Topraks Technik Talk: Besser als sein Ruf: Windows Vista

Topraks Technik Talk: Besser als sein Ruf: Windows Vista

Windows Vista wird heftig kritisiert, ist aber besser als sein Ruf. Es ist sogar das beste Betriebssystem überhaupt. Jedenfalls, wenn man es mit MacOS oder Linux vergleicht.

Über das aktuelle Betriebssystem von Microsoft ist viel geschimpft worden in den letzten Monaten. Probleme mit Hardware-Treibern, Programme, die nicht richtig laufen, die überflüssigen Sicherheitsabfragen, all das geht auf die Nerven. Marktforscher berichten, dass Unternehmen gar keine Lust mehr hätten, auf Vista umzusteigen. Dabei wird aber verschwiegen, dass Firmen nach der Einführung einer neuen Programmversion nie sofort umsteigen.

Normalerweise warten sie ein oder zwei Jahre. Dann ist das erste Service Pack da und die wichtigsten Bugs behoben. Bei Windows 98 war das so und bei Windows XP auch. Seit April gibt es auch für Vista ein Service Pack, jetzt läuft es spürbar flüssiger und inzwischen funktionieren auch die allermeisten Programme tadellos. Für mich ist Vista das beste Betriebssystem. Besser als MacOS und besser als Linux. Und das hat im Wesentlichen drei Gründe.

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Erstens: Windows Vista ist das Volks-Betriebssystem

Mac-Nutzer rümpfen gerne die Nase über das PC-Volk. In Zeiten, als Windows-Rechner noch gerne mal hängenblieben und die geplagten Windows-Anwender fluchend in der Registry herum pfuschten, hatten Apple-Fans ihre hohe Zeit. Denn ein Mac stürzte extrem selten ab.

MacOS ist ein Vorbild an Bedienfreundlichkeit und optisch ein Genuss. Doch leider sind die Macs viel zu teuer für die meisten Nutzer. Mit der Politik der hohen Preise hat Apple sein schönes Betriebssystem selbst in die Bedeutungslosigkeit manövriert. Da lob´ ich mir die volkstümliche Windows-Kiste, die jeder für 400 Euro beim Discounter kaufen kann.

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Apples elegantes MacOS läuft problemlos, ist aber auch teuer

Natürlich sind die günstigen Preise für PCs nicht das Verdienst von Microsoft, sondern der Tatsache geschuldet, dass es Hunderte von PC-Herstellern gibt, die Computer aus Standardkomponenten zusammenbauen und verkaufen. Trotzdem profitieren wir Anwender am Ende davon.

Windows ist so zum Betriebssystem für alle Klassen geworden. Vom Jugendlichen, der darauf seine Schularbeiten macht oder sich mit PC-Spielen vergnügt über Manager, die Excel-Tabellen bearbeiten bis hin zu Senioren, die sich an Bildbearbeitung und Videoschnitt versuchen.

Zweitens: Windows-User wissen mehr über Computer

Jetzt kommt ein heikler Punkt. Aber ist es nicht so, dass die Beschäftigung mit den Problemen, die das hakelige Windows in all den Jahren verursacht hat, viele von uns zu Computerexperten gemacht hat? Wie oft haben wir versucht, irgendwelche Programme neu zu installieren oder neue Treiber für den streikenden Drucker heruntergeladen? Die Liste der Ärgernisse reicht bis zur Benutzerkontensteuerung bei Windows Vista. Doch jeder, der sich gezwungenermaßen mit den Tücken der Software beschäftigt hat, hat dabei auch etwas gelernt. Und in Zeiten von Datenspionage, Hackerangriffen und Online-Banking-Betrugs brauchen wir das Wissen über die Funktionsweise von PCs und Software mehr als je zuvor.

Bei MacOS hingegen läuft alles glatt. Gut für die Produktivität, nichts lenkt von der Arbeit ab. Wie langweilig und einschläfernd. Man sehnt sich direkt nach einem lehrreichen kleinen Programmabsturz. Apple ist der Computer für Leute, die Computer hassen. Die PC-Experten sind im Windows-Lager groß geworden, nicht bei Apple.

Drittens: Linux ist eine schlechte Kopie

Viele Hoffnungen haben sich in den letzten Jahren auf Linux konzentriert. Da kann man noch mehr herumbasteln als bei Windows und kostenlos ist es obendrein. Kein Zweifel, Linux und alle Open-Source-Programme verdienen unsere Unterstützung. Deshalb ist es richtig, dass Städte wie München oder Ämter und Behörden auf Linux umsteigen. Auch für Profis und Spezialisten ist Linux oftmals die bessere Wahl.

Linux Betriebssystem

Das Linux-Betriebssystem. Ein großartiges Projekt, aber letztlich nur eine Kopie des Windows-Desktops

Doch beim Privatanwender liegt der Fall anders. Die Linux-Strategen haben den Fehler begangen, Windows zu kopieren. Damit die PC-Nutzer die Scheu vor dem als kompliziert verschrieenen Betriebssystem verlieren, haben die Entwickler jahrelang versucht, die Windows-Oberfläche und das Bedienkonzept des Microsoft-Betriebssystem nachzubauen. Mit der Folge, dass die meisten Linux-Desktops heute eine schlechte Kopie von Windows sind. So wurde eine historische Chance vertan, eine eigene Software-Welt mit neuen Ideen und eigenständigem Design zu schaffen. Wozu soll ein Microsoft-Kunde dann auf Linux umsteigen? Außerdem gibt es zu wenig Spiele für Linux.

Es bleibt also nur Windows Vista. Das Betriebssystem, das Millionen von Anwendern die Tür zur Computerwelt geöffnet hat …

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