Software im Internet: Softwareriesen setzen auf Cloud Computing

Software im Internet: Softwareriesen setzen auf Cloud Computing

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Rechenzentrum der Firma Strato: Auf 56 Milliarden Dollar soll das Cloud-Geschäft bis 2014 steigen

von Michael Kroker

Einer der wichtigsten Wachstumsmärkte im IT-Geschäft ist die Bereitstellung von Software übers Internet, das Cloud Computing. Vor allem Angebote für Unternehmen boomen.

Mitte Juli in der US-Hauptstadt Washington, der Softwaregigant Microsoft hat zu seiner alljährlichen Partnerkonferenz geladen. Den Einpeitscher macht wie so oft Steve Ballmer: „Oh Cloud, oh Cloud, oh Cloud“, brüllt der Microsoft-Boss in das Mikrofon, als er im Verizon Center auf die Bühne tritt. So leger der 54-Jährige im violett-blau gestreiften Polohemd und dunkelblauer Hose auftritt, so ernst ist ihm die Kernbotschaft seiner Eröffnungsrede vor den rund 9500 Zuhörern: Der Microsoft-Chef erhofft sich vom sogenannten Cloud Computing nachhaltige Impulse für das künftige Geschäft des US-Softwareriesen.

Cloud Computing bedeutet: Anwender nutzen Software auf externen Servern über das Internet, statt sie auf dem eigenen Rechner zu installieren. Im Endkundenmarkt ist das schon lange gang und gäbe – bei den meist über Werbung finanzierten E-Mail-Diensten von Google, Yahoo oder Hotmail ebenso wie beim weltgrößten sozialen Netzwerk Facebook mit seinen 500 Millionen Mitgliedern.

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Unternehmen dagegen tun sich mit Cloud-Computing-Diensten bisher noch schwer. Die meisten installieren ihre Software – etwa für Buchhaltung oder Personalplanung – bisher noch auf eigenen Computern, vor allem wegen Sicherheitsbedenken. Via Web auf die im Rechenzentrum eines externen Dienstleisters liegenden Programme zuzugreifen und dafür Gebühren zu zahlen ist im gewerblichen Geschäft dagegen noch die Ausnahme.

Enormes Umsatzpotenzial für Cloud Computing

Das soll sich ändern, die IT-Branche hofft mit dem neuen Geschäftsmodell auf das ganz große Business: „Cloud Computing hat ein enormes Umsatzpotenzial“, ist sich Microsoft-Lenker Ballmer sicher. Zahlen unabhängiger Marktforscher stützen seine Hoffnungen: „Wir erwarten bei Cloud-Angeboten für Unternehmen ein enormes Wachstum in den kommenden Jahren“, sagt Lynn-Kristin Thorenz, Director Research & Consulting beim IT-Marktbeobachter IDC. Laut einer IDC-Studie soll das weltweite Cloud-Geschäft von 16 Milliarden Dollar im vergangenen Jahr bis 2014 auf fast 56 Milliarden Dollar wachsen.

Sollte das Szenario eintreten, könnten sich die Cloud-Anbieter über Wachstumsraten von 27 Prozent pro Jahr freuen – fünfmal so viel wie bei herkömmlicher IT, wo das jährliche Plus auf rund fünf Prozent geschrumpft ist. In Deutschland fiele das Wachstum wegen der niedrigeren Ausgangssituation sogar noch höher aus: Die hiesigen Cloud-Umsätze sollen laut IDC von knapp 400 Millionen Euro 2010 auf rund zwei Milliarden Euro 2014 steigen – das entspricht einem jährlichen Plus von durchschnittlich 42 Prozent.

Nicht nur Microsoft, auch der deutsche Softwarekonzern SAP will sich ein großes Stück des Kuchens sichern. Seit Ende Juli bietet das Unternehmen mit Hauptsitz im nordbadischen Walldorf mittelständischen Kunden in Deutschland, den USA, Frankreich, Großbritannien, Indien und China Business By Design an. Das neue Produkt ist laut SAP das erste internetbasierte Komplettpaket zur Steuerung von Unternehmensprozessen überhaupt – inklusive Personalwesen, Finanzbuchhaltung und Rechnungswesen.

Wie anspruchsvoll die technischen Anforderungen an eine im Internet laufende Software sind, haben die Walldorfer am eigenen Leibe erlebt: Angefangen von ersten Planungen Ende 2001, hat die Entwicklung von Business By Design mehr als acht Jahre gedauert, mehrere Neustarts und Beinahe-Stopps inklusive. Hauptgrund dafür war die lange Zeit unzureichende Leistungsfähigkeit der Software bei der Nutzung übers Web. Gegenüber der ursprünglichen Planung kommt das Produkt mehr als zwei Jahre später an den Markt – und hat nach internen Schätzungen zwischen einer und eineinhalb Milliarden Euro Entwicklungskosten verschlungen.

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