Umstellung auf DVB-T2: Schlechte Zeiten für den Fernseher-Kauf

Umstellung auf DVB-T2: Schlechte Zeiten für den Fernseher-Kauf

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Die DVB-T-Frequenzen werden abgeschaltet - alte Receiver werden damit nutzlos. Der neue Standart DVB-T2 kommt als Ersatz

Wer sein TV-Signal per Antenne empfängt, muss beim Fernseherkauf jetzt besonders genau hinsehen: Nur sehr wenige Geräte können mit dem neuen Sendestandard DVB-T2 etwas anfangen, der ab nächstem Jahr in Deutschland eingeführt wird. Worauf Verbraucher achten sollten.

Deutschland gilt nicht gerade als Vorreiter in Sachen Digitalisierung. Doch die Politik will das ändern und den Breitbandausbau fürs Internet vorantreiben. Dieser Plan hat ein prominentes Opfer: das Fernsehsignal, das per Funk verbreitet wird. Am 11. Februar 2015 beschloss die Bundesregierung, dass die derzeitigen Fernsehfrequenzen für den schnellen Internetzugang per Mobilfunk freigegeben werden sollen.

Für den TV-Empfang per Antenne nach dem bisherigen Standard DVB-T ist damit das Ende eingeläutet. Ab dem kommenden Jahr wird der Nachfolgestandard DVB-T2 eingeführt. Das herkömmliche DVB-T funktioniert hierzulande höchstens noch bis zum Jahr 2019.

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Zwei Haken hat die Umstellung:

1. Der neue Standard ist nicht kompatibel mit dem alten. Wer jetzt per DVB-T fernsieht, muss sich einen neuen Empfänger nach DVB-T2-Standard kaufen, sonst bleibt sein Fernsehbild schwarz – oder blau, wie mittlerweile bei den meisten neueren Fernsehern, wenn kein Bild empfangen wird.

2. Empfänger, wie sie in Deutschland für DVB-T2 nötig sind, gibt es noch nicht so viele im Handel. Vorsicht ist geboten: Es gibt durchaus DVB-T2-Empfänger zu kaufen. Die funktionieren aber unter Umständen nur in anderen Staaten - mit dem deutschen Signal kommen sie nicht zurecht.

Technik-Glossar - Das benötigen Sie für Ultra HD

  • HEVC

    Um Ultra-HD-Inhalte sehen zu können, benötigt man logischerweise einen UHD-Fernseher mit integriertem H.265/HEVC-Decoder. HEVC steht für "High Efficiency Video Codec" und ist ein Kompressionsverfahren, das dafür sorgt, dass die ressourcenfressenden 4K-Dateien möglichst kompakt verpackt durch die Leitung fließen. Der Algorithmus von HEVC arbeitet effizienter als der aktuelle Codec H.264/AVC. Auch Streaming-Dienste wie Netflix nutzen HEVC.

  • HDMI 2.0

    Wer sich einen Ultra HD-Fernseher anschafft, soll darauf achten, dass neben HEVC auch die Abkürzungen HDMI 2.0 im Datenblatt steht. HDMI 2.0 (High Definition Multimedia Interface) ist der Anschluss, mit dem zukünftige 4K-taugliche Blu-ray-Player angestöpselt werden. Der aktuelle Standard-HDMI 1.4 reicht zwar für die Full-HD-Ära, schafft aber die für Ultra HD mit 60 Bildern pro Sekunde nötige Bandbreite nicht. Dafür wären mehr als 10,4 Gigabit pro Sekunde erforderlich. Deshalb wurde die Spezifikation von HDMI 2.0 auf 18 GBit/s festgelegt.

  • HDCP 2.2

    Steht für "High Bandwidth Digital Content Protection" und ist ein Kopierschutzstandard. Dabei werden die Daten verschlüsselt auf das Wiedergabegerät übertragen. Der Fernseher muss HDCP 2.2 unterstützen, andernfalls kann er das Video nicht wiedergeben.

Die verwirrende Situation entsteht durch eine Entscheidung der deutschen Fernsehveranstalter: Im Sommer des vergangenen Jahres haben sie festgelegt, nicht dieselben Spezifikationen wie andere Länder für den neuen Digitalfunk zu nutzen, sondern neuere.

Dabei geht es um das Verfahren, mit dem die Daten komprimiert werden, die zum Fernseher gesendet werden. In den Ländern, die bereits DVB-T2 nutzen, wird der Standard H.264 genutzt. Den gibt es seit 2003, er ist mittlerweile relativ weit verbreitet und kommt beispielsweise vielfach auch im Internet zum Einsatz, wenn Videos übertragen werden.

In Deutschland wollen die Fernsehsender den Standard H.265 (oder auch High Efficiency Video Coding, HEVC) verwenden, der erst 2013 von der Internationalen Fernmeldeunion (International Telecommunication Union, ITU) als zuständiger Fachorganisation der UNO verabschiedet wurde. Mit ihm können die übertragenen Videodaten doppelt so stark komprimiert werden wie mit dem Vorgängerstandard.

Absatz von Ultra-HD-Fernsehgeräten weltweit

  • 2012

    100.000 Stück.

  • 2013

    1,1 Millionen Stück.

  • 2014

    4,8 Millionen Stück.

  • 2015

    8,1 Millionen Stück.

  • 2016

    13,7 Millionen Stück.

    Quelle: Deloitte

Damit auf dem heimischen TV-Gerät das so komprimierte Fernsehbild angezeigt werden kann, muss es dekomprimiert werden. Und genau dies können längst nicht alle auf dem Markt erhältlichen DVB-T2-Empfänger. Erst im Laufe dieses Jahres ist langsam Abhilfe in Sicht. Mit einem gewissen Haken. Marktführer Samsung bietet beispielsweise nach Aussagen einer Sprecherin ab Mitte März seinen Modelljahrgang 2015 an, bei dem alle sogenannten UHD-Geräte DVB-T2 in Deutschland werden empfangen können.

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