Studie: Das mobile Netz erreicht selbst Netz-Muffel

Studie: Das mobile Netz erreicht selbst Netz-Muffel

, aktualisiert 01. Dezember 2011, 16:38 Uhr
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Das mobile Web auf Smartphones erreicht inzwischen selbst drei Prozent der bisherigen Internet-Muffel.

Quelle:Handelsblatt Online

Die Entwicklung zur digitalen Gesellschaft in Deutschland stagniert. Doch mobile Geräte wie Smartphones und Tablets könnten für eine Trendwende sorgen.

BerlinDas Internet wird in Deutschland immer mehr mobil genutzt und erreicht auf diesem Weg auch die „digitalen Außenseiter“. Während im vergangenen Jahr noch vor allem die „digitale Avantgarde“ das Netz mit mobilen Geräten wie Smartphones und Tablet Computer unterwegs nutzten, habe es jetzt selbst bei den sehr wenig Internet-affinen Bundesbürgern einen Platz gefunden, teilte die Initiative D21 am Donnerstag mit. Nach einer von TNS Infratest durchgeführten Studie sei hier der Anteil innerhalb eines Jahres von null auf drei Prozent gestiegen.

„Die mobile Technologie wird das Leben und Arbeiten in den kommenden Jahren nochmals revolutionieren und einen ganz entscheidenden Anteil an der Entwicklung der digitalen Gesellschaft in Deutschland haben“, sagte Hannes Schwaderer, Präsident der Initiative D21. Durch neue Technologie-Entwicklungen werde der Zugang und die Eintrittsschwelle in die digitale Welt weiter sinken. „Herausforderung bleibt, dass wir hier gerade das Bildungssystem fit machen müssen, damit die digitalen Medien als Kreativ- und Informationswerkzeug für die gesamte Gesellschaft selbstverständlich werden.“

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Allein mit Smartphones und Tablets werde die weitere Entwicklung hin zur digitalen Gesellschaft allerdings nicht in Gang gesetzt werden können, sagte Robert Wieland, Geschäftsführer von TNS Infratest. Die Studie zeige deutlich, dass die Entwicklung der digitalen Gesellschaft stagniere. Mit den Anteilen der „Digitalen Außenseiter“, der „Gelegenheitsnutzer“ und „Berufsnutzer“ sei die Mehrheit der Bevölkerung (62 Prozent) nach wie vor nicht Teil der digitalen Gesellschaft.

Erst 38 Prozent der Bevölkerung in Deutschland würden mit Netz und digitalen Medien souverän umgehen, sagte Wieland. „Der Großteil der Bevölkerung ist noch nicht im digitalen Zeitalter angekommen.“ Es gelte auch, die Potenziale des Internet zu vermitteln. „2010 haben mehr Leute gesagt, dass sie einen Vorteil im Internet sehen als dieses Jahr.“


Medienkompetenz weiter stärken

„Wir müssen die Medienkompetenz der Bürger weiter stärken“, forderte Hans-Joachim Otto (FDP), Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie. Die digitale Qualifizierung sei auch wesentliche Voraussetzung dafür, dass der Fachkräftemangel beseitigt wird. „Wer heute keine Internet-Kompetenz besitzt, ist nicht fit für den Fachkräfte-Arbeitsmarkt.“ Die Bundesregierung müsse dafür die optimalen Rahmenbedingungen bieten. Noch immer hapere es aber zum Beispiel in den ländlichen Gebieten an der nötigen Infrastruktur.

Der Anteil der Onliner an der Bevölkerung ist dennoch in den vergangenen Jahren von zwei Drittel auf drei Viertel gestiegen. Es bleibe wichtig, „allen Mitgliedern unserer Gesellschaft die Vorteile des digitalen Zeitalters noch deutlicher als bisher“ nahezubringen, sagte Otto. Das werde nur erreicht, wenn die digitale Kompetenz erhöht sowie die ersten Schritte erleichtert würden.

„Wir sind zweifellos auf dem richtigen Weg in die digitale Gesellschaft“, sagte Otto. Die Wachstumsdelle sei möglicherweise auch durch Themen wie Datenklau, Internet-Betrug und Abzocke begünstigt worden. Dennoch seien in den vergangenen drei Jahren weit über fünf Millionen Nutzer neu ins Netz gekommen.

Unterstützt von Unternehmen und dem Bundewirtschaftssministerium stellte die Initiative D21 zum dritten Mal ihre Studie zur Verbreitung und Nutzung digitaler Medien vor. Für die Untersuchung führte TNS Infratest insgesamt 1000 Interviews im Oktober. Die Marktforscher ermittelten sechs Nutzergruppen innerhalb der digitalen Gesellschaft. Sie unterscheiden die „digitalen Außenseiter“, die „Gelegenheitsnutzer“, die „Berufsnutzer“, die „Trendnutzer“, die „digitalen Profis“ und die „digitale Avantgarde“.

Quelle:  Handelsblatt Online
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