Spezialisten gekauft: Apple rüstet seinen Kartendienst auf

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Spezialisten gekauft: Apple rüstet seinen Kartendienst auf

Apple hat viel Kritik an seinem ersten eigenen Kartendienst einstecken müssen. Inzwischen hat der iPhone-Hersteller seine Maps massiv verbessert und will die Funktionen durch den Zukauf von Spezialfirmen ausbauen.

Es war ein katastrophaler Imageverlust: Als der amerikanische High-Tech-Konzern Apple Ende September 2012 seinen eigenen Kartendienst im neuen iOS-Betriebssystem für iPhones und iPads einführte und alle anderen Kartenprogramme der Konkurrenz ersetzte, strotzte der eigene Dienst nur so von Fehlern. Apple-Chef Tim Cook musste sich bei den unzufriedenen Nutzern entschuldigen und wegen des Debakels auch die verantwortlichen Manager vor die Tür setzen. Der eigene Kartendienst war ein Ärgernis für die Apple-Jünger und Objekt des Spots für viele Apple-Kritiker.

Rückschläge für Apple

  • Rivale Android

    75 Prozent aller Smartphones laufen inzwischen auf dem Betriebssystem Android des Apple-Rivalen Google

  • Weihnachtsgeschäft

    18 Prozent mehr Umsatz machte Apple im Weihnachtsgeschäft 2012 - gegenüber einem Plus von 73 Prozent im Vorjahr

  • Konkurrent Samsung

    350 Millionen Smartphones plant Samsung in diesem Jahr zu verkaufen - 60 Millionen mehr als Apple an iPhones seit Juni 2007 insgesamt verkauft hat

  • Teure Tablets

    150 Dollar soll das neue Tablet von Acer kosten, weniger als die Hälfte des iPad mini

  • Probleme in China

    Im vierten Quartal 2012 rutschte Apple in China bei Smartphones auf Rang sechs

Nun meldet sich Apple zurück - und will seine Kartendienste mit Hilfe eines Spezialisten für die Orientierung in Gebäuden verbessern. Der iPhone-Konzern gab am Wochenende den Kauf des Start-ups WifiSLAM bekannt. WifiSLAM analysiert die WLAN-Signale in Gebäuden, um den Aufenthaltsort von Nutzern zu ermitteln. Apple zahlte für das rund zwei Jahre alte Unternehmen nach Informationen des „Wall Street Journal“ rund 20 Millionen Dollar. Ein Apple-Sprecher bestätigte den Kauf der Zeitung sowie der Finanznachrichtenagentur Bloomberg am Sonntag, ohne Details zu nennen.

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„Die Indoor-Ortungsdienste sind derzeit ein großer Trend“, sagte Gartner-Analystin Annette Zimmermann der Nachrichtenagentur dpa. Es geht dabei zum Beispiel um das Orientieren in Museen oder großen Läden. Besonders viel Bewegung gebe es in den USA, wo rund 50 kleine Unternehmen wie etwa WifiSLAM in dem Geschäft aktiv seien. „Große Supermärkte oder Kaufhäuser bieten mittlerweile eigene Apps an, die Kunden an den gesuchten Ort leiten“, erläuterte Zimmermann. Die Idee sei, dass solche Dienste einem Kunden zum Beispiel die kürzeste Route für das Abhaken seiner Einkaufsliste errechnen. Oder ihm passende Rabattangebote schicken, wenn er direkt vor dem Milchregal steht.

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Nokia ist in dem Bereich besonders aktiv und gründete eine Industrie-Allianz mit inzwischen 50 Mitgliedern wie Sony und Chip-Herstellern wie Qualcomm. Diese Allianz will einen Standard für Innen-Navigation auf Basis der Bluetooth-Funktechnik entwickeln. „Im Moment sind dutzende verschiedener Lösungen auf dem Markt“, sagte die Gartner-Analystin. Auch Google bietet auf seinen Maps Karten von großen öffentlichen Gebäuden oder Kaufhäusern an.

Inzwischen veröffentlichten unter anderem Google und Nokia alternative Karten-Apps für Apple-Geräte. Apple selbst arbeitet seit dem Karten-Debakel im Hintergrund unter Hochdruck daran, das eigene Angebot fortlaufend zu verbessern.

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