Uber: Neelie Kroes stellt sich gegen Taxi-Kartell

Uber: Neelie Kroes stellt sich gegen Taxi-Kartell

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"Wir leben doch nicht im 19. Jahrhundert" - EU-Kommissarin Neelie Kroes regt sich bei Twitter über die Widerstände gegen Uber auf.

Der US-Taxidient Uber sorgt für Proteste. Per App kann man Limousinen samt Chauffeur mieten. Taxi-Firmen reagieren entsetzt. In Belgien wurde Uber unlängst für unzulässig erklärt. Doch jetzt gibt es prominente Unterstützung.

Per Smartphone-App vermittelt das US-Unternehmen Uber Limousinen samt Chauffeur. Vor allem Taxifahrer hassen die neue Konkurrenz, in Paris attackierten sie schon die Autos von Uber-Fahrern. Nun erklärte auch ein Brüsseler Gericht das Angebot in Belgien für unzulässig und droht für jede Fahrt mit einer Strafe von 10.000 Euro. Doch Uber-Chef Travis Kalanick bekommt überraschend prominente Unterstützung. „Verrückte Entscheidung“, wettert EU-Digitalkommissarin Neelie Kroes. Sie sei geschockt und außer sich, twitterte die Niederländerin und rief den Hashtag #UberIsWelcome ins Leben.

Kurz darauf hatte die frühere Wettbewerbskommissarin einen empörten Eintrag auf ihrem offiziellen Blog veröffentlicht. „Es geht darum, dass Taxi-Kartell zu schützen“, schimpft Kroes. Stattdessen sei die belgische Verkehrsministerin Brigitte Grouwels stolz darauf, eine Innovation zu stoppen. In ihrem Blogeintrag ruft sie dazu auf, den Unmut über die Entscheidung direkt an Grouwels via Twitter oder die Webseite der Ministerin zu schicken.

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Auch in Frankreich hat der Staat bereits eingegriffen und zwingt die Uber-Chauffeure nun dazu, 15 Minuten zu warten, bis sie ihre Passagiere einsammeln. Wütende Taxifahrer hatten in Paris und Lyon die Wagen der Uber-Fahrer angegriffen.

Neuer Dienst in Berlin

Seit Montag sorgt ein neuer Dienst von Uber auch in der deutschen Hauptstadt für Proteste. Das Angebot heißt Uber Pop und funktioniert wie eine Mitfahrzentrale innerhalb der Stadt. Die Berliner Taxibranche warnt vor der Nutzung der neuen App, da Privatpersonen als Fahrer vermittelt würden. Diese hätten keinen Personenbeförderungsschein und würden daher gegen das Gesetz verstoßen, sagt der stellvertretende Vorsitzende der Taxiinnung, Roland Bahr. Ein ähnliches Angebot bietet beispielsweise auch das Startup Wundercar.

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Bei Uber Pop müssen Fahrer 21 Jahre alt sein, ein eigenes Auto, Führerschein und ein polizeiliches Führungszeugnis vorweisen. Danach gebe es einen Check durch Uber. Die Preise für die Fahrten sind nach Angaben von Uber rund 20 Prozent niedriger als bei den Taxianbietern.

Die normale Limousinen-Vermittlung von Uber war in Berlin Anfang 2013 gestartet. Allerdings taten sich die Amerikaner damit hierzulande schwer, zumal es inzwischen deutsche Konkurrenten wie Blacklane und MyDriver gibt, die von Sixt und Daimler unterstützt werden.

Wer über Uber ein Auto bestellen will, gibt über die App auf seinem Smartphone seine Position an und fordert so einen Fahrer an. Ähnlich wie bei Mytaxi kann er sehen, welcher Fahrer sich auf den Weg zu ihm macht und wie er bisher von seinen Gästen bewertet worden ist. Abgerechnet wird die Fahrt über die in der App hinterlegte Kreditkarte. Uber gibt es inzwischen in 85 Städten in 34 Ländern.

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