Studie: Wie soziale Netzwerke unsere Meinung manipulieren

Studie: Wie soziale Netzwerke unsere Meinung manipulieren

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Forscher haben Massenphänomene in sozialen Netzwerken unter die Lupe genommen.

von Vera Münch

Wissenschaftler haben Soziale Netzwerke untersucht und herausgefunden, wie sie uns vorgaukeln, etwas sei eine weit verbreitete Meinung - obwohl die Realität ganz anders aussieht.

Manche Themen verbreiten sich in den sozialen Medien rasant und werden extrem populär. Andere, mindestens ebenso spannende Themen, schaffen es nicht einmal sichtbar zu werden. Ist es tatsächlich so, dass diese Themen die Massenmeinung und -interessen repräsentieren oder handelt es sich dabei nur um eine Illusion, die dem Verstand etwas vorgaukelt? Eine Studie der University of Southern California hat sich eingehend mit dieser Frage beschäftigt.

Die Forscher untersuchten das Nutzerverhalten im Netz  und kamen zu dem Schluss: Die Massenmeinung wird durch bestimmte Netzwerkphänomene stark beeinflusst. Die Studie zeigt, dass im Netz wie im realen Leben das Verhalten von Menschen oft von den Aktivitäten anderer in ihrem vertrauten sozialen Umfeld abhängt: Eine Person beobachtet das Verhalten oder die Eigenschaften im Freundeskreis und geht deshalb davon aus, dass es sich um eine vorherrschende Meinung oder Vorliebe handeln muss - obwohl diese im Gesamtnetzwerk sehr selten ist.

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Das sogenannte Freundschaftsparadoxon ist das bisher bekannteste Phänomen in diesem Zusammenhang im Netz und diente der Studie als Grundlage. Die meisten Nutzer haben eine überschaubare Anzahl von Freunden oder Followern im Netz, während ein paar wenige Nutzer mit einer sehr großen Anzahl hervorstechen. Diese Nutzer werden natürlich häufiger zitiert als man selbst oder deren Inhalte stärker weiterverbreitet als die eigenen. Allein durch die Anzahl der Netzwerkkontakte entsteht so eine größere Informationsmacht.

So geht Kritik im Netz

  • Die wichtigsten Regeln

    Ob Hotels, Restaurants oder Arbeitgeber – Erfahrungsberichte kann man im Internet zu unzähligen Themen abgeben. Aber Bewertungsportale sind kein rechtsfreier Raum. Das müssen Sie beachten, wenn Sie online Bewertungen abgeben.

  • Die Fakten zählen

    Halten Sie sich immer an die Fakten und bewerten Sie ehrlich und objektiv. Beschönigen Sie nichts, aber machen Sie die Dinge nicht schlechter als sie sind.

  • Auf Wortwahl achten

    Verwenden Sie keine Kraftausdrücke. Diskriminierende, beleidigende, rufschädigende, rassistische und vulgäre Aussagen sind verboten.

  • Interna für sich behalten

    Verraten Sie keine Geschäftsgeheimnisse im Netz. Wer Bewertungen für Unternehmen abgibt, ist selbst dafür verantwortlich, dass er nicht gegen seinen Arbeitsvertrag und Schweigepflichten verstößt.

  • Namen sind Tabu

    Nennen Sie keine Namen, denn die Bewertung von Personen ist auf den meisten Plattformen nicht erlaubt. Achten Sie auch darauf, dass Ihr Kommentar keine Rückschlüsse auf Personen zulässt.

  • Eigenen Eindruck schildern

    Lassen Sie sich nicht von anderen Meinungen beeinflussen und nehmen Sie sich Zeit für Ihre Antworten.

  • Manipulation verboten

    Wer gefälschte Bewertungen einstellt, macht sich strafbar. Denn manipulierte Bewertungen gelten laut § 5 UWG als irreführende Werbung.

Schaut man sich die beiden Grafiken an, die beide das gleiche Netzwerk mit der gleichen Größe darstellen, so ist der Unterschied in der Informationsverteilung und somit Beeinflussung der Meinung beträchtlich. Das Wahrnehmungsbild kann sich im gleichen Gesamtnetzwerk in unterschiedlichen Personenkreisen erheblich unterscheiden:

Diese wenigen Meinungsführer sind es auch, die den Durchschnitt der real vorherrschenden Meinung verzerren. Die Forscher sprechen hier von der Mehrheits-Illusion. Durch die Meinungsführer wird die Illusion massentauglich.

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Was bedeutet das für die tatsächlich vorherrschende Meinung? Um den Effekt der Mehrheits-Illusion zu belegen, haben die Wissenschaftler die Verteilparameter, beispielsweise von verteilten Links, verändert und sich mehrere unterschiedliche Netzwerke angeschaut, unter anderem Digg, ein Co-Autorennetzwerk von Energiephysikern und verschiedene politische Blogs. In allen Netzwerken konnten sie das Phänomen der Mehrheits-Illusion beobachten. Dabei fiel auf, dass der Effekt auf themenspezifischen und Expertenplattformen geringer war.

Eine Minderheitsmeinung kann also den Eindruck schaffen, dass es sich um eine Massenmeinung handelt. Man muss lediglich Meinungsführer mit großen Netzwerken nutzen, um ein Thema als allgemeingültig erscheinen zu lassen. Das muss nicht immer schlecht sein. In bestimmten Fällen kann es aber dafür sorgen, dass extremen Meinungen, Einstellungen und Verhaltensweisen eine verstärkte Aufmerksamkeit zuteilwird, und das Phänomen so für Propagandazwecke missbraucht wird.

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