Topraks Technik Talk: Dandy im Netbook-Café

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Asus Eee PC 901

Mini-PCs wie der Asus Eee PC schaffen, was Generationen von Notebooks nicht geschafft haben. Sie machen den Anwender erst richtig mobil. Damit könnten sie unseren Lebensstil radikal verändern.

Einer des spannendsten Momente in der IT-Geschichte ist, wenn eine neue Produktklasse entsteht. Wie jetzt gerade wieder die Mini-PCs. Seitdem Asus im Januar den ersten Eee PC auf den Markt gebracht hat, kennt die Branche kein anderes Thema mehr. Alle Hersteller, egal ob Acer, Lenovo, MSI oder Fujitsu Siemens, bringen hastig eigene Mini-Notebooks, auch Netbooks genannt. Das ist fast wie die Entstehung einer neuen Galaxie. Mit Sonnen (Asus), Doppelsternen (Intel, AMD), Planeten (Dell, HP, Acer und Co.), Asteroiden (Zubehör), Gasnebeln (Marketing) und Schwarzen Löchern (?).

Stellt sich die Frage, ob es auch intelligentes Leben in der neuen Galaxie gibt. Was die Hersteller betrifft, bin ich mir da nicht so sicher. Denn der überwältigende Erfolg der Mini-Rechner ist ein Zeichen dafür, dass der Bedarf nach einem sehr kompakten Billig-Notebook schon vorher da war. Nur hat das offenbar keiner gemerkt. Die IT-Industrie hat geschlafen. Auch die Marktforscher haben nichts geahnt. Jetzt hat sich die Gartner Group schnell mit einer Schätzung gemeldet. Noch in diesem Jahr sollen über fünf Millionen Mini-Notebooks verkauft werden sollen. 2012 sind es dann schon 50 Millionen. Da haben die Analysten wohl hastig ein paar Überstunden eingelegt, um wieder auf der Höhe der Zeit zu sein.

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Der rasende IT-Anwender

Aber Schwamm drüber. Es tun sich galaktische Möglichkeiten auf. Wenn erst mal die Akkulaufzeiten an die zehn Stunden heranreichen und die Displays hell genug sind für das Arbeiten unter freiem Himmel, dann sind die Mini-Notebooks die erste Produktgeneration, die den Anwender wahrhaft mobil macht. Gängige Laptops können das nur eingeschränkt. Sie sind zumeist teure Statusobjekte, die pfleglich behandelt werden wollen und nach drei Stunden ohne Steckdose den Geist aufgeben. Das ist ok für die Präsentation beim Geschäftspartner oder eine Runde Solitär im ICE. Doch erst die billigen und leichten Netbooks machen den Weg frei für den rasenden Anwender.

Vielversprechend ist das Konzept, Flashspeicher statt Festplatte zu verwenden. So könnte man die Netbooks beispielsweise mit austauschbaren Speichermodulen anbieten. Zum Beispiel ein Windows-XP-Modul mit Internet Explorer und Office oder ein Linux-Modul mit Web-Browser und Textverarbeitung. So wie man beim Nintendo DS einfach die Spiele wechselt, könnte man hier Betriebssysteme und Software-Pakete austauschen. Da die Flashspeicher-Platten nicht so viel Daten fassen wie herkömmliche Festplatten, werden die persönlichen Daten tendenziell auf USB-Sticks gespeichert. Das gibt zusätzliche Sicherheit beim Websurfen, denn man muss dann nur noch den Stick abziehen.

Kompaktrechner unter 300 Euro könnten auch eine feine Sache für Schulen sein. Damit wird Computerpower endlich auch für Schüler aus weniger begüterten Elternhäusern erschwinglich. Und am Anfang eines neuen Schuljahres kriegt jeder Schüler ein Netbook ausgehändigt, das bereits mit seinem Stundenplan und dem Lernstoff gefüttert ist.

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