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Digitale Welt: Tastatur für iPhone

Erster Kundenkontakt im Video: iPhone-Tastaturhülle TYPO bringt Blackberry aufs iPhone

Wir haben die Entwicklung der iPhone-Tastaturhülle TYPO von Anfang an verfolgt. Nach zweijähriger Entwicklungsphase startete das Projekt im Dezember erfolgreich auf dem Markt und kann seitdem auf der dazugehörigen Webseite vorbestellt werden. Während die Auslieferung des 99-Dollar-Kaufs noch auf den Januar datiert sind, geben sich auf der diesjährigen CES die Besucher die Klinke in die Hand, um die zweiteilige Case ausprobieren zu dürfen – der erste Kundenkontakt der TYPO.

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Und sie haben auch allerlei Gründe zum Bestaunen des Produkts: Neben der einfachen Tastatur, die das iPhone unten um ca. 2 cm verlängert, verspricht das Gadget nämlich auch einen Rundum-Schutz. Dabei sind sowohl Lightning-Connector, Lautsprecher, Klinken-Buchse als auch die Kamera weiterhin frei zugänglich. Der verdeckte Homebutton wird durch eine Taste auf der unteren rechten Seite der Tastatur ersetzt. Durch das Wegfallen der virtuellen Eingabemöglichkeit bietet der iPhone Bildschirm 40 Prozent mehr Arbeitsfläche. Darüber hinaus werden die Tasten des Keyboards von unten beleuchtet, um auch im Dunkeln auf der zugegeben sehr schmalen Tastatur ungehindert schreiben zu können. Das Zubehör mutet sehr an eine Anlehnung an Blackberrys Keyboard an.

Die ersten Reviews sind seit heute im Netz und lesen sich durchaus positiv. Auch ein kleines Vorab-Video der Kollegen von CNet vor Ort möchten wir euch nicht vorenthalten.

Blackberry selber findet die Erfindung von TYPO übrigens gar nicht gut. Vor einem kalifornischen Gericht hat der angeschlagene Konzern eine Klage eingereicht, um das Zubehör zu untersagen. Auf der Gegenseite lässt man sich aber nicht von der Klage aus dem Konzept bringen und spricht von einem innovativen Keyboard, dem jahrelange Untersuchungen und Studien vorausgingen. Ein Ergebnis ist offen.

Okay, ich gebe es zu: Ich bin immer noch ein Blackberry-Fan. Ich habe einfach eine unausrottbare Vorliebe für Tastaturen mit echten Tasten.

Du wirst dich an das Tippen auf dem Touchscreen gewöhnen, sagt man mir – seit 2007. Du wirst dich daran gewöhnen, ohne die perfekten physischen Tasten und ihrem harmonischem Klicken auszukommen. Du wirst dich an die Autokorrektur gewöhnen.

Das beste Smartphone mit einer echten Tastatur ist das Blackberry Q10. Aber selbst langjährige Blackberry-Fans wissen, dass es keine gute Wahl ist. Die Zukunft ist unsicher und – noch schlimmer – die Blackberry-Smartphones bieten qualitativ schlechtere Software und weniger Apps als die Konkurrenz.

Die iPhone-Tastatur als Hülle von Typo.

Neue Hardware-Tastaturen für das iPhone

Doch just in dem Moment, in dem ich glaubte, dass ich nie wieder auf einer kleinen Plastiktastatur tippen werde, gab es neue Hoffnung. Zwei neue Tastaturhüllen für das iPhone wurden angekündigt: das Typo Keyboard Case kann derzeit für 100 US-Dollar vorbestellt werden, beim Solomatrix Spike kostet die Vorbestellung 60 Dollar. Beide versprechen eine echte QWERTY-Tastatur für das iPhone – also eine Hardware-Tastatur mit US-Belegung. Das Problem: Sie schaffen das nur, indem sie das iPhone-Nutzerlebnis stören.

Typo besitzt eine interessante Hintergrundgeschichte. Nach Unternehmensangaben war es Ryan Seacrest, Moderator von „American Idol", leid, sowohl iPhone als auch Blackberry mit sich herumzutragen. Also gaben er und sein Geschäftspartner Laurence Hallier eine Blackberry-Tastatur für das iPhone in Auftrag. Die TV-Sendung „American Idol" ist das Gegenstück zu „Deutschland sucht den Superstar" in den USA.

Die Tastatur sieht dem Blackberry-Vorbild sogar so ähnlich, dass Blackberry die Herstellerfirma Typo Products LLC wegen der Verletzung von Patenten verklagt hat. Ein Blackberry-Sprecher sagte, die Klage sei im US-Bundesstaat Kalifornien eingereicht worden und in der Schwebe. Die Vorbestellungen sind nach Unternehmensangaben bereits ausgeschöpft.

Tastatur als iPhone-Hülle

Anders als die massigen Bluetooth-Tastaturen für das iPhone schmiegt sich die 40 Gramm leichte Tastatur um iPhone 5 oder 5S wie eine reguläre iPhone-Hülle. Das iPhone wird dadurch rund 1,3 Zentimeter länger. Zunächst fühle es sich ungewohnt an, doch schon nach Minuten fühlten sich meine Daumen auf der vierreihigen Tastatur zu Hause.

Ich habe sogar experimentiert, um dieses Gefühl mit empirischen Daten zu unterlegen: Bei wiederholten Tests bin ich auf durchschnittlich 37 Wörter pro Minute mit Apples virtueller Tastatur gekommen – mit dem Typo-Gerät waren es 57. Allerdings erzielten nicht alle, denen ich die das iPhone mit Tastatur in die Hand drückte, solche Ergebnisse – oder mochten die Hardwaretastatur überhaupt. Doch geübte Blackberry-Nutzer mit einer Vorliebe für diese Art der Tastatur waren sofort voll dabei. Die Tasten besitzen sogar eine Hintergrundbeleuchtung.

Spike von Solomatrix legt eine Hardware-Tastatur über die virtuelle Tastatur des iPhones.

Soweit die guten Nachrichten. Die schlechte ist, dass die Typo-Tastur den Home-Button des iPhones verdeckt und ihn an eine Stelle unten rechts auf der Tastatur verlegt. Es dauert einige Zeit, sich daran zu gewöhnen – und wenn Sie ein 5S nutzen, kann der Fingerabdruck-Scanner nicht mehr genutzt werden.

Ich hatte auch andere Problemchen mit Typo. Die Bluetooth-Verbindung deaktiviert die Autokorrektur des iPhones – schreiben Sie also besser akkurat, sämtliche Typos müssen manuell korrigiert werden. Die Tastatur ist außerdem sehr „plastikhaft". Ich mag die Klick-Geräusche von physischen Tastaturen – doch die Geräusche der Typo-Tastatur waren selbst mir zu viel. Ich konnte beispielsweise während eines Meetings nicht heimlich SMS schreiben. Zudem muss man die Tatstatur einmal in der Woche über ein Micro-USB-Kabel aufladen. Schlauer wäre es gewesen, sie über das iPhone selbst aufzuladen – oder noch besser – sie wie die Hüllen von Mophie auch noch als Zusatzakku zu nutzen.

Die Tastatur von Spike hat nicht die Nachteile der Bluetooth-Verbindung – doch dafür wiederum eigene Probleme.

Sie benötigt keine Funkverbindung, da sie einfach über die virtuelle Tastatur des iPhones auf dem Touchscreen platziert wird. Wenn Sie sie nicht benutzen, können Sie sie zu Seite umklappen und auf der Rückseite des iPhones verbergen. Das ist ein cleverer Designtrick – aber auch etwas umständlich.

Da die Hardware-Tasten mit der Größe der virtuellen Tasten übereinstimmen müssen, sind die Tasten kleiner als die der Typo-Tastatur. Die Autokorrektur funktioniert und ist hilfreich – doch ich kam nur auf 25 Wörter in der Minute. Damit bin ich sogar langsamer als mit Apples virtueller Tastatur auf dem Touchscreen.

Lösungen für Android-Smartphones

Weder Spike noch Typo sind für Android-Smartphones verfügbar. Anders als iOS erlaubt es Android allerdings den Nutzern, Tastatur-Apps herunterzuladen, die das Tippen auf dem Touchscreen einfacherer machen. Mit Hilfe der Swype-App beispielsweise, zeichnen sie eine Linie von Buchstabe zu Buchstabe und die Software sagt auf intelligente Art und Weise das Wort gemeinte voraus.

Swype ist beliebt – auf dem Samsung 005930.SE +0,30% Galaxy S4 ist es sogar vorinstalliert – doch ich komme damit nicht besonders gut klar: Mit Hilfe von Swype komme ich nur auf 32 mickrige Wörter in der Minute. Ich kam mit der App Swiftkey besser zurecht – eine Software, die das nächste Wort auf Grundlage bisheriger Erfahrungen mit dem Nutzer voraussagt. Auf dem 4,7-Zoll-Bildschirm des Moto X kam ich damit auf 40 Wörter in der Minute.

Keine Software-Tastatur bietet mir die Geschwindigkeit und die Tippsicherheit einer echten Hardwaretastatur, die ich anfassen kann. Die perfekte Blackberry-Tastatur-Transplantation gibt es immer noch nicht – doch die Typo-Tastatur ist die beste Lösung, die ich bislang gefunden habe. Immerhin läuft denjenigen unter uns mit einer Liebe zu Hardware-Tastaturen die Zeit davon – insbesondere, wenn wir von den Vorteilen moderner Smartphones voll profitieren wollen.

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