Soziale Netzwerke: Gefangen im Facebook-Netz

Soziale Netzwerke: Gefangen im Facebook-Netz

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Facebook-Chef Mark Zuckerberg hält nicht viel von Datenschutz

von Sebastian Matthes

Das Online-Netzwerk will noch mehr über seine Mitglieder wissen. So mancher Nutzer wird sich bald nach der Datenkrake Google zurücksehnen.

Der Treibstoff des Internets sind Empfehlungen. Stoßen Menschen im Netz auf interessante Texte, Videos oder Produkte, weisen sie – oft schon reflexhaft – Freunde per E-Mail, Twitter oder Facebook darauf hin. Das weiß auch Mark Zuckerberg, der Gründer des größten Online-Netzwerks Facebook, in dem etwa jeder zehnte Deutsche Mitglied ist. Zuckerberg versucht deshalb, einen eigenen, umfassenden Empfehlungsdienst für das gesamte Netz zu etablieren, über den Facebook-Nutzer nicht nur Tipps austauschen können. Vielmehr sollen sie dabei auch andere Menschen kennenlernen, die sich für ähnliche Dinge interessieren. Zuckerberg versucht so, das gesamte Internet zu einem Teil von Facebook zu machen.

Facebook kennt bald seine Nutzer persönlich

Neuester Baustein dieses Plans ist ein Handyprogramm, mit dem die knapp 500 Millionen Facebook-Mitglieder demnächst Freunden mitteilen können, wo sie gerade sind. Wenn sie ihren Standort via Handy bekannt geben, etwa die Ankunft in einem Café, erhalten sie Kommentare angezeigt, die andere Besucher hinterlassen haben. Diese Funktion gehört zu den heißesten Themen im Netz. Startups wie Foursquare, die genau das anbieten, können jeden Monat Abertausende neue Nutzer melden.

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Kern der Facebook-Strategie ist jedoch ein virtueller blauer Button mit der Aufschrift "Gefällt mir", den jeder auf seiner Seite platzieren kann, ob Nachrichtenportal, Weblog oder Online-Shop. Klickt ein Facebook-Mitglied auf den Button, bekommen Netzbekanntschaften den Artikel in ihrer Empfehlungsliste angezeigt. Vor wenigen Tagen verkündete Facebook, dass die neuen Funktionen schon auf mehr als 100.000 Internet-Seiten eingebunden wurden. Die Nutzer können mit diesen neuen Diensten nicht nur Artikel empfehlen. Sie können sich mit ihrem Facebook-Konto auf Tausenden Web-Angeboten anmelden und sehen dann nicht nur, welche Bekannten bereits dort waren. Zugleich erhalten die Nutzer Inhalte, die von Seitenbetreibern speziell auf sie zugeschnitten wurden. Wer etwa den US-Web-Radiosender Pandora besucht, wird dort schon bald die Musik hören, die er anderswo im Netz mit "Gefällt mir" bewertet hat.

So erfährt Facebook weit mehr über seine Nutzer, als die Datenkrake Google je wusste: was wir mögen und für was sich unsere Freunde interessieren und wo wir sind. Das treibt Datenschützern Zornesfalten auf die Stirn. Denn das Online-Netzwerk verlangt von seinen Nutzern, immer mehr persönliche Daten für die kommerzielle Nutzung freizugeben.

Der Unterschied zu Google: Facebook kennt seine Nutzer und deren Freunde persönlich. Der Suchkonzern nicht. Zugleich betont Facebook-Gründer Zuckerberg bei jeder Gelegenheit, dass er von Privatsphäre gar nichts halte. Doch das stößt zunehmend auf Widerstand: Seit Tagen steigen die Suchanfragen massiv an, wie man seinen Facebook-Account löscht.

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