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Suchmaschine Yandex: Der russische Geheimdienst sucht mit

von Sebastian Becker und WarschauQuelle: Absatzwirtschaft

Yandex ist weltweit die einzige Suchmaschine, die Google in Schach hält – neben Baidu in China. Doch nun droht Ungemach durch die russische Regierung. Die hat ein Gesetz erlassen, das die Freiheit im Netz einschränkt.

Russlands Premier Medwedew (l) und Yandex-Gründer Arkady Volozh Quelle: REUTERS
Dimitri Medwedew (l) und Yandex-Gründer Arkady Volozh Quelle: REUTERS

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Die russische Regierung zeigt sich wieder einmal von ihrer autoritären Seite – fast so wie zu Sowjetzeiten. Diesmal hat sie es auf das Internet abgesehen. Seit vergangenen November gilt ein Gesetz, das Websites mit Kinderpornografie oder mit Anleitungen zur Drogenherstellung auf den Index setzt. Was auf den ersten Blick vernünftig erscheint, hat aber offenbar doch politischen Hintergrund. Einheimische Oppositionelle befürchten jedenfalls, dass dies nur ein erster Schritt sein könnte, um weitere Bereiche des Internets unter Kontrolle zu bringen – unter anderem Blogs oder Websites politischer Gegner

Fakten zu Yandex

  • Yandex am Markt

    Die Suchmaschine Yandex beherrscht mit rund zwei Dritteln an Anteilen unangefochten den einheimischen Markt. Weltweit liegt sie unter allen Konkurrenten auf dem achten Platz.

  • Die Erfinder

    Die beiden IT-Spezialisten Arkadi Wolosch und Ilya Valentinovich Segalovich, die sich noch von der Ausbildung her kannten, haben diesen Dienstleister 1997 ins Leben gerufen.

  • Wo Yandex vertreten ist

    Mittlerweile gibt es auch Versionen für andere Länder wie Weißrussland, die Türkei, die Ukraine und Kasachstan. Im Jahr 2001 brachten die Russen eine polnische Version an den Markt, die allerdings keine zufriedenstellenden Marktanteile gewinnen konnte und deswegen sofort wieder verschwand.

  • Kooperationen

    2009 und2010 kauften die Russen Anteile an der israelischen IT-Firma Vizi Information Labs, die Yandex bei der Entwicklung der Technologie unterstützt.

  • An der Börse

    Besonders wichtig war der Börsengang in New York Mitte 2011. Die Russen spielten damals eine Milliarde Dollar ein und galten als das größte Internet-IPO (Initial Public Offering) seit dem Platzen der Dotcom-Blase zehn Jahre zuvor.

Die Technologie, mit der die russische Regierung indizierte Inhalte aufspüren kann, lasse sich auch dafür verwenden, mutmaßen die Gegner. „Es stimmt, dieses Gesetz hat viele Ungereimtheiten“, bestätigt auch Elena Kolmanovskaya, Mitgründerin der Suchmaschine Yandex, im Gespräch zu diesem Beitrag für absatzwirtschaft – Zeitschrift für Marketing. Yandex gilt als größte russische Suchmaschine. Das Unternehmen hat seinen Sitz in Moskau. „Das Gesetz ist mit Sicherheit nicht ideal und muss noch weiter gelebt werden“, fügt Kolmanovskaya diplomatisch hinzu. Ihr Unternehmen würde der Regierung gerne alternative Vorschläge dazu anbieten, um auch die russischen Rechte im Internet weiterzuentwickeln.

Das Angebot hat natürlich auch eigennützigen Hintergrund: Yandex ist in Russland der uneingeschränkte Marktführer. Mit knapp 160 Millionen Konsumenten gehört der russische Markt zu den größten der Welt und ist damit
ein lukratives Geschäftsfeld. Der Moskauer Dienstleister ist das einzige Unternehmen, das es weltweit geschafft hat, den sonst übermächtigen US-Giganten Google in die Schranken zu weisen – neben Baidu in China.

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Dieser Artikel ist in der "Absatzwirtschaft" erschienen.

Und das will schon etwas heißen, denn schließlich verfügen die US-Amerikaner über eine der wertvollsten Marken der Welt. In Zahlen drückt sich dies so aus: Die Russen kontrollieren mittlerweile mehr als 60 Prozent des heimischen Marktes, während sich die Amerikaner mit knapp einem Fünftel der Anteile zufriedengeben müssen. Täglich wird die Site von 25 Millionen Nutzern besucht. Nach Einschätzung von Experten gibt es hierzulande eine hohe Wettbewerbsintensität, weil mehr als ein großer Anbieter existiert. Diese Tatsache unterstreicht also auch die Leistung von Yandex, denn das Suchmaschinen-Unternehmen hält sich schon seit Jahren an der Spitze des landesweiten Rankings.

Der Erfolg der russischen Internetfirma liegt unter anderem darin begründet, dass die Russen wesentlich besser die Probleme ihres Marktes kennen als die amerikanischen Anbieter von Google. Und dazu gehören insbesondere die latenten autoritären Eingriffe des russischen Staates in die Geschäfte der Onlineunternehmen. Das ist eine nicht zu unterschätzende Erschwernis, die es in westlichen Ländern in dieser Form nicht gibt.

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