Soziales Netzwerk: Protest gegen Gesichtserkennung von Facebook

Soziales Netzwerk: Protest gegen Gesichtserkennung von Facebook

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Facebook aktiviert die Gesichtserkennung.

von Oliver Voß

Datenschützer protestierten gegen die Gesichtserkennung bei Facebook, doch Nutzern hilft derzeit nur das Deaktivieren. Und die Technik der Gesichtserkennung dürfte trotzdem bald den Alltag erobern.

Die umstrittene automatische Gesichtserkennung bei Facebook-Fotos ist jetzt auch in Deutschland aktiviert. Wenn Nutzer Bilder beim Online-Netzwerk hochladen, prüft jetzt eine Software automatisch die Bilder und schlägt den Nutzern vor, ihre Facebook-Freunde in den Fotos zu markieren.

Datenschützer kritisierten die neue Funktion. Insbesondere, dass sie automatisch aktiviert wird sorgt für Protest. "Wir erwarten von Facebook, dass der Abgleich von Fotos mit Hilfe der Gesichtserkennung nur nach einer aktiven Einwilligung der Nutzer durchgeführt werden darf“, sagte eine Sprecherin des Bundesministeriums für Verbraucherschutz der WirtschaftsWoche. Das Ministerium prüft noch, ob es weitere Schritte ergreift. Ministerin Aigner hatte sich bereits in der Vergangenheit in einem offenen Brief an Facebook-Gründer Mark Zuckerberg gewandt und aus Protest gegen die Datenschutzregeln ihr Facebook-Profil gelöscht.

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So aktiviert man die Facebook-Gesichtserkennung

Nutzer können die Gesichtserkennung in den Datenschutzeinstellungen wieder deaktivieren. Dazu muss man in den „benutzerdefinierten Einstellungen“ in den Bereich „Dinge, die andere Personen teilen“ gehen. Dort befindet sich der Punkt „Freunden Fotos von mir vorschlagen“, indem sich die Funktion sperren lässt.

Das Online-Netzwerk hatte die automatische Gesichtserkennung bereits Mitte Dezember vorgestellt und in den vergangenen Monaten schrittweise erst in den USA und dann in anderen Ländern eingeführt.

Dabei versucht Facebook durchaus, die Funktion einzugrenzen. So werden lediglich Namen von Facebook-Freunden vorgeschlagen, nicht von Unbekannten. Der Name wird dann als sogenannter Tag den Bildinformationen hinzugefügt. Man kann in den Einstellungen zur Privatsphäre auch auswählen, wie breit der Kreis sein soll, der die Namens-Informationen sehen kann. Facebook erläutert, mit Hilfe der Tags könne man größere Bildersammlungen besser ordnen - oder auch sich selbst auf Bildern von Freunden entdecken. Nutzer hätten sich immer wieder beschwert, dass sie diese Namens-Markierungen bei jedem Bild neu eintragen müssten. Mit der automatischer Erkennung bekannter Personen komme man den Mitgliedern entgegen.

Gesichtserkennung erobert den Alltag

Das Unternehmen geriet in der Vergangenheit immer wieder mit Datenschützern aneinander. Sie warfen Facebook unter anderem vor, zu freizügig mit Nutzer-Informationen umzugehen. Seitdem hat das Unternehmen den Nutzern zahlreiche Kontroll-Möglichkeiten über ihre Privatsphäre an die Hand gegeben. Immer wieder wurde auch kritisiert, dass Facebook neue Funktionen bei der Einführung standardmäßig einschaltet, statt Nutzern freizustellen, sie selbst zu aktivieren.

Auch Facebook-Gründer Mark Zuckerberg war es bei einer der Umstellungen schon passiert, dass seine privaten Fotos zeitweise öffentlich zugänglich waren. Er vertritt allerdings generell den Standpunkt, dass die Nutzer nach mehr Offenheit streben und immer mehr von sich preisgeben wollen.

Automatische Gesichtserkennung ist inzwischen technisch einfach, wegen möglicher Folgen für Datenschutz und Persönlichkeitsrechte aber umstritten. Was bisher vor allem im Verbindung mit Videoüberwachung von Sicherheitsbehörden genutzt wurde, erobert Schritt für Schritt den Alltag.

Google und Apple bieten mit Ihrer Bildbearbeitungssoftware Picasa beziehungsweise iPhoto die Gesichtserkennung schon an. Bei iPhoto können Nutzer allerdings vorab entscheiden, ob sie diesen Service nutzen wollen oder nicht.

Der Internet-Konzern Google hatte ebenfalls eine automatische Gesichtserkennungs-Technologie entwickelt, hält sie aber wegen Datenschutz-Bedenken zurück. Auch Dating-Seiten experimentieren bereits mit solchen Funktionen. "Für mich persönlich sind solche Anwendungen beängstigend, aber sie werden bald kommen, denn die Neugier des Menschen ist einfach zu groß", sagte der Chef des Dating-Portals Parship vor einem Jahr. Seine Prognose dürfte sich schneller erfüllen, als manchem lieb ist.

Mit Material von dpa und Reuters

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