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TV-Serien: "Internet-Piraterie füllt Lücken"

von Thomas Stölzel

Internet-Piratenjäger Christian Sommer spricht im Interview über das Fernsehen der Zukunft, warum US-Sender besser auf die neue Bedrohung reagieren und wieso vor allem Frauen die illegalen Angebote nutzen.

Sommer
Sommer

WirtschaftsWoche: Herr Sommer, amerikanische TV-Serien sind der Hit im Internet. Schon einen halben Tag nachdem sie im US-Fernsehen gelaufen sind, werden sie im Netz illegal angeboten. Ist die Lage außer Kontrolle?

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Sommer: Unsere Mitglieder, besonders die US-Studios, analysieren die Entwicklungen der Plattformen genau und loten die Möglichkeiten aus, das Internet als Vertriebskanal für Serien auszubauen. Dabei hat sich etwa gezeigt, dass TV-Serien, die ein weibliches Publikum ansprechen, auf illegalen Streamingplattformen deutlich populärer sind als typische Männerserien wie „24“.

Wie erklären Sie sich das? 

Bei den Streamingplattformen muss kein kompliziertes Tauschbörsenprogramm wie BitTorrent oder eDonkey installiert werden. Zwei Klicks reichen, und der Computer spielt die Serie sofort auf dem Bildschirm ab.

Solche Beobachtungen bringen aber kein Geld in die Kassen der Studios.

Indirekt schon. Denn die Studios erkennen sehr früh, welche Serien in fremden Märkten populär sind. So ist in Deutschland derzeit die US-Serie „Glee“ sehr beliebt. Sie ist hier zwar auf legalem Weg noch gar nicht erhältlich, im illegalen Bereich aber eine der am meisten heruntergeladenen TV-Serien. Das können die Studio auch als Argument beim Verkauf an deutsche Sender nutzen.

Trotzdem: Ein Mittel gegen illegales Angebot ist auch ein attraktives legales Angebot.

Inzwischen gibt es Plattformen wie Salloumi aus Kuwait, die Serien illegal in HD-Qualität verbreiten. Das tun noch nicht mal alle deutschen TV-Sender. Da müsste die Branche doch aufschrecken.

Solche Portale haben oft eine geringe Überlebenschance. HD-Streaming ist immer noch teuer. Ein Beispiel: Stage6 etwa war eine beliebte Plattform, auf der Episoden auch in HD-Qualität verfügbar waren und die massenhaft für illegale Angebote genutzt wurde. Raubkopierer haben die Inhalte dort hochgeladen, das Videofenster aber auf anderen Internet-Seiten eingebunden. So gingen die Werbeerlöse vorbei an Stage6. Stage6 konnte die massiven Kosten des illegalen HD-Streamings nicht mehr decken und musste dichtmachen.

Ist das Sehen von Videostreams so illegal wie das Tauschen geschützter Inhalte im Netz? 

Während man die Serie sieht, wird die Datei im Hintergrund auf den Computer geladen, um sie störungsfrei wiedergeben zu können. Das ist rechtlich ein Download und bei raubkopierten Inhalten illegal.

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2 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 24.10.2009, 22:37 UhrAnonymer Benutzer: Hans

    Das trifft den Nagel auf den Kopf. Erklär mir einer, warum die Studioheinis ihre uralte Vertriebstrategie nicht aufgeben wollen. Um Kino und Verkauf zu schützen?? Was für Volldeppen, wie die Musikindustrie, die wollte es auch nicht wahrhaben dass sie auf dem Holzweg fahren. Preise fair runter, ANgebot sofort bereitstellen und das business läuft wie geölt. Und nebenbei bemerkt: wenn ich nen Film klasse finde geh ich dennoch in's Kino. bei Musik kauf ich mir die CD, nur muß der Preis und der Umgang der jeweiligen indunstrie mit seinen Kunden stimmen.

  • 21.10.2009, 21:01 UhrAnonymer Benutzer: Peter Perlich

    Selbstverständlich füllt Piraterie eine Lücke. Es gibt keinen betriebswirtschaftlichen Grund erstmal abzuwarten, ob eine Serie in den USA ankommt. Die Kosten für die bereitstellung dürften ziemlich gering sein.
    Zumal man doch Strategisch denken sollte: Je früher ein atraktives Angebot kommt, desto weniger Piraterieangebote werden sich und vor allem: Pirateriekultur! wird sich entwickeln.
    Seid nicht doof. Gebt uns die amerikanischen Serien! Wir bezahlen auch dafür.

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