Social-Network-Strategie: Mark Zuckerberg wickelt Nutzer um den Finger

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Social-Network-Strategie: Mark Zuckerberg wickelt Nutzer um den Finger

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Facebook-Chef Mark Zuckerberg hat aufgrund steigender Werbeeinnahmen gut lachen. Und sein Geschäftsmodell ist noch lange nicht ausgereizt.

von Meike Lorenzen

Je mehr Kontakte Facebook unter seinem Dach vereinen kann, desto besser werden sich die Werbeeinnahmen entwickeln. Wie Mark Zuckerberg Nutzer uns als Nutzer gewinnen und halten will.

Wie war das Geschrei groß, als Mark Zuckerberg mit Facebook vor etwa zwei Jahren an die Börse ging – und erst einmal scheiterte. Die Erwartungen waren gigantisch. Einer Bewertung von 100 Milliarden US-Dollar musste Facebook standhalten, das gerade einmal acht Jahre alt war. In dieser Zeit war aus einem studentischen Freundschaftsnetzwerk ein Unternehmen mit Milliardenumsatz und etwa 800.000 Mitgliedern geworden.

Nachdem der Facebook-Chef am 18. Mai 2012 per Fernbedienung die Nasdaq-Glocke geläutet hatte, stürzte die Aktie nach einem leichten Anstieg auf ein historisches Tief ab. Aus sicher geglaubten Gewinnen wurden schwere Verluste für die Anleger. Analysten riefen das Ende von Facebook herbei. Wie Yahoo sei das größte soziale Netzwerk der Welt dem Untergang geweiht.

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Mark Zuckerberg blieb ruhig. Während sein Unternehmen Negativschlagzeilen schrieb, heiratete der damals 30-Jährige seine langjährige Partnerin Priscilla Chan. Seitdem hat er mit scheinbar stoischer Ruhe am Ruf seines Konzerns gearbeitet. Auf der Techcrunch-Konferenz Disturpt 2013 kommentierte er das erste turbulente Börsenjahr wie folgt: „Ganz ehrlich: Ich fand das alles nicht so schlimm.“ Seine Sorge habe vor allem dem Team gegolten, dass Mitarbeiter durch den Börsengang demoralisiert werden und das Unternehmen verlassen könnten. „Stattdessen waren alle sehr auf die Produkte fokussiert, an denen sie arbeiten" sagte Zuckerberg auf der Konferenz. Die Situation habe das Unternehmen nur stärker gemacht.

Erfolgreich dank mobiler Werbung

Die kontinuierliche Arbeit hat die Kritiker verstummen lassen. Inzwischen hat das Netzwerk weit über eine Milliarde Nutzer (1,28 Milliarden mobil und stationär), was es für zahlungskräftige Werbekunden immer attraktiver macht. Aus einem Unternehmen ohne richtiges Geschäftsmodell ist eines geworden, das Monat für Monat sensationelle Zahlen vorlegt. Erst diese Woche schnellte der Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 72 Prozent auf 2,5 Milliarden Dollar (1,8 Milliarden Euro) nach oben. Der Gewinn verdreifachte sich sogar auf etwa 642 Millionen Dollar.

Damit waren die Ergebnisse weit besser als von den Analysten im Vorfeld erwartet. Der Wert der Aktie stieg entsprechend nachbörslich um drei Prozent auf mehr als 63 Dollar. Das kurzfristige Hoch nach dem Börsenstart 2012 bescherte dem Papier damals einen Preis von 38 Dollar.

Quartalszahlen am Mittwoch Google will die Weltherrschaft - nicht weniger

Der Suchmaschinen-Hersteller geht weiter auf Shopping-Tour. Kaum ein Konzern akquiriert so gezielt Unternehmen, um am Ende vor allem eines zu ergattern: unsere Daten.

So langsam formt sich ein Bild aus den vielen Unternehmenskäufen, die Google in den vergangenen Monaten getätigt hat. Quelle: Marcel Stahn für WirtschaftsWoche

Kaum einem anderen Unternehmen ist es so gut gelungen, in das Geschäft mit der mobilen Werbung einzusteigen, wie Facebook. Lediglich der Suchmaschinen-Gigant Google macht mit seiner auf Schlagwörtern zugeschnittenen Werbung mehr Gewinn. Allerdings hat Google die Kraft der sozialen Kontakte immer unterschätzt. Der Versuch mit Google+ in das Geschäft einzusteigen, scheint zu scheitern. 2011 war das Portal als direkter Konkurrent zu Facebook gestartet, konnte jedoch nie mit dem blauen Riesen mithalten. Laut „Financial Times“ zieht das Unternehmen derzeit rund 1000 Software-Entwickler ab und verschiebt sie in andere Bereiche.

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