Spezial-Smartphones: Sicherer als Blackberry & Co.

Spezial-Smartphones: Sicherer als Blackberry & Co.

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Bundeskanzlerin Angela Merkel mit Handy im Bundestag

von Oliver Voß

Bundesregierung und EU-Kommission verzichten wegen Sicherheitsbedenken auf die Nutzung von Blackberrys. Die Kanzlerin und ihre Minister vertrauen zwei deutschen Spezialisten, die auch die Smartphones von Unternehmen sicher machen.

Eigentlich kann es für den Blackberry-Hersteller Research in Motion (RIM) keine bessere Werbung geben. Da die Sicherheitsbehörden der Vereinigten Arabischen Emirate die Daten des Smartphones nicht überwachen können, sollen die Dienste verboten werden. Auch Indonesien, Saudi-Arabien und Indien fordern stärkere Kontrollmöglichkeiten.

Denn RIM verschlüsselt die mit dem Blackberry versandten Daten. Wenn selbst die Geheimdienste verschiedener Länder die Kommunikation nicht knacken können, müssen die Daten ja sicher sein, oder?

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BSI und Innenministerium raten von Blackberry ab

Leider nicht. Gerade in Europa gab und gibt es mehrfache Warnungen, sensible Informationen über das Smartphone zu verschicken. Auch die Bundesregierung hat sich aus Sicherheitsgründen gegen die Nutzung von Blackberry-Geräten entschieden. Das Bundesinnenministerium hat den anderen Ressorts bereits am 19. November 2009 empfohlen, auf die Nutzung sowohl von Blackberrys als auch iPhones zu verzichten.

Den Schutz von sensiblen Regierungsdaten regelt die Verschlusssachenanordnung (VSA). Sie gibt Anweisungen, wie mit Computern und Smartphones umgegangen werden muss, die Inhalte der Kategorie VS-NfD („Verschlusssache-Nur für den Dienstgebrauch“) bergen. Prüf- und Kontrollinstanz ist das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI). Deren Experten beraten die Bundesbehörden bei IT-Systemen; Verschlüsselungstechnologien muss das BSI sogar explizit zulassen.

Blackberrys und iPhones gehören nicht dazu. Minister wie Behördenmitarbeiter müssen deshalb auf diese kleinen schwarzen Helfer verzichten. Die Geräte erfüllen aus Sicht des Innenministeriums „nicht die notwendigen Sicherheitsanforderungen“.

Bekannte Sicherheitslücke bei Blackberry

Auch die Europäische Kommission hat sich unter anderem aus Sicherheitsgründen gegen Blackberrys für ihre 32.000 Mitarbeiter entschieden. In Frankreich hatten die Sicherheitsbehörden bereits 2007 Nicolas Sarkozy und seinen Regierungsmitgliedern die Blackberry-Nutzung untersagt.

Hintergrund der Anweisungen sind vor allem Befürchtungen, Geheimdienste in den USA, Kanada oder Großbritannien könnten trotz Verschlüsselung auf die Daten zugreifen. 

In den USA können sich die Strafverfolgungsbehörden Experten zufolge einen Zugriff auf den Email-Verkehr und andere Kommunikationsdienste des Blackberry verschaffen. Vorraussetzung dafür sei aber eine gerichtliche Anordnung, sagte Mark Rasch, ehemals Chef der Abteilung für Computerkriminalität im US-Justizministerium.

Doch nicht nur Amerikaner kommen als potentielle Mitleser von Blackberry-Nachrichten in Frage. Der gesamte europäische Datenverkehr von RIM wird über ein Rechenzentrum in Egham bei London geleitet. Bereits 2005 berichtete die WirtschaftsWoche vor einer Warnung des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik vor Sicherheitsproblemen.

„Auf Grund der unsicheren Architektur ist der Blackberry für den Einsatz in sicherheitsempfindlichen Bereichen der öffentlichen Verwaltung und spionagegefährdeten Unternehmen nicht geeignet“, heißt es in einer BSI-Analyse.

Denn nach britischem Recht können die örtlichen Sicherheitsbehörden laut BSI unter sehr weit gefassten Voraussetzungen (unter anderem zum Wohle der britischen Wirtschaft) Zugang zu allen Verbindungsdaten und Inhalten erhalten. „Es gibt damit die theoretische Möglichkeit, dass Dritte auf die E-Mails zugreifen, die vom Blackberry versandt werden“, erklärte BSI-Referatsleiter Michael Dickopf.

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