Streaming-Dienste: Spotify und Co. helfen Warner Music

ThemaInternet

Streaming-Dienste: Spotify und Co. helfen Warner Music

Bild vergrößern

Ein Mann sitzt mit einem Kopfhörer vor einer Internetseite, die Musik zum herunterladen anbietet.

Ein Licht am Ende des Tunnels für die verlustreiche Plattenfirma Warner Music: Das Unternehmen konnte seine Verluste im dritten Quartal eindämmen - dank Streaming-Diensten.

Im dritten Geschäftsquartal konnte das US-Unternehmen Warner Music sein Minus auf 32 Millionen Dollar (26 Millionen Euro) eindämmen. Im Vorjahreszeitraum hatte hier noch ein Verlust von 46 Millionen Dollar gestanden.

Firmenchef Stephen Cooper sprach am Donnerstag von „mehreren Lichtblicken“. Wie so viele Konkurrenten leidet Warner Music unter der Abwanderung von Käufern ins Internet.

Anzeige

Das eigene digitale Geschäft wuchs nach Angaben des Firmenchefs aber zuletzt schneller, als die CD-Verkäufe zurückgingen. Auf dieses Ziel arbeitet die Musikindustrie bereits seit gut 20 Jahren hin. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum legten die digitalen Einnahmen um 13 Prozent zu und machten mit 230 Millionen Dollar rund 35 Prozent der Gesamteinnahmen aus.

Durch Streaming-Dienste wie Spotify oder Internet-Radios wie Pandora, bei denen Nutzer Musik nicht mehr herunterladen müssen, sondern sie direkt aus dem Netz auf die Ohren bekommen, konnte die Warner Music Group ordentliche Erlöse erzielen: Immerhin 25 Prozent der Einnahmen aus digitalen Geschäften wurden durch Streaming-Dienste erwirtschaftet.

Die Streaming-Anbieter im Internet

  • Aupeo

    Typ: Radio-Streaming
    Gestartet: 2008
    Sitz: Berlin
    Musikangebot: kein lineares Streaming
    Besonderes: Auswahl von Stationen für Musikgattungen und Stimmungen, kostenloses Angebot mit Werbung und Abo-Modell

  • Deezer

    Typ:On-Demand-Streaming
    Gestartet: 2007
    Sitz: Paris
    Musikangebot: 35 Millionen Titel

  • Last.fm

    Typ: Radio-Streaming
    Gestartet: 2002
    Sitz: London
    Musikangebot: kein lineares Streaming
    Besonderes: Spielt nach Angabe von Lieblingsgruppen Musik von ähnlicher Richtung

  • Pandora

    Typ: Radio-Streaming
    Gestartet: 2000
    Sitz: Oakland, Kalifornien
    Musikangebot: Spielt nach Vorgaben der Nutzer Musik in ähnlicher Richtung, in Deutschland nicht verfügbar

  • MOG

    Typ: On-Demand-Streaming
    Gestartet: 2005
    Sitz: Berkeley, Kalifornien
    Musikangebot: 16 Millionen Titel. In Deutschland nicht verfügbar

  • Napster

    Typ: On-Demand-Streaming
    Gestartet: 1999 als Tauschplattform, seit 2005 als kommerzieller On-Demand-Service
    Sitz: Los Angeles
    Musikangebot: 25 Millionen Titel

  • rara.com

    Typ: On-Demand-Streaming
    Gestartet: 2011
    Sitz: London
    Musikangebot: mehr als 22 Millionen Titel

  • Rdio

    Typ: On-Demand-Streaming
    Gestartet: 2010
    Sitz: San Francisco
    Musikangebot: mehr als 30 Millionen Titel

  • Simfy

    Typ: On-Demand-Streaming
    Gestartet: 2009
    Sitz: Köln
    Musikangebot: mehr als 25 Millionen Titel

  • Spotify

    Typ: On-Demand-Streaming
    Gestartet: 2008
    Sitz: Stockholm
    Musikangebot: über 20 Millionen Titel

Das entspricht etwa 54 Millionen Dollar, wie das Blog "All Things Digital" berichtet. Die Einnahmen werden hierbei durch Anmeldegebühren erzielt, die Nutzer bei legalen Streaming-Anbietern zahlen müssen.

Was sowohl Warner Music als auch anderen Musiklabels zugute kommt ist, dass die Einnahmen aus Streaming-Diensten schnell wachsen, dabei aber nicht gleichzeitig zu geringeren Einnahmen durch andere digitale Verkäufe, wie etwa über die Apple-Plattform iTunes, zu haben scheinen, berichtet das Technik-Blog weiter.

Dennoch schrumpfte der gesamte Umsatz von Warner Music um 5 Prozent auf 654 Millionen Dollar. Das erklärte der Konzern vor allem mit ungünstigen Wechselkursen.

Und das Label setzt offenbar weiter auf seine digitalen Geschäfte: Beim Online-Händler Amazon, der Apples iTunes mit einen eigenen digitalen Musikdienst angreifen will, hat die Warner Music Group nach Angaben von Amazon bereits einen Lizenzvertrag unterschrieben. Alle über die geplante Amazon-Internetseite gekauften Titel sollen zunächst kostenlos abgespeichert werden; nach 250 Liedern will der Anbieter 24,99 Dollar im Jahr berechnen und dafür bis zu 250.000 Titel in der Cloud verwahren. Befinden sich die Songs dort, kann der Nutzer sie weltweit jederzeit abrufen und hören.

Weitere Artikel

Das Geschäft mit digitaler Musik beschert auch der Musikindustrie in Deutschland wachsende Umsätze. Inzwischen wird hierzulande laut dem Bundesverband der Musikindustrie e.V. jeder fünfte Euro aus Musikverkäufen digital erwirtschaftet. Der Anteil von Downloads am Gesamtmusikverkauf stieg von 14,4 Prozent im ersten Halbjahr 2011 auf 19,3 Prozent. Physikalische Tonträger wie CD-Alben sind demnach mit einem Anteil von 72 Prozent aber immer noch die mit Abstand wichtigste Säule des Umsatzes. Diese von media control/GfK erhobenen Daten ließen allerdings die Einnahmen aus Streaming-Diensten in Deutschland außen vor.

Mit Material von dpa und Reuters

Anzeige
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%