"TV Deutschland Pro": Betrüger zocken Verbraucher mit Fernseh-Apps ab

"TV Deutschland Pro": Betrüger zocken Verbraucher mit Fernseh-Apps ab

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Auf dem Smartphone live Fußball schauen - das wünschen sich viele Deutsche. Und fallen dabei auch auf Abzocker herein.

von Jana Reiblein

Im Zug, im Büro oder im Park: TV-Apps versprechen Fernseh-Genuss für unterwegs. Doch manche Apps locken derzeit Betrüger an - mit einem perfiden Trick.

Wenn etwas zu schön klingt, um wahr zu sein, dann ist Vorsicht geboten. Diese Binsenweisheit gilt derzeit auch im App Store von Apple. Dort erklimmen Betrüger die Charts, die die Nutzer mit dubiosen TV-Apps abzocken. Diesmal ist es die Anwendung "TV Deutschland Pro".

Die App verspricht mehr als 50 Kanäle "mit der größten Auswahl an Deutsch Sendern im gesamten App Store". Beworben werden auch die angeblichen "Live-Fußball-TV Kanäle". Das klingt besonders verlockend in Zeiten der Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien. Dazu kommen Top-Bewertungen mit fünf Sternen.

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Doch die App für immerhin 1,79 Euro entpuppt sich als Enttäuschung: Die Kunden bekommen mit der Anwendung lediglich Sender, die sie bei anderen Apps umsonst bekommen würden, darunter kaum deutsche Programme. Wie kommt eine solche Schrott-App zu so vielen positiven Bewertungen? Sind hier bezahlte User unterwegs? Mitnichten.

Der Trick ist perfide: Den Nutzern wird die Bewertung abgenötigt. Wenn sie die Anwendung herunterladen, erhalten sie den Hinweis, dass sie alle Sender freischalten können, sofern sie "TV Deutschland Pro" eine Fünf-Sterne-Bewertung verpassen. Die Hoffnung, dann Privatsender wie RTL oder Sat1 ansehen zu können, wird trotzdem nicht erfüllt. Auf die gleiche Masche setzt etwa "TV Deutsch Pro" für 99 Cent im App Store.

Die wichtigsten Sicherheitsregeln für Apps

  • Die Reputation einer App prüfen

    Smartphone- und Tablet-Anwender sollten grundsätzlich die Vertrauenswürdigkeit einer App prüfen – beispielsweise über die Bewertungen: Nutzer sollten brandneuen Apps mit negativen Bewertungen aus dem Weg gehen. Den Erstdownload einer App sollten Nutzer vermeiden.

    Quelle: Kaspersky

  • App-Store-Einkäufe über Passwörter oder Biometrie absichern

    Sowohl Apple als auch Android-Nutzer sollten für alle App-Store-Einkäufe die Passwortschutzfunktionalität oder einen biometrischen Schutz festlegen – entweder nativ oder über eine App.

  • In-App-Einkäufe kontrollieren

    Vor allem kostenlose Apps operieren oft mit zusätzlichen Einkäufen innerhalb der App – beispielweise wenn man bei mobilen Spielen für den Zugang zu einem neuen Level oder eine neue Waffe bezahlt. Android- und iOS-Anwender können unbeabsichtigte In-App-Einkäufe – beispielsweise ihrer Kinder – über die Geräteeinstellungen vermeiden.

  • Apps ausmisten, überblicken und aktuell halten

    Anwender sollten die Anzahl der Apps so gering wie möglich halten. So behalten sie einen guten Überblick über ihren gesamten App-Fuhrpark.

    Zudem werden weniger persönliche Daten über die installierten Apps an große Firmen, Spam-versendende Werbeagenturen und potenzielle Angreifer und Betrüger gesendet. Je weniger Apps auf dem Mobilgerät installiert sind, desto geringer das Risiko. Darüber hinaus sollten alle genutzten Apps immer aktualisiert werden, um mögliche Programmlücken abzudichten.

  • Drittanbieter-Stores vermeiden

    Nutzer sollten Apps ausschließlich aus den offiziellen App-Stores beziehen. Vor allem Android-Nutzer sollten die Funktion "Installation von Apps von anderen Quellen als Play Store erlauben" nur in Ausnahmesituationen aktivieren.

  • Apps professionell prüfen

    Android-Nutzer sollten zusätzliche Schutzvorkehrungen über mobile Virenschutzprogramme wie Kaspersky Internet Security for Android treffen. Damit wird jede neu heruntergeladene App genauestens geprüft.

    Zudem sollten Anwender immer ganz genau die Berechtigungen prüfen, die jede App fordert. Somit wird vermieden, dass Apps mehr Informationen verlangen als sie benötigen.

Doch die positiven Bewertungen locken weitere gutgläubige Nutzer an. Was viele gut finden, kann ja nicht schlecht sein - so die Devise. Nur wenige User machen ihrem Unmut Luft und verändern nach der Produktenttäuschung auch ihre Bewertung.

So schaffte es die App bereits kurz nach ihrer Veröffentlichung Anfang Juni vorübergehend auf Platz 1 der Download-Charts. Für die Entwickler eine wahre Gelddruckmaschine. Denn um sich so weit oben zu halten, erfordert es täglich Tausende Downloads. Dabei ist die nachträgliche Änderung und damit der Schutz anderer Nutzer ohne viel Aufhebens machbar: Dazu muss man einfach in Apples iTunes eine bereits bewertete App erneut bewerten. Daraufhin erscheint der abgegebene Beitrag, den man überarbeiten kann. Das funktioniert auch direkt im App Store.

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