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Unterhaltung: Wo geht´s ins Internet?

Unterhaltung: Die neuen Super-Fernseher im Test

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Wo geht´s ins Internet?

Platz zehn: Alice im Wunderland

Viele Kinobesucher war die kleine blonde Alice, die dem sprechenden Kaninchen mit der Uhr in den Hasenbau und damit ins Wunderland folgt, aus dem Roman von Lewis Carroll bekannt oder einem der Filme, die es im vergangen Jahrhundert schon gegeben hatte. Die Neuverfilmung in 3D von Regisseur Tim Burton zeigte die Fantasie-Geschichte 2010 in neuen Dimensionen. 1,024 Milliarden US-Dollar spielte der Streifen mit Mia Wasikowska in der Hauptrolle und Johnny Depp als verrücktem Hutmacher ein. Das Budget hatte 200 Millionen Dollar betragen.

Bis vor Kurzem war er damit noch der neunterfolgreichste Film weltweit. Jetzt rutschte er einen Platz ab und landet damit gerade noch unter den Top Ten. Zu der Weltpremiere in London waren sogar Prinz Charles und dessen Gattin Camilla, Herzogin von Cornwall, gekommen.

Bild: APN

Ob das auch für die Bedienbarkeit gilt, will ich ausprobieren. Wie leicht kann ich unser Smart-TV mit dem Internet verbinden? Wie komfortabel lassen sich Web-Seiten aufrufen, Online-Alben durchblättern, Tweets absetzen oder der Facebook-Status aktualisieren? Und – vor allem – gelingt es mir, die skeptische Gattin fürs vernetzte Fernsehen zu begeistern?

Die verdreht erst einmal die Augen, während ich den sperrigen 15-Kilo-Monitor aus der Verpackung wuchte und versuche, Gehäuse und Standfuß zusammenzuschrauben, ohne das Display zu zerdeppern. Fast 20 Minuten jongliere ich mit Antennen- und Verlängerungskabeln, Verteilersteckern und Signalverstärkern, bis Display, Videorekorder und Set-Top-Box fürs digitale Kabel harmonieren.

So weit ist die Fernsehwelt wie gehabt. Aber wo bitte geht’s nun ins Internet? Ein Blick auf die Steckerfarm an der Rückseite des LG lässt Übles ahnen. Dort entdecke ich einen LAN-Anschluss, wie ich ihn von meinem Büro-Notebook kenne. Dumm nur, dass unser Wohnzimmer im Erdgeschoss liegt, der Router für den Internet-Zugang aber an der Wand meines Arbeitszimmers im Dachgeschoss verschraubt ist. Und an Leitungen für ein Computernetzwerk hat Anfang der Neunzigerjahre, als unser Haus gebaut wurde, niemand gedacht.

Neue Fernsehwelt

  • Programmdirektor Google

    Gemeinsam im Kreis der Familie um 20 Uhr die „Tagesschau“ angucken – die Fernsehsender verlieren ihr Privileg, mit einem festen Programmschema den Alltag der Zuschauer zu bestimmen. Der Zuschauer wählt künftig selbst je nach Stimmungslage und Zeitbudget eine geeignete Sendung aus und vertraut darauf, dass Suchmaschinen wie Google ihm aus einer kaum noch überblickenden Zahl von Programmen das Gewünschte herauspicken.

  • Entmachtete Netzbetreiber

    Bisher entschieden die Deutsche Telekom oder Kabel Deutschland, welche TV-Programme sie in ihre Netze einspeisen. Mit der Verbreitung von superschnellen Verbindungen im Festnetz und Mobilfunk lässt sich Fernsehen auch direkt über das Internet übertragen. IT-Dienstleister sorgen mit riesigen Rechnerparks dafür, dass auch große Datenpakete wie Live-Bilder von der Fußball-Bundesliga ohne Ruckeln auf Computer- oder Fernsehschirmen ankommen.

  • Gerätehersteller in Zugzwang

    Bisher zappen die Zuschauer mit der Fernbedienung durch die Programme. Künftig übernehmen Betriebssysteme wie Googles Android und Apples iOS auch das Kommando über den Fernseher. Die auf den Smartphones so populären Apps tauchen auch auf dem Bildschirm auf und führen die bisher strikt getrennten Computer- und TV-Welten zusammen. Statt mit der Fernbedienung steuert der Zuschauer Programme mit seiner Stimme oder durch Körperbewegungen an.

Lösung Spezialsteckdose

Meine Lösung für das Anschlussproblem: Spezialsteckdosen, über die ich die Online-Signale mithilfe der sogenannten Powerline-Technik via Stromnetz übertragen kann. An beiden Dosen befinden sich LAN-Stecker. Den einen verbinde ich mit dem TV-Gerät, den anderen mit meinem Router. Knapp 90 Euro kostet so eine Lösung vom Aachener Powerline-Experten Devolo.

Ich grübele noch, wie ich das Extra-Investment meiner Gattin erklären kann, da löst sich das Problem überraschend von selbst. Während viele Online-Fernseher mit dem billigeren LAN-Anschluss auskommen müssen, hat LG unserem Smart-TV auch ein Modul für den schnurlosen WLAN-Internet-Zugang spendiert. Es zeigt beim Einrichten des Monitors binnen Sekunden alle erreichbaren Funknetze an.

Fernbedienung mit Buchstaben Quelle: Dominik Pietsch für WirtschaftsWoche
Texteingabe im Handumdrehen: Philips-Fernsteuerung mit Buchstabentasten Quelle: Dominik Pietsch für WirtschaftsWoche

Mühsame Eingabe des WLAN-Passworts

Weit mehr Arbeit macht es, das WLAN-Passwort einzugeben. Denn der LG bietet nur eine Bildschirmtastatur durch die ich mich mühsam mit den Cursortasten der Fernbedienung hindurchklicken muss. Alternativ kann ich mit einem virtuellen Zeigestock hantieren, der an die Controller von Nintendos Wii-Spielekonsole erinnert.

Deutlich praktikabler ist der Weg, den beispielsweise Philips bei seinen Smart-TV-Geräten verfolgt. Dort haben die Entwickler eine doppelseitige Fernsteuerung entworfen. Oben finden sich alle Knöpfe zur TV-Bedienung, auf der Unterseite eine zumindest rudimentäre Schreibmaschinen-Tastatur. Die aktiviert sich, sobald ihr Besitzer die Steuerung umdreht.

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