Sony Music: Musikalisches Lehrstück von Daft Punk

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Sony Music: Musikalisches Lehrstück von Daft Punk

von Oliver Voß

Die Musiker von Daft Punk haben gleich mehrere Rekorde aufgestellt. Eine illegale Vorabkopie hatte den Erfolg gefährdet. Die Reaktion des Labels ist ein Lehrstück für den Umgang mit illegalen Downloads.

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Die Band "Daft Punk" macht es vor, wie die Musikindustrie mit Streamingdiensten und Downloads umgehen sollte.

Der Erfolg war von langer Hand vorbereitet. Seit Wochen hatte das französische Elektromusikduo Daft Punk mit Videoschnipseln und anderen Appetithappen die Erwartungen auf ihr neues Album gesteigert. Einige Tage vor der Veröffentlichung geschah dann der GAU: das Werk von Thomas Bangaltar und Guy-Manuel de Homem-Christo tauchte vorab kostenlos im Internet auf. Noch dazu wurde der illegale Download nicht über die üblichen Tauschnetzwerke wie Bittorrent vertrieben, sondern mittels des niederländischen Speicherdienstes WeTransfer. Der Anbieter wird auch von Unternehmen gern genutzt, die dort große Dateipakte speichern und den Empfängern mit einer Mail einen Link zum Herunterladen schicken. Der Link zum Daft-Punk-Album kursierte dann sogar schnell bei Facebook und Twitter und war so mit einem Klick verfügbar – ein Novum.

Unter dem Titel „Der Daft-Punk-Effekt“ veröffentlichte ein WeTransfer-Gründer daraufhin gar die Grafik einer heftig ausschlagenden Kurve. „Daft Punk waren das Hintergrundbild bei WeTransfer“, erklärt das Unternehmen, die Kurve zeige nur Klickraten im Vergleich zu den sonstigen Illustrationsbildern. Warum die Band ausgerechnet an dem Tag, als die illegale Kopie erschien, als Hintergrundbild genutzt wurde, wie lange die fragliche Datei verfügbar war oder wie oft sie heruntergeladen wurde – all diese Fragen wollte WeTransfer der WirtschaftsWoche dagegen nicht beantworten.

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Legale Portale boomen
Die Reaktion der Plattenfirma war dagegen ein Lehrstück dafür, wie man mit solchen Lecks umgeht. Sony Music ermöglichte allen Fans kurzerhand, dass Album bei iTunes schon vorab anzuhören. Die Nachricht darüber verbreitete sich rasant und überlagerte rasch die Meldungen über die illegal verfügbare Vorabkopie. „Die wachsende Zahl legaler, digitaler Angebote lockt immer mehr Nutzer von den Illegalen weg“, sagt Philip Ginthör, Deutschlandchef von Sony Music.

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Der wirtschaftliche Erfolg gibt dem Konzern recht: 1,5 Millionen Mal wurde das Album in der ersten Woche allein in Deutschland von Nutzern des schwedischen Streamingdienstes Spotify im Internet angehört. So oft wie kein Album zuvor. In insgesamt elf Ländern war Daft Punk das am häufigsten gespielte Album am ersten Erscheinungstag, darunter in den USA und Großbritannien. Der Hit „Get Lucky“ wurde bei Spotify weltweit schon mehr als 33 Millionen Mal gespielt.
Die anderen Verkaufswege wurden durch die Streamingrekorde nicht kannibalisiert, bei iTunes wurde kein Album am Veröffentlichungstag in Deutschland häufiger heruntergeladen, in den herkömmlichen Album- und Single-Charts liegen Daft Punk ebenfalls vorn.

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