Umfrage: Kein Job, kein Internet

Wer in Deutschland ohne Job darsteht, hat häufig auch keinen Zugang zum Internet. In einer digitalen Welt ist das nicht nur unpraktisch, es kann für die Betroffenen zum gesellschaftlichen Problem werden.

Wer am Strom der Zeit sein will ist heute online - Grundschüler mittlerweile genauso wie Senioren. Denn im Netz können wir Kontakt zu Freunden und Familie halten, unsere Bankkonten oder Handyverträge verwalten, einkaufen oder auch einfach die Route zu unserem nächsten Ziel erfahren. "Wie haben wir das früher eigentlich ohne Internet gemacht" ist keine seltene Frage.

Doch längst nicht jedem Deutschen steht die digitale Welt so leicht zur Verfügung. Online sein gilt laut einer TNS-Infratest-Umfrage im Auftrag der Deutschen Bank weniger für Arbeitslose. Demnach soll jeder dritte Deutsche ohne Job (31 Prozent) kein internetfähiges Gerät haben. Zum Vergleich: Bei den erwerbstätigen Befragten gaben nur sieben Prozent an, keinen eigenen Internetzugang zu haben - egal ob mobil oder über einen PC.

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In unserer immer digitaler werdenden Gesellschaft haben Menschen ohne Zugang zum Netz erhebliche Nachteile. "Ein Internetzugang ist heutzutage Voraussetzung für die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben", sagt Michael Kunz. Er ist Gründer des Vereins "PC-Tafel", der aussortierte Computer oder Handys für Bedürftige auf Stand bringt und an diese vermittelt.

"Wer technisch stets auf dem neuesten Stand sein will, muss viel in Hardware investieren. Doch für Basics wie das Versenden von E-Mails oder das Ausfüllen von Online-Formularen reicht auch ein weniger modernes Modell." Das scheint für viele Arbeitslose aber trotzdem nicht finanzierbar zu sein, lässt die Deutsche-Bank-Umfrage vermuten.

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Das Wissen der Deutschen über das Internet ist - vielleicht auch deshalb - nicht so gut, wie es sein sollte. Denn laut einer Studie des Digitalverbands Bitkom soll nur rund ein Drittel der Bundesbürger über gute oder zumindest mittelmäßige Internetkenntnisse verfügen. Das heißt nur 38 Prozent der Deutschen kennen sich etwa mit der Bedienung einer Suchmaschine, Chatraumnutzung oder dem Versand von E-Mails gut aus. Dabei nutzen laut Biktom drei Viertel der Deutschen ab 14 Jahren das Internet.

Im europäischen Vergleich liegt die Bundesrepublik sogar nur auf Platz 27 von 31 Nationen, sagt der Hightech-Verband Bitkom und bezieht sich damit auf eine Erhebung der EU-Statistikbehörde Eurostat. „Die Ergebnisse sollten nachdenklich stimmen. Das Internet gewinnt nicht nur in der Arbeitswelt immer stärker an Bedeutung, auch alltägliche Dienstleistungen werden immer öfter ausschließlich oder günstiger online angeboten“, kommentierte Bitkom-Präsident Prof. Dieter Kempf die Ergebnisse im Oktober 2014.

„Das Internet gehört zum Alltag, entsprechend muss auch das Wissen über das Internet zur Allgemeinbildung gehören.“

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