Spionage: Briten spähten G20-Gipfelteilnehmer aus

Spionage: Briten spähten G20-Gipfelteilnehmer aus

Der britische Geheimdienst hat einem Zeitungsbericht zufolge 2009 die Teilnehmer zweier G20-Gipfeltreffen in London ausgespäht. Das gehe auf Dokumente des Ex-US-Geheimdienstlers Edward Snowden zurück.

So seien Computer überwacht und Telefonanrufe abgehört worden, berichtete der „Guardian“ am Sonntag. Einige Delegationen seien auch dazu gebracht worden, Internetcafés zu nutzen, die zuvor vom Geheimdienst eingerichtet worden seien. So habe man den E-Mail-Verkehr überwachen können. Durchgeführt worden sei die Überwachung vom Government Communications Headquarters (GCHQ), dem britischen Gegenstück zum US-Geheimdienst NSA, wie der "Guardian"unter Berufung auf Dokumente des Ex-US-Geheimdienstlers Edward Snowden. berichtet.

Mit der Aktion habe die britische Regierung offensichtlich einen Verhandlungserfolg beim Gipfeltreffen sicherstellen wollen, heißt es in dem Bericht. Ziele von Spähattacken seien auch Delegationen langjähriger Verbündeter wie Südafrika oder der Türkei gewesen.

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In Hongkong haben unterdessen etwa 900 Menschen für den NSA-Enthüller Edward Snowden demonstriert, der dort nach seiner Enthüllung der US-Internetspionage dort untergetaucht ist. Die Menschen haben ihre Stadtverwaltung aufgerufen, den amerikanischen Informanten zu schützen. Mit Plakaten mit Slogans wie „Keine Auslieferung“ und „Schande für die US-Regierung“ marschierten die Unterstützer am Samstag zum Hauptquartier der Stadtverwaltung.

So lesen Deutsche Behörden mit

  • Wie schaut Deutschland mit?

    Fakt ist, auch der BND durchkämmt massenhaft E-Mail-Nachrichten. Das bestätigte die Bundesregierung bereits im Mai 2012 in einer Antwort auf eine Anfrage der Bundestagsfraktion der Linken. Der Dienst durchforste elektronische Nachrichten nach tausenden Suchbegriffen, heißt es darin. Im Jahr 2010 wurden damit 37 Millionen Nachrichten herausgefiltert, bei den E-Mails stellten sich jedoch 90 Prozent als Spam heraus. Auch verschlüsselte Kommunikationen könnten deutsche Geheimdienste teilweise entschlüsseln.

  • Haben die USA Zugriff?

    Ob Gesetze der USA den US-Behörden Zugriff auf die Daten europäischer Nutzer erlauben, wollte die Linke in einer weiteren Anfrage wissen. Dazu „liegen der Bundesregierung nur Hinweise aus öffentlich zugänglichen Quellen vor“, hieß es im März knapp im Antwortschreiben der Regierung.

  • Wie kann ich mich schützen?

    Grundsätzlich gilt: Wer Privates privat halten will, sollte es nicht im Netz teilen. Aber wenn man persönliche Details vor dem Zugriff Dritter schützen will (oder auch nur verhindern, dass dazu automatisiert passende Werbung angezeigt wird), dann sollte man seine Nachrichten verschlüsseln. Zusatzsoftware oder auch die erforderlichen Zertifikate, mit denen man die entsprechenden Funktionen aktivieren kann, gibt es für viele externe E-Mail-Programme, wie Outlook oder Thunderbird. Wer dem nicht zustimmt, muss den Anbieter wechseln, denn das alte spionagefreie Angebot ist abgeschaltet.

  • Welche Verschlüsselungsform ist sicher?

    Aktuell gilt ein 923 Bit umfassender E-Mail-Schlüssel als am sichersten. Aufgrund der Größe ist er kaum zu knacken. Forscher benötigten in einem Text 148 Tage und 21 Rechner, um hinter den Schlüssel zu kommen.

Der 29-Jährige brachte mit seinen Enthüllungen den jüngsten amerikanischen Spionage-Skandal ins Rollen. Er floh in die chinesische Sonderverwaltungsregion Hongkong und hält sich derzeit an einem unbekannten Ort auf. In einem Interview der „South China Morning Post“ sagte Snowden, er habe aus zuverlässiger Quelle erfahren, dass die US-Regierung bereits Druck auf Hongkong ausübe, damit er ausgeliefert werde. „Die US-Regierung wird alles tun, damit ich nicht an die Öffentlichkeit gehe.“
Während des Demonstration kündigte einer der Organisatoren an: „Wir werden weiter Druck auf die Regierung in Hongkong ausüben, damit der Fall von Snowden in Hongkong verhandelt wird“, schrieb die Zeitung. Die ehemalige britische Kronkolonie ist seit der Rückgabe an die Volksrepublik 1997 eine autonom regierte chinesische Sonderverwaltungsregion (SAR). Schon seit 1998 hat Hongkong - anders als China - ein Auslieferungsabkommen mit den USA. Politische Fälle sind davon ausgeschlossen.

Während sich Chinas Außenministerium nicht direkt zu Snowden äußern wollte, lobten Staatsmedien den 29-Jährigen in mehreren Berichten. In dem Text der amtlichen Nachrichtenagentur wurde Snowden in eine Linie mit dem Wikileaks-Informanten Bradley Manning und Wikileaks-Gründer Julian Assange gebracht. „Diese Leute sind zu brillant, um eingesperrt zu werden.“

Ebenfalls am Wochenende hat Facebook erstmals Zahlen zu Anfragen amerikanischer Behörden nach Nutzer-Daten veröffentlicht. Demnach musste das weltgrößte Online-Netzwerk im zweiten Halbjahr 2012 zwischen 9000 und 10 000 solcher Anträge beantworten. Sie betrafen zwischen 18 000 und 19 000 Mitglieder-Profile, wie Facebook am Wochenende mitteilte. In diesen Zahlen seien sowohl Anfragen regionaler Polizei als auch solche mit Bezug zur nationalen Sicherheit enthalten, betonte Netzwerk mit mehr als einer Milliarde Mitglieder. Auch Microsoft ergänzte seine Statistik um bisher geheime Zahlen zu Anfragen nach dem US-Auslandsspionagegesetz FISA. Das erlaubt erstmals zumindest einen groben Aufschluss über das Ausmaß dieser Anträge, um die es auch im aktuellen Geheimdienst-Skandal geht.

NSA-Spionage United Internet setzt auf "Internet made in Germany"

United Internet will nach dem Skandal um die Internetspionage des amerikanischen Geheimdienstes NSA verstärkt mit dem bereits etablierten Slogan „Internet made in Germany“ werben.

United-Internet-Logo Quelle: Presse

Demnach forderten verschiedene US-Behörden im zweiten Halbjahr 2012 in 6000 bis 7000 Fällen Informationen zu 31 000 bis 32 000 Konten bei verschiedenen Microsoft-Diensten an. Im vorherigen Transparenzbericht ohne die FISA-Daten waren für das gesamte vergangene Jahr knapp 11 100 Anträge zu über 24 500 Nutzerkonten. In den ursprünglichen Zahlen war allerdings der Internet-Telefoniedienst Skype noch nicht enthalten. Somit sind die Werte nicht direkt miteinander vergleichbar - zeigen aber, dass es nur um eine Differenz von einigen tausend Anfragen gehen kann.

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