Urteil des Europäischen Gerichtshofs: Google muss Links im Internet entfernen

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Urteil des Europäischen Gerichtshofs: Google muss Links im Internet entfernen

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Eine überwiegende Mehrheit der deutschen Internetnutzer sucht mit Google - aber die meisten verstehen nicht, wie die Suchmaschine funktioniert.

Nach Meinung des Europäischen Gerichtshofs dürfen Nutzer Google dazu verpflichten, Links aus der Ergebnisliste zu entfernen. Ein Urteil mit Folgen.

Der Suchmaschinenbetreiber Google kann dazu verpflichtet werden, Verweise auf Webseiten mit sensiblen persönlichen Daten aus seiner Ergebnisliste zu streichen. Das hat der Europäische Gerichtshof am Dienstag in Luxemburg entschieden (Rechtssache C-131/12). Ein solches Recht leite sich aus der EU-Datenschutzrichtlinie ab.

Nach Ansicht des Gerichts ist der Suchmaschinenbetreiber für die Verarbeitung der Daten verantwortlich. Ein Betroffener könne sich mit der Bitte um Änderung der Suchergebnisse an Google wenden - oder sonst an die zuständigen Stellen.

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Geklagt hatte ein Spanier. Er wehrte sich dagegen, dass Google bei der Eingabe seines Namens noch heute einen Artikel über die Zwangsversteigerung seines Hauses vor 15 Jahren anzeigt.

In Deutschland hatte der Fall von Bettina Wulff für Schlagzeilen gesorgt, weil beim Eintippen ihres Namens durch die Autovervollständigung Begriffe wie "Escort" oder "Rotlicht" erschienen. Daraufhin musste Google nach einem BGH-Urteil die Suchvorschläge auf Aufforderungen unterdrücken, sobald die Persönlichkeitsrechte von Betroffenen verletzt werden.

Die Suchmaschine von Google ist zur vielleicht wichtigsten Anlaufstelle bei der Informationssuche geworden. Daher weiß das Unternehmen auch, was seine Nutzer interessiert. Mit der Funktion "Google Instant" nutzt die Suchmaschine diese Informationen und schlägt automatisch Begriffe vor, die häufig zusammen mit dem jeweiligen Suchbegriff eingegeben werden. Das macht die Eingabe teils schneller und verrät darüber hinaus, was die Nutzer noch wissen wollen.

Die Google-Gründer Larry Page und Sergey Brin haben von Anfang die Informationen ihrer Kunden für die effizientere Suche nutzbarbar gemacht. Ein System, das sie noch viel weiter ausreizen wollen.

Quartalszahlen am Mittwoch Google will die Weltherrschaft - nicht weniger

Der Suchmaschinen-Hersteller geht weiter auf Shopping-Tour. Kaum ein Konzern akquiriert so gezielt Unternehmen, um am Ende vor allem eines zu ergattern: unsere Daten.

So langsam formt sich ein Bild aus den vielen Unternehmenskäufen, die Google in den vergangenen Monaten getätigt hat. Quelle: Marcel Stahn für WirtschaftsWoche

Wie Google funktioniert

Die schlichte Webseite mit dem Suchfeld war von Anfang an einfach zu bedienen, das machte sie so erfolgreich. Etwa 70 Prozent des gesamten Suchmaschinenmarktes liegen bei Google. In Europa sind es sogar 90 Prozent.

Auch wenn es auf den ersten Blick nicht so aussieht: Die Google-Suchfunktion ist ein komplexer Vorgang. Wer eine Suche startet, durchsucht nicht automatisch das Internet. Vielmehr wird der sogenannte Google-Index des Netzes durchsucht. Darin befindet sich all das, was das Unternehmen im Netz gefunden und gespeichert hat.

Dafür durchsucht Google das Internet mit einer Software namens "Spiders". Diese filzt einzelne Webseiten und folgt den Links, die darauf zu finden sind. Findet die Software auf den neuen Websites ebenfalls Links, so folgt sie auch diesen. Und so weiter. Am Ende werden Milliarden Homepages im Google-Index gespeichert.

Wenn also ein Suchbegriff in das Feld eingegeben wird, wirft Google alle Seiten aus seinem Index aus, auf denen dieser Begriff zu finden ist. Weil die Anzahl der Seiten gigantisch groß ist, versucht Google die gefundenen Dokumente, Bilder oder Videos so zu sortieren, dass die Maschine die besten Ergebnisse ausspuckt.

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