Studie: Illegale Downloads kurbeln das Geschäft an

Studie: Illegale Downloads kurbeln das Geschäft an

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Schaden illegale Downloads und Filesharing-Portale der Musikindustrie oder nicht? Forscher und Musikmanager sind sich uneins. Laut einer neuen US-Studie soll Filesharing die Verkäufe aber sogar vorantreiben.

von Katja Köllen

Ein illegal heruntergeladenes Album ist ein nicht gekauftes Album, sagt die Musikindustrie. Ein US-Professor sieht das anders. Seinen Untersuchungen zufolge verbessert es häufig sogar die Verkaufszahlen.

Wer sich einen Song im Internet downloadet, bezahlt nicht mehr für ihn, so ist der allgemeine Tonus der Musikbranche. Tauschbörsen und das sogenannte Filesharing erzeugen Verluste, sind sich die Musikkonzerne sicher, vor allem wenn das Album schon vor seinem offiziellen Verkaufsstart durch das Netz geistert. Robert Hammond, Wirtschaftsdozent an der North Carolina State University, sieht das anders.

Für seine Studie „Profit Leak? Pre-Release File Sharing and the Music Industry” untersuchte Hammond, der Wirtschaft und Politik studierte und als Assistenzprofessor arbeitet, Download- und Verkaufsstatistiken von etwa 1.000 Musikalben.

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Seine Schlussfolgerung: „Die Ergebnisse scheinen eindeutig zu zeigen, dass ein Album von höherem Filesharing profitiert“, schreibt der Wirtschaftswissenschaftler in seiner Studie. Musikalben, die bereits vor ihrem Veröffentlichungstermin im Netz kursierten, werden nicht schlechter verkauft, sondern teilweise sogar besser, so Hammond.

Seine Begründung: der Werbeeffekt. Die illegalen Downloads machten wie Vorab-Präsentationen bei Radiosendern oder das früher präsentierte Musikvideo vor allem Werbung für die neuen Musikstücke. Dadurch würde das Interesse an der Musik gesteigert und die Verkaufszahlen erhöht.

Weniger erfolgreich für Newcomer

Bereits 2009 hatte die Harvard Business School in der Studie "File-Sharing and Copyright" ähnliche Ergebnisse erzielt. "Die Gesamtproduktionszahlen für die Kreativwirtschaft scheinen die Ansicht zu bestätigen, dass Filesharing auf Künstler und Verwerter nicht abschreckend wirkt“, schrieben damals die Initiatoren. Sie hatten die Albenverkäufe des Jahres 2000 bis 2009 untersucht und festgestellt, dass die Albumproduktion trotz gefallener Verkaufszahlen explodiert war.

Hammon muss seine Ergebnisse aber einschränken: Von dem Werbeeffekt des Filesharings profitieren nur Lady Gaga, Bruce Springsteen und Co. Weniger bekannte Künstler hingegen verkaufen der Studie zufolge nicht mehr, wenn ihre Songs im illegalen Filesharing umhergeistern.

„Heruntergeladen heißt nicht gekauft“, steht aber bei Wissenschaftlern weiterhin klar in Frage. Die Musikindustrie konnte bisher nicht eindeutig nachweisen, dass rückgängige Verkäufe auf die Urheberrechtsverletzungen im Internet zurückgehen.

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Die Rückgänge der vergangenen Jahre waren aber so stark, dass zwangsmäßig zumindest eine Teilschuld auf das illegale Filesharing geschoben wird, zeigen doch die Zahlen von 2007/2008 etwa bei EMI, dass die gepresste Musik um acht Prozent zurückging. (Die digitalen Verkäufe legten übrigens im Gegenzug um 38 Prozent zu.)

Studien von Wissenschaftlern, wie die von Hammond oder der Harvard Business School, geben hingegen weiterhin den Anschein, dass die Downloadkultur eine Entwicklung ist, die verändert, aber nicht zwangsweise schadet. Klar zu bewerten, ist es aber weiterhin nicht. Die Diskussion ums Copyright im Internet geht weiter.

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