_

Studie zum Mobile Banking: Viele Banken-Apps sind mangelhaft

von Jan Willmroth

Schlechte Informationen, zu wenige Funktionen: Etliche Banken-Apps sind unbrauchbar, wie eine neue Studie zeigt. Für viele Kunden ist die digitale Revolutition spätestens bei den Bankgeschäften zu Ende - auch weil die Geldhäuser für die wichtigsten Funktionen noch keine brauchbare Lösung haben. Ausnahme ist die Deutsche Bank.

Apples App-Store: Bei mobilen Applikationen bleiben laut einer Studie viele Banken hinter ihren Möglichkeiten zurück. Quelle: dpa
Apples App-Store: Bei mobilen Applikationen bleiben laut einer Studie viele Banken hinter ihren Möglichkeiten zurück. Quelle: dpa

Mal eben eine Überweisung von unterwegs abschicken, auf dem Weg ins Büro schnell den Dax-Ausblick lesen, kurz vor Börsenschluss noch ein paar Aktien kaufen: Was in einer Welt voller Smartphones schon längst Standard sein könnte, gehört einer Studie zufolge noch lange nicht zum Alltag. Demnach bleiben viele Banken hinter den Möglicheiten zurück, die sie im digitalen Zeitalter hätten. Zwar bieten alle großen Banken mobile Applikationen (Apps) an, denen häufig aber wichtige Funktionen fehlen.

Anzeige

Für die Studie untersuchten die Schweizer Marktforscher von My Private Banking knapp 200 Handy-Apps von 50 Banken in aller Welt, darunter fünf deutsche Institute. Rund ein Drittel davon habe lediglich begrenzte Funktionen und Inhalte, schreiben die Autoren. Sie vergeben maximal 60 Punkte für das App-Angebot einer Bank. Die Höchstpunktzahl schafft keine, im Schnitt kommen die Geldhäuser auf 35 Punkte. Die Mehrheit der Handyprogramme gibt es nur für das iPhone, es fehlen zumeist spezielle Apps für das iPad.

Mobiler Virenfänger

Smartphones sind kleine Computer – mit allen Vor- und Nachteilen. Dazu gehört, dass die vielseitigen Telefone auch für Hacker immer attraktiver werden. Weil bei Android-Handys verschiedene Stores zugelassen sind, von denen nicht alle seriös arbeiten, sind Viren bislang vor allem auf der Google-Plattform verbreitet. Die Norton Mobile Security Lite bietet einen kostenlosen Basisschutz vor Schadsoftware.

Alternative: Auch die Anti-Viren-Software AVG bietet mit Antivirus Free einen Basisschutz an.

Quelle: PR

Für Googles Betriebssystem Android bieten viele Banken erst gar keine App an. Die meisten Banken haben ihre Apps zudem nur mit Basis-Funktionen ausgestattet. "Wir vermissen bei den Banken einen umfassenden, strategischen Ansatz bei der Entwicklung und dem Angebot von Mobile Apps", kritisiert Steffen Binder, Forschungsleiter bei MyPrivateBanking.

Vorbildlich schneidet dagegen die Deutsche Bank ab: Mit 50 von 60 Punkten teilen sich die Frankfurter Platz eins mit der französischen Caisse d'Epargne. Mit seiner Standard-App "Meine Bank" biete die Deutsche Bank alle gängigen Banking- und Brokerage-Funktionen, die Kunden vom Online-Banking gewohnt sind, schreiben die Marktforscher. Allerdings fehle der direkte Kontakt zum Kundenberater, nach Finanznachrichten müsse der Nutzer noch woanders suchen, und Android steht auch bei Deutschlands größter Bank nicht hoch im Kurs.

Blogs

Green Economy: Die Illusion der Retter
Green Economy: Die Illusion der Retter

Es ist wieder soweit: mit Rio Plus 20 steht ein neuer Umweltgipfel der Superlative bevor. Dabei wissen wir längst, dass...

weitere Fotostrecken

Das Aktuelle Heft

Wirtschaftswoche

WirtschaftsWoche 21 vom 21.05.2012

iTunes Vorschau - WirtschaftsWoche