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Timeline-Funktion: Keine Angst vor Facebooks Chronik

von Thorsten Firlus

Facebook stellt für alle Mitglieder die Profile auf die umstrittene Chronik um. Das ist das gute Recht des Unternehmens. Und kein Grund zur Aufregung.

Eine Silhouette vor der Facebook Chronik-Ansicht Quelle: dpa
Facebook vereinheitlicht sein Erscheinungsbild. Die Chronik-Ansicht (engl. "Timeline") wird für alle Benutzer zur Standardansicht des Sozialen Netzwerks. Quelle: dpa

Datenkrake, Orwell, Überwachungsstaat – die Vokabeln im Zusammenhang des Umgangs von Facebook mit den Daten der Mitglieder sind drastisch. Und meistens falsch. Das Unternehmen bietet einen Service an, den jeder nutzen kann, der mag. Ein Zwang besteht nirgends. Es ist nicht nur falsch, von Zwang zu sprechen, wenn Facebook kommende Woche die Optik und Aufbereitung der Fotos, Kommentare und Standortangaben in seine neue Timeline für alle Nutzer umstellt, es ist sogar begrüßenswert.

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Ein Unternehmen, das im Internet dieser Tage lange mit Produktinnovationen wartet, ist schnell weg vom Fenster. Vielleicht wäre Facebook mit der Technik und dem Angebot von 2009 weniger aggressiv beim Sammeln von Daten, die sie von den gutgläubigen Nutzern sammeln und dann aufbereitet an wissbegierige Unternehmen weiterverkaufen, aber es wäre auch schon tot. Tot wie Myspace. Oder Second Life.

Chronik - Alles eine Frage der Einstellung

Sich bei Facebook anzumelden ist leicht. Bedeutend aufwändiger dagegen ist, Facebook so zu justieren, dass des den individuell gewünschten Mittelweg zwischen dem persönlichen Mitteilungsdrang und dem Schutz der Privatsphäre widerspiegelt. Die dafür notwendigen Stellschauben demonstriert WirtschaftsWoche-Gadget-Inspektor Thomas Kuhn an seiner persönlichen Facebook-Chronik.

Quelle: Screenshot


Die Nutzer entscheiden

Innovation ist in dieser Branche die wichtigste Aufgabe, um im Geschäft zu bleiben. Facebook ist der Überzeugung, dass das chronische Auflisten nach Kalendermonaten den meisten Nutzern mehr Service bietet. Wenn sie falsch liegen, wird das Publikum das entscheiden, so wie es schon lange entschieden hat, den besseren Service bei Facebook zu nutzen und anderen Netzwerken wie wer-kennt-wen oder den VZ-Netzwerken die Zuneigung zu entziehen.

Natürlich, es ist nicht nett, dass Facebook über gravierende Änderungen in der Präsentation nur beiläufig informiert. So wie meine Krankenkasse den Hinweis auf den Zusatzbeitrag im vergangenen Jahr auch verklausuliert irgendwo in der Mitte des Mitgliedermagazin versteckte und auch die Leistungskürzungen kaum auf der Homepage ganz oben stehen werden. Nicht nett, aber keine Facebookspezialität.

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