgedrückt: Weil nichts eine Partnerschaft auf Dauer langweiliger macht als, wenn beide vormals unabhängigen Individuen quasi zusammenwachsen und nicht einmal mehr ihr eigenes Ding durchziehen können, wenn sie kurze Zeit physisch voneinander getrennt sind.

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