Sprachsteuerung „Siri“: Apple und Microsoft mauern gegen Google

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Sprachsteuerung „Siri“: Apple und Microsoft mauern gegen Google

Um sich weiter von Google zu emanzipieren hat sich Apple mit dem Software-Giganten Microsoft verbündet. In Zukunft wird die iPhone-Sprachsteuerung „Siri“ mit der Suchmaschine Bing statt mit Google laufen.

Die Entscheidung ist aus gutem Grund gefallen. Der Suchmaschinen-Anbieter Google begibt sich schon seit Jahren auf die Gebiete, die eigentlich von Apple und Microsoft besetzt waren. Bestets Beispiel ist das mobile Betriebssystem Android, das Apples iOS inzwischen den Rang abgelaufen hat - und Microsoft den Einstieg in den markt extrem erschwert. Zuletzt machte der Suchmaschinen-Gigant aus Mountain View den beiden Herstellern auch noch mit eigenen Smartphones und Tablets das Territorium streitig.

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Um den Neueinsteiger im Geschäft endlich konsequent bekämpfen zu können, haben die Chefs beider Konzerne nun Verträge geschlossen. Auf der Entwicklerkonferenz WWDC kündigte Apple-Chef Tim Cook an, beim neuen Mobil-Betriebssystem iOS7 auf die Suchmaschine Bing zu setzen. Wer trotzdem lieber Antworten von Google bevorzugt, muss das in seiner Frage an Siri explizit formulieren.

Google dominiert in Deutschland die mobile Internetsuche. Die Zahl der Nutzer stieg im vergangenen Jahr laut Comscore um 80 Prozent auf 14,8 Millionen im Monat. Die Konkurrenten Yahoo (eine Million Nutzer) und Bing (700.000) haben zwar auch zugelegt, sind aber im Vergleich zum Branchenprimus weit abgeschlagen.

Trotzdem schneidet Apples Vertragskündigung Google ziemlich ins Fleisch. Denn das Unternehmen ist auf die Kunden der Apple-Mobilgeräte angewiesen, da iOS-Kunden laut Analysen im Durchschnitt deutlich öfter und länger online unterwegs sind als Android-Nutzer. Außerdem geben sie mehr Geld für Online-Shopping oder App-Käufe aus. Bisher zahlt Google daher der Investmentbank Morgan Stanley zufolge eine Prämie von 3,50 Dollar pro verkauftes iOS-Gerät an Apple, damit Google zumindest im Browser Safari der Standard bleibt.

Es ist nicht der erste Schritt von Apple, Google aus seinem System zu verbannen: Die aktuelle iOS-Version 6 setzte bereits Google Maps vor die Tür und lieferte stattdessen eine eigene Apple-Navigationsapp. Der Versuch ging aber nach hinten los, weil das Kartenmaterial lange nicht so zuverlässig ist wie das von Google. Schnell rüsteten viele ihr iPhone mit der Google-Map wieder nach. Das gleiche Spiel mit YouTube: Apple installierte die App nicht mehr vor, die Kunden mussten selbst aktiv werden.

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Neben der neuen Allianz von Apple und Microsoft wenden sich aber auch andere große Internet-Konzerne von Google ab. So arbeitet die neue Facebook-Funktion „Graph Search“, die bald auch in Deutschland eingeführt wird, ebenfalls mit Bing anstatt mit Google. Bei der neuen Facebook-Suche können Nutzer Fragen oder Schlüsselwörter zu den vier Bereichen Menschen, Fotos, Orte und Interessen eingeben. Durch die Einbindung von Bing lassen sich darüber hinaus aber auch externe Inhalte wie das Wetter oder das aktuelle Kinoprogramm anzeigen.

Auch wenn der Marktanteil von Bing in Deutschland nur bei rund zwei Prozent liegt, kommt die Microsoft-Suche in den USA immerhin auf über 16 Prozent (Stand: Januar 2013). Google hat zu den neuen Plänen von Apple bislang keine Stellung genommen.

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