Spotify versus Apple: Wie sich die Fronten zwischen den Streaming-Riesen verhärten

Spotify versus Apple: Wie sich die Fronten zwischen den Streaming-Riesen verhärten

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Spotify wirft Apple vor, seine Marktmacht zu missbrauchen.

Apple hat Post von Spotify bekommen: Der Streaming-Riese wirft dem Rivalen vor, durch überhöhte Preise für Konkurrenz-Dienste im Store seine Marktmacht zu missbrauchen. Kurz darauf verweigert Apple ein Spotify-Update.

Spotify reicht es: Der Musikstreaming-Dienst hat seinem Konkurrenten Apple nun einen bösen Brief geschrieben, in dem er dem IT-Riesen vorwirft, seine Marktmacht zu missbrauchen. Der Konzern nutze seine dominante Position mit dem App-Store auf den hauseigenen Geräten bewusst, um die Konkurrenz in den Schatten zu stellen und das eigene Angebot Apple Music zu pushen. "Diese Praxis wirft ernsthafte Rechtsfragen auf, sowohl unter US- als auch EU-Jurisdiktion", soll Spotify laut dem Branchendienst "re/code" in dem Anwalts-Brief an Apple geschrieben haben.

Vor allem Apples Preisstrategie prangert Spotify an – der IT-Riese aus Cupertino soll die Preise für vergleichbare Dienste wie Apple Music bewusst in die Höhe treiben, um selbst von der höheren Marge zu profitieren. "Sie wissen, dass etwas falsch ist, wenn Apple mehr an einem Spotify-Abo verdient als an einem Apple-Music-Abonnement – und nichts davon mit der Musikbranche teilt", sagte ein Spotify-Sprecher gegenüber dem Apple-Magazin "mac & i".

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Anstatt für eine monatliche Gebühr von zehn Euro verkauft Apple das Spotify-Abo in der iOS-Anwendung für 13 Euro, um Spotifys Abgaben an Apple zu decken. Ein Drittel des Verkaufspreises hält Apple im ersten Jahr eines laufenden Abonnements ein, im zweiten Jahr sinkt die Provision auf 15 Prozent.

Wer am Musikstreaming verdient

  • Zur Studie

    Wirtschaftsexperten von Ernst & Young haben im Auftrag des Verbandes der französischen Musikindustrie SNEP exemplarisch ausgerechnet, wieviel die einzelnen Parteien von jenen 9,99 Euro erhalten, die ein Premiumabo bei Diensten wie Spotify und Deezer kostet.

  • Der Dienst selbst …

    … behält demnach 2,08 Euro .

  • Der Staat ...

    … bekommt 1,67 Euro insbesondere durch die Umsatzsteuer.

  • Die Verwertungsgesellschaften …

    … bekommen einen Anteil von 1 Euro.

  • Die Labels …

    … behalten 4,56 Euro.

  • Den Künstlern ...

    … bleiben am Ende 0,68 Euro. Die werden nach Häufigkeit der Abrufe unter den Musikern aufgeteilt. Unbekanntere Bands erhalten entsprechend wenig.

Dass der IT-Konzern ausgerechnet jetzt ein Spotify-Update verweigert, deutet der größte Streaming-Anbieter als Reaktion auf das Anwaltsschreiben. Laut dem Insider-Portal "mac & i" begründet Apple die zurückgewiesene Aktualisierung der App allerdings damit, dass Spotify die Bezahlschnittstelle des Konzerns nutzen müsse, wenn der Straming-Dienst neue Nutzer akquirieren und Abos vertreiben wolle.

Zwar ist Apple Music mit 15 Millionen zahlenden Abo-Kunden unter den Streaming-Angeboten noch die Nummer zwei hinter Spotify mit etwa 100 Millionen Nutzern, wovon ein Drittel fürs Abo zahlt. Doch schon im Herbst will Apple seine Musikplattform runderneuern.

Apple hat offenbar Interesse an Jay Zs Dienst "Tidal"

Laut einem Medienbericht ist Apple an einer Übernahme des Streamingdienstes "Tidal" des Rap-Musikers Jay Z interessiert. Der iPhone-Hersteller befinde sich derzeit in Gesprächen, den Dienst zu übernehmen, schreibt das „Wall Street Journal“ unter Berufung auf mit der Sache vertrauten Personen. Demnach wolle Apple die starken Verbindungen Tidals mit populären Musikgrößen wie Kanye West und Madonna nutzen, um den eigenen Musik-Service noch attraktiver zu machen.

Spotify Wie der Musikdienst von der Apple-Konkurrenz profitiert

Konkurrenz belebt das Geschäft? Auf dem Musik-Streaming-Markt scheint der Spruch zu stimmen: Spotify wächst nach eigenen Angaben schneller seit Konkurrent Apple mit seinem Dienst Apple Music auf dem Markt ist.

Kopfhörer hängen vor einem Smartphone auf dem das Logo vom Musik-Streaming-Dienst Spotify angezeigt wird. Quelle: dpa

Ein Tidal-Sprecher dementierte allerdings der Zeitung gegenüber, dass es Gespräche zwischen Apple und „Managern von Tidal“ gegeben habe. Dieses Dementi schließ allerdings nicht aus, dass Tidal-Eigentümer oder Personen aus dem Umfeld von Jay Z mit Apple gesprochen haben.

Der Rapper hatte im März letzten Jahres die Plattform für 56 Millionen Dollar von der schwedischen Firma Aspiro übernommen. Der Dienst bietet insgesamt rund 40 Millionen Songs aller drei großen Musikkonzerne sowie Independent-Labels. Inzwischen konnte der Rapper auch 19 populäre Künstler an seinen Dienst binden.

Tidal ist auch der einzige Dienst, der die Musik des im April gestorbenen Musikers Prince im Katalog hat. Ein monatliches Abo kostet 10 beziehungsweise 20 Dollar, je nach Audio-Qualität.

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