Umdenken beim Spieleriesen: Wie Electronic Arts auf die Gratis-Kultur reagiert

Umdenken beim Spieleriesen: Wie Electronic Arts auf die Gratis-Kultur reagiert

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Kostenlose Spiele werden immer besser und beliebter - auf der Gamescom im Köln bilden sie daher einen Schwerpunkt.

von Oliver Voß

Der Trend zu Gratisspielen verändert das Geschäftsmodell einer ganzen Branche. Auch der Videospielgigant Electronic Arts steuert um. Doch reagiert das Unternehmen schnell genug?

Es ist ein ruhiger Mann, der beim Computerspieleriesen Electronic Arts (EA) für die Zukunft zuständig ist. Sean Decker spricht mit leiser Stimme, die im Messelärm der Gamescom schwer zu verstehen ist. Dabei hat sein Wort Gewicht, denn Decker ist bei EA verantwortlich für die kostenlosen Spiele und dieser Bereich verändert derzeit die Branche radikal.

Free-to-play heißt das Zauberwort über das hier in Köln überall gesprochen wird. Denn während das traditionelle Geschäft mit Konsolentiteln zurückgeht, verzeichnen die Gratisspiele enormen Zulauf. 25 Millionen Spieler vermeldete EA zu Jahresbeginn auf seiner Gratisplattform Free4Play. Inzwischen ist die Zahl auf 35 Millionen gestiegen. „Das Wachstum ist nett aber glücklich bin ich erst mit viel mehr“, sagt Decker.

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Kein Wunder, bringt es doch beispielsweise der deutsche Konkurrent Bigpoint auf 280 Millionen Spieler. Das Hamburger Unternehmen war vor zehn Jahren einer der ersten Anbieter von Gratisgames, die man direkt im Browser spielen kann. Geld verdienen die Unternehmen dann mit virtuellen Gütern.

Mehr Umsatz mit Gratisspielern

Und auch wenn in der Regel weniger als zehn Prozent aller Spieler überhaupt Geld für zusätzliche Waffen, schnellere Autos oder andere Dinge ausgeben, ist diese Gruppe extrem lukrativ. „Die Durchschnittsumsätze liegen zum Teil deutlich über dem, was Spieler im Konsolenbereich bezahlen“, sagt Olaf Coenen, Deutschland-Chef von EA.

Genauere Zahlen will das Unternehmen nicht nennen, doch auch andere Firmen berichten von Nutzern, die im Schnitt 20 bis 30 Euro für Gratisspiele ausgeben – pro Monat.

Electronic Arts startete erst 2008 mit einem ersten Gratisspiel in den USA, doch inzwischen wird der Bereich massiv ausgebaut. Firmenchef John Riccitiello will in fünf Jahren die Hälfte der Erlöse im Digitalbereich erzielen, derzeit ist es ein Viertel der vier Milliarden Dollar Jahresumsatz.

Doch dafür muss EA einiges bieten, denn es sind nicht nur simple Facebookspielchen, sondern immer aufwendigere Programme die es kostenlos im Netz gibt. „Grafisch sind wir auf Augenhöhe mit den Spielen zum Vollpreis“, sagt Olaf Coenen, Deutschland-Chef von EA. So gibt es kostenlose Versionen von EA-Klassikern wie dem Rennspiel „Need for Speed“ oder dem Shooter „Battlefield“.

Zudem bietet das Unternehmen, zusätzliche Funktionen zu den klassischen Spielen an. So gibt es zum Fußball-Dauerbrenner „FIFA“ die Erweiterung „Ultimate Team“, mit der die Spieler sich online Mannschaften zusammenstellen können. Allein damit nahm EA im abgelaufenen Geschäftsjahr 108 Millionen Dollar ein. Nicht schlecht, wenn man bedenkt, dass Bigpoint mit all seinen Spielen 2010 einen vergleichbaren Umsatz erzielt hat.

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