ThemaUnterhaltungselektronik

alles zum Thema
_

Unterhaltung: Die neuen Super-Fernseher im Test

von Thomas Kuhn

Seit Jahren versprechen Experten, dass Internet und TV verschmelzen. Nun passiert es. Doch wie ist es, wenn die Glotze twittert, die Facebook- Freunde immer dabei sind – und jeder sein individuelles Programm gestalten kann? Ein Selbstversuch.

Thomas Kuhn vorm Fernseher Quelle: Dominik Pietsch für WirtschaftsWoche
Streit ums Bild: Wie familientauglich ist das Web-Fernsehen? WirtschaftsWoche-Redakteur Thomas Kuhn hat es ausprobiert Quelle: Dominik Pietsch für WirtschaftsWoche

Anzeige

Nach einem mittleren Hexenschuss, endlosem Kabel-Chaos und einem gerade noch abgewendeten Ehekrach kann die Zukunft des Fernsehens auch bei uns im Wohnzimmer beginnen. Seit Jahren versprechen die Hersteller neue TV-Geräte, die alles können sollen: Spielfilme zeigen, E-Mails senden und gleich noch die Klamotten der Hauptdarsteller des Films bestellen. Und immer mit im Bild: die Kommentare der Facebook- und Twitter-Freunde. Jetzt sind die angeblichen Superfernseher da.

Aber was bedeutet das für die Wohnzimmerunterhaltung? Wie passen die interaktive Welt des Internets und die Frontalunterhaltung des Fernsehens zusammen? Und: Was können die neuen Geräte wirklich? All das will ich per Selbsttest herausfinden. Denn am Freitag dieser Woche beginnt in Berlin die IFA, Europas wichtigste Messe für Heimelektronik. Und glaubt man den Experten, gibt es bei Elektronikkonzernen und TV-Sendern kaum ein wichtigeres Thema, als – Sie ahnen es – vernetzte Fernseher.

Deshalb steht ein solches Gerät seit zwei Wochen in unserem Wohnzimmer. Der Flachbildriese von LG hört auf das kryptische Kürzel 42LM670S und ist eines der Top-Modelle des koreanischen Elektronik-Konzerns. Seine Sat- und Kabel-Tuner liefern herkömmliche TV-Bilder. Zugleich öffnet der integrierte Internet-Anschluss den Weg ins Netz, den Zugriff auf Facebook-Konten, Internet-Mediatheken und eine wachsende Vielfalt von Online-Videoverleihern.

Philips 42PFL6907K

Sein Displayrahmen ist so dünn, dass das TV-Bild des neuen Philips vor der Wand zu schweben scheint. Das Ambilight-Hintergrundlicht, dessen Farbe sich an den Bildinhalt anpasst, verstärkt diesen Effekt noch.

1400 Euro

Bild: Presse

Giga-Glotze

Damit kann ich sonntags nicht nur den Tatort am Bildschirm verfolgen, sondern zugleich sehen, wie meine Facebook-Freunde den Krimi bewerten. Und ich kann Sendungen und Spielfilme nach Gusto aus dem Netz abrufen.

Dafür habe ich nun jede Menge Platz: Mit ihrem knapp 110 Zentimeter großen Bildschirm nähert sich die neue Giga-Glotze den Ausmaßen unseres Küchentischs. Ihr entspiegeltes Display ist von einer elegant-glänzenden, nur wenige Millimeter breiten Metallkante eingefasst. Keine Spur mehr von der Klobigkeit älterer Geräte, deren zentimeterbreite Kunststoffrahmen die Flachbild-TVs an den Wänden wie schwarze Löcher erscheinen ließen.

Ich jedenfalls finde, der LG schmückt unser Wohnzimmer. Meine Frau teilt meine Begeisterung nicht so ganz. Das Einzige was sie bemerkt: „Er blockiert das Sideboard.“

Und auch sonst läuft es in unserem Wohnzimmer zunächst nicht gut für die Zukunft des Fernsehens. Meine Frau hält das alles für ziemlichen Blödsinn. Warum sollte man Tatort oder Talkshows mit seinen Twitter-Freunden diskutieren, wenn man es auch zu zweit im Wohnzimmer kann? Fernsehen, wie es war – war das nicht ganz in Ordnung? Und so bleiben Twitter und Facebook auf unserem neuen Fernseher erst mal ausgeschaltet.

Fernsehen im Internet

  • 76 Prozent

    ...der Besitzer von Smart-TVs sind regelmäßig online.

  • 30 Prozent

    ...der Onliner laden Inhalte aus Mediatheken herunter

  • 500 Euro

    ...kosten Web-Fernseher der Einstiegsklasse

Verkaufsschlager Smart-TV

Ähnliche Debatten dürfte es gerade in vielen Familien geben: Denn internetfähige Fernseher – auch Smart-TV genannt – entwickeln sich zu Verkaufsschlagern. Mitte des Jahres hatte schon jeder fünfte deutsche Haushalt so ein Gerät. Und bis Jahresende sollen sogar in jedem dritten Wohnzimmer Online-Fernseher stehen, rechnet der Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie hoch. Und sie stehen nicht nur da. Die Technik wird auch genutzt. Zwei von drei Smart-TV-Geräten, ergaben Umfragen, sind tatsächlich mit dem Netz verbunden und regelmäßig online.

Zudem wird die Technik immer billiger.

„Ab etwa 500 Euro gehört der Internet-Zugang zur TV-Standardausstattung“, sagt Jörg Ehmer, Vorstandssprecher der Verbundgruppe ElectronicPartner (EP) in Düsseldorf. Preislich ist die vernetzte TV-Welt, die zur vergangenen IFA noch der Premium-Klasse vorbehalten war, damit im Massenmarkt angekommen.

weitere Fotostrecken

Blogs

Ostern goes Social Media: 1,1 Millionen deutsche Schoko-Liebhaber plaudern auf Facebook
Ostern goes Social Media: 1,1 Millionen deutsche Schoko-Liebhaber plaudern auf Facebook

Frauen dominieren die Diskussion rund um Schokolade auf Facebook deutlich. Beim Pro-Kopf-Verzehr sind die Schweizer...

Einstellungen
Dauerhaft aktivieren und Datenübermittlung zustimmen oder deaktivieren:
FOLGEN SIE WIWO.DE
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.