Topraks Technik Talk: Wie RFID-Chips für Ordnung im Keller sorgen können

Topraks Technik Talk: Wie RFID-Chips für Ordnung im Keller sorgen können

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Praktisch, aber auch gefährlich: RFID-Chips könnten bald nahezu an allen Waren kleben

RFID-Chips sind ein Traum für Behörden und Industrie und ein Albtraum aller Datenschützer. Doch wiwo.de-Autor Mehmet Toprak will einfach nur Ordnung in seinen Keller kriegen und freut sich schon auf die Funk-Chips.

Meine Frau ist schon seit fünf Minuten im Keller. Abteil Nr. 14. Ich wollte sie noch abfangen, vergebens. Sie wollte nur schnell ihre Winterstiefel holen, wusste aber in dem Moment nicht, dass ich in den vergangenen Wochen diversen Hausrat runtergeschafft hatte und unser Kellerabteil infolgedessen – nun, sagen wir: gut gefüllt ist. Immer, wenn meine Frau in den Keller geht, gibt´s Ärger. Einmal, als sie bis zu den Knien zwischen Kartons mit Computerzubehör, Marmelade-Gläsern, Bücherstapeln, alten Fahrradreifen und Schuhschachteln mit Weihnachtsschmuck stand, und nicht vor und nicht zurück konnte, muss ein Styropor-Teil aus dem obersten Regal gerutscht und ihr auf den Kopf gefallen sein. Was ihren Ärger ungefähr um den Faktor 100 vergrößert hat. Das war danach vielleicht ein unangenehmes Gespräch, kann ich Ihnen sagen. Im Prinzip hat sie ja recht. Irgendwie schaffe ich es nicht, das Gerümpel loszuwerden.

Es gibt Menschen, die haben ein Talent dafür, ihren Hausrat gewinnbringend zu verscherbeln, sei es auf Auktionen oder auf dem Flohmarkt. Ich gehöre nicht dazu. Sicher, CDs oder DVDs über Amazon zu verkaufen, ist nicht schwer, und auch für Kinderspielzeug finden sich dankbare Abnehmer. Aber manches bleibt einfach unverkäuflich.

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Die Lösung des Problems heißt Radio Frequency Identification, kurz: RFID. Das sind diese winzigen Chips mit Antennendrähten, die sich wie ein Preisaufkleber an Waren aller Art befestigen lassen. Im Chip sind beliebige Daten über die Ware gespeichert. Wird die Ware an einem Lesegerät vorbeigeführt, werden die Daten gespeichert und ausgelesen. Die Technik kann Abläufe in der Warenlogistik stark vereinfachen. Doch auch im Privatleben könnten die RFID-Chips eine große Rolle spielen. Das Ganze wird in letzter Zeit unter dem schönen Stichwort "Internet der Dinge" diskutiert.

Intelligente Software-Agenten

Stellen Sie sich vor, Sie kommen aus der Stadt und packen die Einkäufe aus. Darunter ist auch ein Lautsprecher-Set für den MP3-Player. Wenn Sie die Packung am Lesegerät vorbeiführen, zeigt ein Display die wichtigsten Produktinfos an. Hersteller, Bezeichnung, Preis, Features; Fotos sind auch schon dabei. Wenn man will, kann man noch ein paar Bemerkungen eintippen, dann landen die Daten in der elektronischen Haushaltsdatenbank. Nach zwei Jahren wollen Sie das Lautsprecher-Set wieder loswerden. Der Klang ist doch nicht so toll. Dazu rufen Sie das Produkt in der Datenbank auf und setzen ein Häkchen in das Feld "Verkaufen". Sofort geht ein intelligenter Software-Agent ins Internet und stellt die Lautsprecher bei einem Auktionshaus wie eBay ein. Zwei Wochen später kommt eine E-Mail: "Sie haben erfolgreich verkauft. Bitte das Produkt verpacken". Am nächsten Tag kommt der Paketbote und holt die Ware ab.

Meine Frau, die immer noch im Keller steht und gerade ächzend versucht, die Winterstiefel aus dem untersten Regal zu fischen (während im obersten Fach eine Reisetasche ins Rutschen kommt), meine Frau fände das bestimmt gut. Auf diese Weise könnten wir fast alles, was wir nicht mehr brauchen, mühelos wieder loswerden.

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