Streaming-Revolution der Unterhaltung: Woran es bei der Vernetzung hapert

Streaming-Revolution der Unterhaltung: Woran es bei der Vernetzung hapert

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"Ab in die Cloud", ruft's von überall: Wie gut die Multimedia-Vernetzung in der Praxis wirklich funktioniert.

von Thomas Kuhn

Ob Musik, Filme oder Spiele: Unterhaltung kommt immer häufiger per Stream ins eigene Heim. Ein Erfahrungsbericht, wie sich die neue Medienflut managen lässt – und wo es Probleme gibt.

Als der Paketbote zum vierten Mal binnen weniger Tage mit einem klobigen Karton vor unserer Haustür steht, schwant meiner Frau nichts Gutes. „Ist wieder diese Fernseh-Messe“, empfängt sie mich eines Abends im August mit leicht indigniertem Unterton an der Haustür.

Unter leise gemurmelten Entschuldigungen bestätige ich ihre Vermutung: Der Internetadapter für unseren Fernseher, die vernetzbare Sound-Bar fürs Regal, der Home-Server für die digitale Medienbibliothek und die Streaming-Box für die Hi-Fi-Anlage – all das will ich einem Praxistest unterziehen. Und zugleich den familiären Medienkonsum auf ein ganz neues, multivernetztes Niveau heben.

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Wie die neuen Streamingdienste die Unterhaltungswelt verändern

  • Datenverbindung

    Schnelles Internet via DSL, Kabel oder Glasfaser ermöglicht den Abruf der Medien aus der Cloud.

  • WLAN-Lautsprecher

    Die Boxen geben Webradio oder Musik-Streams in einzelnen Räumen oder gleichzeitig im ganzen Haus wieder.

  • Fernseher

    Smarte TV-Geräte dienen als Unterhaltungszentrale, spielen Filme aus dem Netz ab und ermöglichen den Zugriff auf Computerspiele etwa im PC.

  • Tablet

    Die flachen Rechner oder Smartphones werden zur Universal-Fernbedienung für alle Medieninhalte im Haus.

  • Zweitfernseher

    Weitere TV-Geräte zeigen Filme vom Digitalrekorder im Wohnzimmer oder aus dem Netz.

  • Heim-Rechner

    Der Laptop überträgt die digitale Foto-, Musik- und Filmsammlung ins heimische Netz.

  • Auto

    Das vernetzte Radio im Fahrzeug greift auf Musik-Streams aus dem Internet oder vom Smartphone zu.

Meine Gattin hat keinesfalls etwas gegen moderne Unterhaltungselektronik. Wenn wir den Tatort verpasst haben, flimmert der Kultkrimi aus der ARD-Mediathek über unseren Fernseher. Urlaubsbilder sehen wir uns mit Freunden auf dem Tablet-Computer an. In der Küche dient das Schnurlostelefon schon mal als Webradio.

Die Menge an Netztechnik aber, die nun bei uns einzieht, erfordert schon mehr als durchschnittliche Multimedia-Begeisterung. Immerhin geht es um den Praxistest zum aktuellen Megatrend: Streaming. Ob Film oder Pop-Hit, Hörbuch oder Onlinegame – es gibt heute kaum ein digitales Genre, das die Deutschen nicht schon millionenfach und ganz legal von einem der vielen Medienportale laden.

Streaming ändert den Medienkonsum

Klassische TV- oder Radioprogramme, jahrzehntelang wichtigste Unterhaltungsquelle daheim, geraten im Immer-online-Zeitalter unter Druck. „Streaming ändert unseren Medienkonsum grundlegend“, sagt Bernhard Rohleder, Geschäftsführer des deutschen Digitalverbandes Bitkom. Wer braucht noch Musik-CDs oder Film-DVDs, wenn alles aus der Daten-Cloud ins Haus strömt?

Umsätze mit digitaler Musik und Filmen in Deutschland (zum Vergrößern bitte anklicken)

Umsätze mit digitaler Musik und Filmen in Deutschland (zum Vergrößern bitte anklicken)

In der Tat: Gut drei Viertel der Deutschen über 14 Jahre schauen schon Filme oder Videos per Stream aus dem Netz – sei es von einer der virtuellen Videotheken von Maxdome bis Netflix, aus den Mediatheken der TV-Sender oder von Plattformen wie YouTube. Das ergab eine im Juli veröffentlichte Umfrage im Auftrag des Bitkom.

Auch bei der Musik hat der Medienstrom aus dem Netz das Nischenstadium verlassen. Knapp 40 Prozent der Deutschen nutzen laut Bitkom Streaming-Dienste wie Spotify, Deezer oder Soundcloud. Deren Umsätze erreichten vergangenes Jahr 108 Millionen Euro. Allein das Geschäft im ersten Halbjahr 2015 summiert sich schon auf fast 90 Millionen Euro – ein knappes Viertel des CD-Absatzes in Deutschland.

Die Heim-Vernetzung ist vielfältig wie noch nie

Als am vergangenen Freitag die IFA in Berlin die Tore fürs Publikum öffnete, wurde „fast mehr noch als die klassischen Techniktrends – etwa noch bessere, größere und farbstärkere Bildschirme – die Vielfalt digitaler Angebote in der heimischen Unterhaltung" zum entscheidenden Messethema, sagt Kai Hillebrandt, Deutschlandchef der Unterhaltungselektroniksparte vom Elektronikriesen Samsung.

Die neue Vielfalt bringt nicht nur eine kaum mehr zu überblickende Flut an Medienquellen. Fast alle Inhalte lassen sich auf vielfältigste Geräte im Haushalt übertragen oder von dort abrufen (siehe Grafik). Angesichts der Masse an Kreuz-und-Querverbindungen bekommt der Begriff Heimvernetzung fast schon bildhafte Bedeutung.

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