Soziale Netzwerke: Das zweite Leben von MySpace

KommentarSoziale Netzwerke: Das zweite Leben von MySpace

Bild vergrößern

Justin Timberlake

Nachdem Rupert Murdoch MySpace an ein kleines Werbeunternehmen verkauft hat, hat das Portal wieder eine Chance, glaubt WirtschaftsWoche-Redakteur Thomas Stölzel.

Vor wenigen Tagen noch war das soziale Netzwerk MySpace nichts weiter als ein Anachronismus einer vergangenen Internetepoche, das gescheitertes Spielzeug eines Medienmoguls, der sich ins Web einzukaufen versuchte. Es galt als abschreckendes Beispiel dafür, wie schnell im Netz Gewinner zu Verlierern werden, Nutzer millionenfach abwandern zu neuen cooleren Portalen.

Inzwischen aber ist einiges passiert. Google startete mit Google Plus sein eigenes soziales Netzwerk. Und NewsCorp-Chef Rupert Murdoch verkaufte MySpace für 35 Millionen Dollar an die kleine Werbefirma Specific Media - einen bemerkenswert kleinen Betrag, hatte er die Seite doch vor sechs Jahren für 580 Millionen gekauft. Specific Media holte Justin Timberlake als Produktentwickler an Bord, jenen Ex-Boy-Band-Sänger, der in David Finchers Kinoepos „The Social Network“ Facebook-Manager Sean Parker verkörperte. Nun soll Timberlake die Filmrolle im echten Leben einnehmen, bei MySpace.

Anzeige

Tatsächlich hat MySpace eine Chance. Privatsphäre-Skandale zehren immer mehr am Image vom heutigen Platzhirsch Facebook. Viele Nutzer trauen Gründer Mark Zuckerberg nicht über den Weg. Cool ist es ohnehin nicht mehr, Facebook-Mitglied zu sein. Ob sich Googles Portal zu einem Treffpunkt der Jungen, Hippen entwickelt, ist zweifelhaft. Und die ziehen die Masse hinterher.

Angreifer statt Absteiger

MySpace dagegen nimmt plötzlich wieder die Rolle eines jungen Startups ein. Das Portal ist Rupert Murdoch los, den erzkonservativen Medienmacher, der besonders in den USA mit TV-Kanälen wie Fox News das liberale Publikum verschreckt. Mit ihm verschwinden jene Medienmanager, die MySpace mit übergroßen blinkenden Werbebannern überzogen haben – einen Fehler, den Facebooks Zuckerberg nie gemacht hat. Der setzt lieber auf dezente nutzerbezogene Anzeigen. Hinter Specific Media steckt zudem nicht sonderlich viel Geld. Das macht MySpace zum kleinen Angreifer. Es könnte plötzlich wieder in werden, MySpace-Mitglied zu werden.

Doch auf Schauspieler Timberlake und sein Team kommt viele Arbeit zu. Das MySpace-Portal ist zurzeit ein riesiges Durcheinander, die Website schwer zu bedienen. Auch müssen kreative Köpfe her. Die meisten dürften in den letzten Jahren des Abstiegs vorsichtshalber von Bord gegangen sein. Und es fehlt ein Konzept, was die Plattform sein will: Treffpunkt für Musikfans oder Jedermann. 

Viele Wenns und Abers. Doch zumindest aussichtslos ist das Vorhaben von Specific Media nicht.

Anzeige
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%