US-Experten: Chinas heimliche Armee der Hacker

US-Experten: Chinas heimliche Armee der Hacker

Nach den spektakulären Hacker-Attacken in den USA behaupten Sicherheitsexperten, neue Hinweise für die Verwicklung chinesischer Behörden zu haben. Diese wiesen bisher alle Vorwürfe zurück. Präsident Barack Obama will nun die Schutzwälle hochfahren.

US-Sicherheitsexperten haben nach einer Welle von Hacker-Attacken ihre Vorwürfe gegen chinesische Behörden verschärft. In einem Bericht der Sicherheitsfirma Mandiant, die zuletzt unter anderem der "New York Times" half, ihr Netzwerk nach Cyberangriffen wieder sicher zu machen, werden diese jetzt konkret: Für viele aufsehenerregende Angriffe der vergangenen Jahre sei eine in Shanghai angesiedelte Spezialabteilung der chinesischen Armee mit dem Namen „Abteilung 61398“ verantwortlich.

In dem Bericht nennt Mandiant Details der eingesetzten Programme und Internetseiten, um US-Firmen auszuspionieren. In vielen Fällen hätten sich die Hacker mit Hilfe gefälschter E-Mails Zugang zu den Computern verschafft. Mandiant geht nun davon aus, dass das chinesische Militär seine Taktik sowie die Programme ändern wird.

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Die „Abteilung 61398“ sitze vermutlich in einem zwölfstöckigen Gebäude am Stadtrand von Shanghai, ergaben die Recherchen von Mandiant und anderen Sicherheitsfirmen. Zumindest sei der Datenverkehr in diese Gegend verfolgt worden, definitive Beweise gebe es nicht. Allerdings: „Entweder kommen die Angriffe aus der 'Abteilung 61398' oder die Leute, die eines der am schärfsten kontrollierte Internet-Netze der Welt betreiben, haben keine Ahnung davon, dass in ihrer Nachbarschaft tausende Menschen mit Cyberangriffen beschäftigt sind“, argumentierte Mandiant-Gründer Kevin Mandia in der „New York Times“. Die "Einheit 61398" könne wohl auf Tausende Mitarbeiter mit guten Englisch- und Computerkenntnissen zurückgreifen, schreibt Mandiant weiter.

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Hacker Quelle: Dominik Asbach

"Die Arbeit der 'Einheit 61398' wird von China als Staatsgeheimnis betrachtet; dennoch glauben wir, dass sie in schädliche 'Computernetzwerk-Operationen' verwickelt sind", heißt es bei Mandiant. "Es ist Zeit anzuerkennen, dass die Gefahr ihren Ursprung in China hat." Die Militäreinheit habe mehrere Hundert Terrabytes an Datenmaterial von mindestens 141 Organisationen aus verschiedenen Branchen gestohlen und mit den Attacken bereits im Jahr 2006 begonnen. Ziel der Cyber-Angriffe sei vor allem die US-Industrie gewesen, Zugriffe habe es aber auch in Kanada und Großbritannien gegeben. Dem Bericht zufolge reichten die gestohlen Informationen von Details zu Firmenfusionen bis zu E-Mails von leitenden Mitarbeitern.

Die in Shanghai ansässige Hacker-Gruppe ist bei westlichen Experten auch als „Comment Crew“ bekannt - weil eine der Maschen sei, schädliche Links in Kommentarspalten von Webseiten zu verstecken. Dem Mandiant-Bericht zufolge wurde ihre typische Vorgehensweise bei Attacken auf rund 140 US-Unternehmen festgestellt. Die Dunkelziffer könne noch deutlich höher liegen. Mandiant beobachte die Gruppe bereits seit sechs Jahren.

Diese Cyber-Gefahren gilt es zu entschärfen

  • Cyber-Kriminalität

    Friedrich will die Bürger schneller vor Risiken warnen und den Informationsaustausch zwischen Unternehmen über neu entdeckte Angriffsstrategien verbessern.

  • Wirtschaftsspionage

    Großkonzerne treiben teils großen Aufwand, Geschäftsgeheimnisse gegen digitalen Diebstahl zu sichern. Kleineren Unternehmen aber fehle oft das Risikobewusstsein, moniert der Innenminister.

  • Schutz kritischer Netze

    Die Nationale Strategie zum Schutz kritischer Infrastrukturen stammt von 2009. Sie soll Strom-, Wasser- oder Telefonnetze absichern. Ihre Umsetzung zieht sich hin.

  • Vorratsdatenspeicherung

    Friedrich will Telefon- und Internet-Verbindungsdaten EU-konform sechs Monate speichern. Bundesjustizministerin Leutheusser-Schnarrenberger geht das zu weit.

In Vergangenheit häuften sich auch die Meldungen von Unternehmen direkt, die von Hackerattacken berichteten. So blieben etwa amerikanische Medienhäuser in der Vergangenheit nicht von Hackerangriffen verschont. So meldete etwa das „Wall Street Journal“ Anfang Februar, dass es seit einigen Jahren Ziel von Hackerangriffen sei. Man vermutete den Ursprung der Attacken in China.

Rupert Murdoch, dem der Medienkonzern News Corp. gehört, zu dem auch die Zeitung zählt, schrieb kurz darauf auf seinem Twitterprofil: "Die Chinesen hacken uns immer noch, oder haben es übers Wochenende getan." Ähnliche Meldungen sind auch von der „New York Times“ zu hören gewesen. Auch sie und andere Medien waren von Hackerangriffen betroffen, nachdem sie über die Vermögensverhältnisse der Familien der chinesischen Staatsführung berichtet hatten.

Auch der ehemalige Google-Chef Eric Schmidt greift China in seinem neuen Buch scharf an. China sei die mächtigste und gefährlichste Supermacht im digitalen Krieg, warnt der heutige Verwaltungsratschef des Internet-Riesen in dem Buch, aus dem das „Wall Street Journal“ zitierte. Chinesische Behörden und Unternehmen seien im Gegensatz zum Westen hemmungslos bereit, sich Vorteile durch Attacken und Spionage aus dem Netz zu verschaffen, so Schmidt.

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