Topraks Technik Talk: Windows mit sieben Desktops

Topraks Technik Talk: Windows mit sieben Desktops

Bild vergrößern

Mehmet Toprak, IT-Journalist

Windows Vista ist ein Fiasko und Microsofts Geschäftsmodell hat sich überlebt. Hier ist die Strategie für die nächste Version des Betriebssystems, mit dem 90 Prozent aller PC-Nutzer arbeiten.

Versteht Microsoft-Chef Steve Ballmer eigentlich Deutsch? Vermutlich nicht. Sonst könnte er diesen Artikel lesen. Da bekommt er gratis einen Bauplan für die nächste Betriebssystem-Version Windows 7. Darunter machen es die Wiwo-Experten einfach nicht. Ich versuche mir das Gesicht von Steve Ballmer vorzustellen, wenn er in seinem Eckbüro in Redmond sitzt und die folgenden Zeilen liest.

Bei Ideen wie modularer Aufbau oder Open-Source malen sich zuerst Verblüffung, dann Zorn und schließlich Freude in seinem Gesicht. Er druckt den Wiwo-Artikel aus, rennt ins Büro gegenüber zu seinem Vertrauten Ray Ozzie (Chief Software Architect) und sagt: "Lies das! "

Anzeige

Sicher wird es dann eine Menge hitziger Diskussionen geben. Das ist auch bitter nötig, denn Windows Vista ist bekanntermaßen ein großes Fiasko. Die Anwender sind genervt von den ständigen Abfragen der Benutzerkontensteuerung. Unternehmen haben keine Lust auf Windows Vista umzusteigen, weil sie keine Vorteile sehen.

Man fragt sich, wie ein Weltkonzern es schafft, trotz Tausender Betatester so einen Misserfolg hinzulegen. Da erscheint die Hoffnung, dass die nächste Betriebssystem-Generation Windows 7 alles besser machen wird, ganz schön naiv. Das Geschäftsmodell von Microsoft hat sich überlebt.

Windows ist gar kein Betriebssystem

Windows ist ein Produkt der 90er-Jahre als Unternehmen wie Microsoft oder Intel sich auf dem noch jungen Computermarkt rücksichtslos und unter Einsatz aller Ellbogen an die Spitze kämpften. Streng genommen ist Windows gar kein Betriebssystem, sondern ein Betriebssystemaufsatz mit grafischer Oberfläche, der alle Programme zwingt, sich seinem visuellen Stil und seiner Bedienlogik unterzuordnen.

Image-Gewinner: Das Linux-Betriebssystem Ubuntu ist kostenlos, der Quelllcode frei verfügbar

Image-Gewinner: Das Linux-Betriebssystem Ubuntu ist kostenlos, der Quelllcode frei verfügbar

Ein Schlüssel zur Dominanz von Windows war immer die Geheimhaltung bei Software-Codes und Programmierschnittstellen. Doch das wird jetzt zunehmend zum Nachteil. Firmen, Behörden und Privatanwender akzeptieren nicht mehr, wenn ihre Dokumente und Daten von einer Software verwaltet werden, deren Aufbau das Geheimnis einer Privatfirma bleibt. Deshalb steigt auch aus der Politik der Druck auf den Betriebssystem-Riesen.

Die EU-Kommissarin für Wettbewerb Neelie Kroes sprach sich erst kürzlich für offene Standards und gegen proprietäre Technik aus. Das monolithische und geheimniskrämerische Windows passt im Jahr 2008 einfach nicht mehr zum Zeitgeist. Der favorisiert Open-Source-Programme wie das flexible Linux-Betriebssystem Ubuntu. Software für Gutmenschen.

Aktionsplan für Windows 7

Wie kommt Microsoft aus diesem Schlamassel wieder heraus? Hier sind die grausamen Entscheidungen, die Steve Ballmer und seine Mannschaft treffen müssen. Als erste vertrauensbildende Maßnahme werden die Programmierschnittstellen offen gelegt und bestimmte Teile unter Open-Source gestellt. Keine Angst, es geht nicht um kostenloses Verteilen.

Denn es gibt gerade im Bereich Open-Source eine Reihe unterschiedlicher Lizenzformen, mit denen man auch Geld verdienen kann.

Anzeige
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%