Topraks Technik Talk: Die sechs schlimmsten Technik-Zeitdiebe

Topraks Technik Talk: Die sechs schlimmsten Technik-Zeitdiebe

Als wäre der Büroalltag nicht schon hart genug. Überall lauern Zeitfresser, die bei der Arbeit ausbremsen. Viele davon bemerken wir gar nicht. Die schlimmsten hat wiwo.de-Autor Mehmet Toprak aufgedeckt.

Die E-Mail-Vorleser

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Professionelle Multifunktionsmaschine von Xerox.

Sie haben gerade eine Mail von Ihrem Chef bekommen. Er startet ein neues Projekt und möchte, dass Sie Vorschläge dazu machen. Binnen Sekunden haben Sie die Mail beantwortet. Klar Chef, mach´ ich. Da kommt der Chef selbst durch die Tür. "Ich habe Ihnen gerade eine Mail geschrieben. Weiß nicht, ob Sie die schon gelesen haben. "Ja", sagen Sie, "ich hab´ sogar schon geantwortet." Egal, er erzählt Ihnen, was er in der Mail geschrieben hat und Sie erzählen ihm dann, was Sie geantwortet haben.

Darauf erläutert er den Hintergrund seiner Mail. Worauf Sie wiederholen, was Sie geantwortet haben und einflechten, dass sein Projekt ein wahnsinniges Potenzial hat (Ohne ihn und seine Projekte wäre diese Firma mausetot). Zufrieden mit dem Gespräch und seiner Wirkung zieht er ab. Zehn Minuten sind vergangen. Beileibe nicht nur Chefs lieben es, ihre Mails nochmal mündlich vorzutragen, auch manche Kollegen sind krankhafte Hybrid-Talker.

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Der E-Mail-Verteiler

Der E-Mail-Verteiler "Firma alle" ist doch der beste. Vor allem in globalen, weltweit operierenden Unternehmen. Der Kollege in der Frankfurter Filiale meldet der IT-Abteilung einen Papierstau im Kopierer, dritter Stock, rechts, und wählt dabei versehentlich den Verteiler "Firma alle". Sekunden später sind rund um den Globus ein paar tausend Kolleginnen und Kollegen über das Frankfurter Elend im Bilde.

Auch die in New York, London und Singapur. Ein Techniker in London mailt einen hilfreichen Tipp und wählt dabei "Antwort an alle". Da sind schnell mal ein paar tausend Mitarbeiter für ein paar Sekunden abgelenkt. Mit "Antwort an alle" kann man komplette Konzerne für Sekunden außer Gefecht setzen.

Der Abteilungsdrucker

Seitdem Unternehmen Netzwerke haben, steht der Drucker nicht mehr im Büro, sondern auf dem Gang, so dass alle übers Netzwerk drucken können. Zumeist steht die Maschine zentral und für alle gut zu erreichen in der Nähe der Küche. Das ist grundfalsch. Denn vielstrapazierte Drucker, die gerade ihre dritte Leasing-Runde drehen, haben öfter mal Papierstau, vor allem im Duplexmodus. Beim täglichen Papierstau spielt sich immer folgendes Ritual ab.

Kollege Schmitz kommt aus seinem Büro geschossen, öffnet fluchend die Druckertüre und versucht herauszufinden, wo das Problem liegt. Schulz, der sich gerade einen Kaffee aus der Küche holen wollte, tritt hinzu. Papierstau? Hatte er gestern Abend auch. Das haben wir gleich. Da muss man hinten links die Klappe aufmachen und dann die Transportrolle von Hand weiterdrehen. Tja, das war gestern, heute ist das Problem ganz woanders. Die Kollegen gehen in die Knie und stecken die Köpfe in den Xerox.

Frau Sander will sich gerade ihren Jasmin-Tee aufbrühen und sieht wie Schmitz & Schulz sich vergebens abmühen. Wenn zwei Männer mit der Technik kämpfen, kann eine Frau nicht widerstehen. Sie muss einfach zusehen. Ist es versteckte Schadenfreude? Mitleid? Oder einfach Neugierde? Sie versucht die Herren durch hilfreiche Wortbeiträge in der Art "Wir bräuchten schon seit zwei Jahren ein neues Gerät" aufzumuntern. Zu allem Überfluss schlendert nun auch noch der Kollege aus dem "Beamten-Trakt" vorbei und muss seinerseits stehenbleiben, zuschauen, kommentieren. Diese Techno-Comedy ließe sich beliebig fortsetzen, doch schon jetzt liegt der Zeitverlust bei 10 Minuten pro Kopf. Der Abteilungsdrucker ist ein soziales Ereignis ersten Ranges und deshalb auch ein Arbeitszeitvernichter ersten Ranges.

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