Topraks Technik Talk: Warum E-Books (noch) nicht funktionieren

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Amazons Kindle: Kann das eBook das Papier verdrängen?

Kolumne

E-Books werden das gedruckte Buch verdrängen und die Zeitung ist praktisch schon tot. So liest man es zurzeit häufig - meistens im Internet. Doch das Buch hat noch ein langes Leben vor sich - und die Zeitung auch. Denn die Technik stößt gerade beim Lesen an ihre Grenzen.

Urlaubszeit ist Lesezeit. Auf solche Slogans werden wir in den nächsten Wochen häufiger stoßen. Stimmt schon, im Urlaub wird mehr gelesen als sonst. Wie groß ist die Chance, dass wir schon in diesem Sommer am Strand in Italien oder Spanien einen technophilen Mitmenschen mit einem E-Book-Reader sichten? Möglich wäre es; seit einiger Zeit gibt es schließlich Geräte wie den Sony PRS 505 zu kaufen. Und an Lektüre ist auch kein Mangel. Egal, ob Angels & Demons, der Vatikan-Thriller von Dan Brown oder Goethes Faust (sollte man endlich mal lesen), Online-Buchhändler wie Thalia.de oder Libri.de haben es im Download-Lager. Technikbegeisterte sagen schon den baldigen Tod des Buchs voraus und die Zeitungen sind sowieso in der Krise. Weil alle angeblich nur noch auf dem Bildschirm lesen.

Trotz des Hypes um die E-Books ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich diese Technik schnell durchsetzt, eher gering. Um zu diesem Schluss zu kommen, muss man nur den Sommer-Sonne-Strand-Test machen. Ein Test in sieben Teilen.

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1. Sommer, Strand, Sonnencreme

Das Schöne an Taschenbüchern ist, dass es ziemlich egal ist, wenn der elfjährige Sohn aus Swimmingpool klettert und direkt neben seinem schmökernden Dad die kalten Wassertropfen abschüttelt. Die paar Wassertropfen bringen den Krimi nicht um. Auch Sand und Sonnencreme hinterlassen zwar ein paar Flecken, mindern aber nicht das Lesevergnügen. Halten auch die E-Book-Reader das aus? Auf einen Versuch mit den circa 300 Euro teuren Geräten wird es wohl keiner ankommen lassen.

2. Lesen in Graustufen

Die neue Generation der E-Book-Reader hat riesige Fortschritte in der Display-Qualität gemacht. Die E-Ink-Displays sind besser als herkömmliche LCD-Modelle und "kommen dem Effekt eines bedruckten Papiers sehr nahe", schreibt Sony. Das Lesen sei "nahezu ermüdungsfrei". Nahezu. Das ist eine ehrliche Auskunft, sie bedeutet, dass Lesegeräte mit acht oder 16 Graustufen bei stundenlangem Schmökern eben doch noch nicht an die Qualität eines Buches heranreichen. Hier stößt die Technik an Grenzen.

Wenn man sich einmal ansieht, wie lange es gedauert hat, bis die Qualität der E-Ink-Displays den aktuellen Stand erreicht hat, dann muss man annehmen, dass noch mehrere, vielleicht viele Jahre vergehen werden, bis eine elektronische Buchseite nicht mehr von einer gedruckten zu unterscheiden ist.

3. Ergonomie

E-Book-Reader sind kleine Computer. Das heißt, man muss starten, klicken, scrollen, Tasten drücken. Ohne Zweifel haben die Entwickler von Geräten wie dem Amazon Kindle 2 und Sony PRS 505 gute Arbeit geleistet. Die Dinger sind denkbar einfach zu bedienen. Aber so bedienfreundlich wie ein Buch, in dem man schnell mal zurückblättern oder ins übernächste Kapitel springen kann, sind sie eben doch nicht.

4. Stromversorgung

Die Akkus sind schon so gut, dass man mehrere Tage am Stück nonstop lesen könnte. Beim Sony-Reader kann mal 6800 Mal umblättern. Das reicht für den Jahresurlaub. Aber andererseits hat der Anwender dann das x-te Ladegerät im Koffer. Die Stromversorgung ist bei den meisten Mobilgeräten noch eine Schwachstelle, die E-Book-Reader machen da keine Ausnahme.

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