Social Media: Berufswunsch YouTube-Star

Social Media: Berufswunsch YouTube-Star

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Das Comedy Trio Y-Titty trifft auf dem VideoDay der Gamescom seine Fans.

YouTube ist für viele Jugendliche wichtiger als Fernsehen. Viele der YouTube-Stars können inzwischen sogar von ihren Videos im Internet leben. Vier (un)gewöhnliche YouTube-Karrieren.

Ein Meer von Teenies kreischt, als die drei YouTube-Comedians Y-Titty die Bühne betreten und ihren Blödelsong „Ständertime“ anstimmen. Endlich sehen die Fans ihre Stars in echt und zum Greifen nah, die sie sonst auf dem Videoportal YouTube im Internet verfolgen. Hunderte von Armen sind nach oben gereckt, Handy- und Kamerabildschirme leuchten in der Dunkelheit: Die Fans bannen ihre Stars sogleich wieder auf digitales Filmmaterial. So wird Y-Tittys Auftritt auf der Gamescom am nächsten Tag wieder vielfach auf YouTube zu bewundern sein. 

Auf der Gamescom, der weltweit größten Computer- und Videospielmesse in Köln, fand am Sonntag der VideoDay statt, Europas größtes Treffen von YouTubern – wie sie sich selbst nennen. Die erfolgreichsten deutschen YouTube-Stars traten live auf, verteilten Autogramme und waren für Schnappschüsse und ein Schwätzchen mit den Fans zu haben. Die Tickets für das Event, das dieses Jahr zum dritten Mal stattfindet, waren seit Monaten ausverkauft. 4.000 deutsche Fans konnten ihre Internet-Stars persönlich treffen, zeitgleich fand in London das englische YouTuber-Treffen mit 2.000 Teilnehmern statt.

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Video killed the TV-Star

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Die YouTube-Stars JuBaFilms tanzen live auf der Bühne des VideoDay.

Die Beliebtheit der Video Plattform YouTube wächst rasant. 2005 gegründet, übernahm Google ein Jahr später das Internet-Portal, auf dem die Benutzer kostenlos Videos ansehen oder selbstgedrehte Videos hochladen können. Die Auswahl ist breit: professionelle Musikclips, Film- und Fernsehausschnitte, Kinotrailer, selbstgemachte Parodien, Video-Ratgeber, nachgesungene oder eigene Songs – ein Sammelsurium aus allem, was auf Video gebannt werden kann.

Schon jetzt bräuchte man vier Milliarden Stunden, um alle Videos anzuschauen und minütlich wird es mehr: Im vergangenen Jahr luden YouTuber 24 Stunden Videomaterial pro Minute auf das Internetportal hoch, dieses Jahr sind es schon 72 Stunden pro Minute.

Der Erfolg liegt wohl darin, dass jeder mit einfachen Mitteln und minimalem technischen Know-how die eigene Kreativität ausleben und als Videos veröffentlichen kann. Die gegenseitige Inspiration und der Austausch unter den Nutzern beflügelt die Beliebtheit des Videoportals. Noch dazu sind die Filmchen jederzeit und überall abrufbar, ob auf PC, Tablet oder Smartphone. Das durchgetaktete Fernsehprogramm kommt dagegen beim jungen Publikum immer weniger an.

Ein zusätzlicher Anreiz für kreative YouTuber ist das Partner-Programm, das YouTube seit 2007 betreibt. Die Mitgliedschaft ist kostenlos. Bewerber müssen keine bestimmten Fähigkeiten aufweisen, sondern sich lediglich an die Richtlinien halten: Sex, Drogen und Gewalt, sowie Urheberrechtsverletzungen sind tabu. Sind die YouTuber einmal Partner, bekommen sie Tipps für bessere Videos und Ratschläge, wie sie mehr Fans anlocken können. Was nach einem selbstlosen Nachwuchsförderprogramm klingt, basiert jedoch auf einem klaren Geschäftsmodell. Denn während oder vor den Videos der YouTuber können Werbepartner ihre Spots einblenden. Je mehr YouTube-Nutzer sich die Spots anschauen, desto mehr Werbeeinnahmen fließen. Diese teilt sich YouTube mit den YouTubern, die die Videos hochgeladen haben. Genaue Zahlen gibt das Unternehmen nicht bekannt. Matt Glotzbach, der Geschäftsführer für Europa, belässt es bei einer groben Schätzung: mehr als 50 Prozent der Werbeeinnahmen fließen an die Video-Produzenten. Je mehr Klicks die Videos also erzielen, desto mehr Cash fließt an YouTube und seine Video-Stars.

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