SXSW-Festival-Direktor Hugh Forrest: "Software ist das Rückgrat für alles geworden"

InterviewSXSW-Festival-Direktor Hugh Forrest: "Software ist das Rückgrat für alles geworden"

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Festival-Direktor Hugh Forrest über Start-ups, Politik und Star Wars.

von Astrid Maier

Diesen Freitag startet in Austin das Kultfestival für Musik-, Film- und Techkultur. Direktor Hugh Forrest über Start-ups, Politik und „Star Wars“.

WirtschaftsWoche: SXSW wurde vor 30 Jahren als Musikfestival gegründet. Lange Zeit kam das Publikum der Rockstars wegen. Wenn es diese Woche wieder losgeht, werden vornehmlich Unternehmer aus dem Silicon Valley die Hauptattraktion sein. Haben Rockstars und Techstars etwas gemeinsam?
Hugh Forrest: Ja, unbedingt. Erfolgreiche Rockstars und erfolgreiche Geeks verbindet ihre massive Kreativität – und darum geht es bei SXSW.

Warum haben Sie sich dazu entschlossen, 1994 einen Teil über die Techkultur in das Festival mit einzubauen?
Als wir 1994 damit starteten, nannten wir es noch SXSW Multimedia. Können Sie sich noch an die Zeit erinnern? Fast alles war damals analog, und die meisten Menschen hatten keine Ahnung vom Internet. Mein Boss Roland Swenson hat aber frühzeitig verstanden, dass Technologie eines Tages das Rückgrat der Musik- und Filmindustrie und aller anderen kreativen Gewerbe werden würde. Es war ein ziemlich smarter Zug von ihm, sich des Themas vor allen anderen Events anzunehmen.

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Haben Sie es je bereut, die Geeks ins Programm mit aufgenommen zu haben?
Es hat ziemlich lange gedauert, bis dieser Teil des Festivals Fahrt aufgenommen hat. Mit ziemlich lange meine ich zehn Jahre. In dieser Zeit haben wir hart gearbeitet, ohne viel Wachstum zu sehen. Es gab jede Menge Frustrationen. Im Nachhinein bin ich natürlich froh, dass wir durchgehalten haben. Die Techies machen einen wesentlichen Teil dessen aus, was SXSW heute überhaupt ist.

Zur Person

  • Hugh Forrest

    Hugh Forrest ist Direktor von SXSW Interactive, dem Techteil des Festivals. Er ist schon seit 1989 mit dabei – zwei Jahre davor wurde das Event überhaupt erst gestartet. Forrest hat die ehemalige Musikund Film-Konferenz zu einem der wichtigsten IT-Treffen der Welt erweitert. Hier entdeckte die Techelite 2007 erstmals Twitter für sich und bereitete dem Dienst den Durchbruch vor.

Wer wird in diesem Jahr der große Start-up-Newcomer?
Wenn ich besser darin wäre, solche Dinge vorauszusagen, würde ich meinen Job kündigen und Investor werden. Wenn aber die Vergangenheit ein Indikator für die Zukunft sein kann, dann haben jene Erfindungen den größten Zulauf, die den Besuchern helfen, das Event besser zu erkunden. Twitter beispielsweise ging 2007 ab, weil die Teilnehmer damit besser sehen konnten, was ihre Freunde gerade machen. Spulen wir vor ins Jahr 2015 zu Meerkat. Mit der Live-Streaming-App konnten die Leute senden, wo sie sich aufhielten. Da ist ein Muster erkennbar.

Was wird dieses Jahr der interessanteste Technologietrend sein?
Wahrscheinlich künstliche Intelligenz. Dazu wird es auf ganz vielen Panels etliche Diskussionen geben.

Und welches Panel wird das begehrteste sein?
Da so viele aus der SXSW-Community „Star Wars“ lieben, gehe ich davon aus, dass die Rede von „Star Wars“-Regisseur Gareth Edwards sehr beliebt sein wird. Da sollte man also frühzeitig hingehen.

Es werden auch jede Menge Vertreter der Autoindustrie 2017 in Austin mit dabei sein. Die haben schon auf der IT-Messe CES und bei der Techkonferenz DLD in München in diesem Jahr den Ton angegeben. Sind Automobile das neue große Ding für Geeks?
Unbedingt. Autos sind das Epizentrum vieler neuer Trends und Technologien wie etwa künstliche Intelligenz. Die Schnittstelle zwischen Autos und Tech wird deshalb auch bei uns 2017 ein bestimmendes Thema sein.

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