
Im Verlauf der Verbesserung werden zudem Kontraste, Flächen und Farbtöne angeglichen, um einen schärferen Bildeindruck zu erzeugen, Rauschen zu unterdrücken und – vor allem – natürlichere Farben darzustellen. Denn weil das PAL-Signal einst für Röhrenfernseher entwickelt wurde, LCD- und Plasmabildschirme Farben jedoch anders erzeugen, droht ohne Ausgleich ein hässlicher Farbstich.
Mit der Korrektur der Bildinhalte ist es nicht getan. Weil es bei der Einführung des PAL-Fernsehens Mitte der Sechzigerjahre an Übertragungsbandbreite und schneller Technik mangelte, werden PAL-Bilder nie in voller Auflösung, sondern als sogenannte Halbbilder gesendet. Die aus der Computerwelt stammenden Flachdisplays können jedoch nur Vollbilder darstellen, müssen also beim Bildaufbau immer warten, bis zwei PAL-Halbbilder übertragen sind.
Das führt ohne Optimierung zu Bildrucklern. Da die im PAL-Standard pro Sekunde übertragenen 50 Halbbilder nur Bildinformationen für 25 Vollbilder liefern, Flachbildfernseher aber mindestens 50 Mal pro Sekunde den Bildinhalt des kompletten Displays aktualisieren, verdoppeln preiswertere Geräte kurzerhand jede einzelne PAL-Aufnahme und zeigen sie zweimal an. Auch das kann – speziell bei Bewegungen und Bildschwenks – zu Rucklern führen. Schnell fliegende Fußbälle oder die Laufschrift am Bildrand bewegen sich dann nicht mehr flüssig, sondern springen über den Monitor.
Zumindest bei hochwertigen Fernsehern mit 100-Hertz-Technologie bringt der Einsatz modernster Bildprozessoren deutliche Verbesserungen. Das funktioniert ähnlich wie beim Berechnen fehlender Pixel bei Farbübergängen. Um Sprünge, Ruckler und Bewegungsunschärfen auszumerzen, verdoppeln die Mikrochips in den High End-Fernsehern nicht einfach nur die Zahl der pro Sekunde dargestellten Bilder. Sie analysieren zudem alle Veränderungen von Vollbild zu Vollbild. Die aus der Differenz errechneten synthetischen Zwischenbilder lassen die Bewegungsabläufe dann deutlich flüssiger erscheinen.
Beim Händler genau hinsehen
Zwar kann auch die beste Hard- und Software fehlende Bilddetails nicht auf den Flachbildschirm zaubern. Und ein PAL-Bild wird selbst mit größtem Aufwand nie die Qualität von HD-Sendungen erreichen. Trotzdem loben Experten wie Andreas Bereczky die Bemühungen der Hersteller. „Zumindest bei Displaygrößen von bis zu einem Meter Diagonale bringt die neue Generation von Bildprozessoren und Optimierungssoftware jetzt auch PAL-Bilder sehr ansehnlich auf den Schirm“, findet der Produktionschef des ZDF in Mainz.
Bereczky rät Käufern allerdings, beim Händler genau hinzusehen: „Manches vermeintliche Schnäppchen entpuppt sich als Auslaufmodell, dass beispielsweise bei der Bildverbesserung noch nicht an die aktuellen Standards heranreicht.“ Der Tipp des Fernsehfachmanns: Die Käufer der Bilderriesen sollten sich im Laden auf keinen Fall von den speziell produzierten Demo-Filmen der Hersteller blenden lassen, sondern unbedingt die Qualität der PAL-Darstellung vergleichen. „Es ist besser, 100 Euro zusätzlich für eine höherwertige Bildverbesserung auszugeben als in ein paar Zoll mehr Bildschirmgröße zu investieren.“
Mindestens ebenso wichtig ist die Wahl der richtigen Empfangsquelle. „Die bestmöglichen PAL-Bilder gibt es nur für Zuschauer, die ihre Fernsehprogramme digital empfangen“, betont Bereczky. „Wegen der höherwertigen Signale und der größeren Übertragungsbandbreite kann schon allein der Wechsel vom analogen auf den digitalen Kabel- oder Satellitenempfang einen größeren Qualitätssprung bringen als die aufwendigste Bildverbesserungssoftware.“
Das Schöne an Bereczkys Tipp ist, er gilt nicht nur für die Besitzer neuer Pixelriesen. Der Qualitätsgewinn durch den Umstieg aufs digitale PAL-Fernsehen – weniger Rauschen, schärfere Kanten, sattere Farben – sticht sogar auf alten Röhrenfernsehern ins Auge. Wer es also mit dem Kauf der neuen Technik nicht eilig hat, bekommt für wenig Geld schon heute mit digitalem Empfang ansehnlichere Fernsehbilder – und verschiebt die Anschaffung des neuen Fernsehers auf den HDTV-Start in zwei Jahren.
Einzige Unbekannte: Er muss hoffen, dass das hochauflösende Fernsehen auch tatsächlich – wie angekündigt – 2010 auf Sendung geht!














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Alle Kommentare lesen29.08.2008, 15:51 UhrAnonymer Benutzer: Thomas Kuhn
@ Charlyb
Sie haben natürlich völlig Recht. bei 50 Hz werden 50 Halbbilder übertragen. Das ergibt dann jeweils 25 Mal eine komplette bildinformation - schnell genug, um den Auge einen flüssigen bilderstrom vorzugaukeln ... aber der falsche Takt für 50-200 Hz Displays und erst Recht für 24p-Videos.
Wir werden das - online - korrigieren.
Gruß
Thomas Kuhn
WiWo-Redaktion
28.08.2008, 22:06 UhrAnonymer Benutzer: Werner
Wenn man sich die aktuellen 2008-Geräte ansieht, so liefert die bildaufbereitung des PAL-Signals auch für FULL-HD Geräte gute Ergebnisse.
Es lohnt sich allerdings, sich die technischen Daten der TV-Geräte vor dem Kauf genau anzusehen. Und besonders bei der bildschirmgröße sollte man nicht übertreiben, denn ein zu großer bildschirm in einem kleinen Raum verdirbt tatsächlich jedes Fernsehvergnügen.
Auch die Entscheidung zwischen LCD und Plasma sollte man genau abwägen und lieber einmal mehr in einen Showroom gehen und sich die bilder auch einmal von der Seite ansehen.
ich habe mich letztlich bei einem ziemlich großen betrachtungsabstand von 5 Metern für ein 42 Zoll-Plasmagerät (FULL-HD) des Plasma-Marktführers entschieden und bin damit voll zufrieden.
Sogar VHS-Kassetten liefern ein wirklich akzeptables bild.
Und wenn dann irgendwann einmal HDTV tatsächlich kommt, kann ich mich wahrscheinlich noch einmal freuen.
28.08.2008, 18:02 UhrAnonymer Benutzer: max hammer
Sollte dazu noch ein gutes und inhaltvolles Programm geliefert werden, könnte man über einen neuen Fernseher nachdenken. So ist das nur alter Wein in neuen Schläuchen.