US-Uhrenabsatz bricht ein: Apple Watch läuft Armbanduhren den Rang ab

US-Uhrenabsatz bricht ein: Apple Watch läuft Armbanduhren den Rang ab

Quelle:Handelsblatt Online

Die Apple Watch lässt die Nachfrage nach traditionellen Zeitmessern zurückgehen. Der Uhrenabsatz in den USA ist zuletzt stark eingebrochen. Die Flaute könnte länger andauern.

Der Uhrenabsatz in den USA ist im Juni so stark eingebrochen wie seit sieben Jahren nicht mehr – ein erstes Anzeichen dafür, dass die Smartwatch von Apple die Nachfrage nach traditionellen Zeitmessern dämpft.

Die US-Einzelhändler verkauften im Juni Armbanduhren für 375 Millionen Doll11956890ar, wie Daten von NPD Group zeigen. Das ist ein Rückgang um elf Prozent gegenüber dem gleichen Monat des Vorjahres. Bei den Absatzzahlen war der Rückgang mit minus 14 Prozent so stark wie zuletzt 2008, berichtete Fred Levin, Leiter der Luxus-Abteilung des Marktforschers.

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14 Tage im Test Wie gut Apples Smartwatch wirklich ist

Noch fehlen die ganz überzeugenden Apps für die Apple Watch. Dafür muss niemand mehr einen Telefonanruf verpassen. Wir haben die Apple Watch 14 Tage getestet.

Drei VariantenMit gleich drei Modellen seiner Smartwatch geht Apple an den Start: Fitnessvariante, Standardmodell und Luxusausführung (von links nach rechts) kommen offiziell ab dem 24. April in den Verkauf. Quelle: dpa

„Die Apple Watch wird einen deutlichen Teil des Marktes erobern“, sagte er am Donnerstag in einem Interview mit Bloomberg. „Die ersten paar Jahre werden für Uhren im Mode-Segment schwierig werden.“

Das größte Risiko besteht nach Einschätzung von Levin für Uhren im Preissegment bis zu 1000 Dollar, da die Kunden in diesem Bereich angedeutet haben, dass sie mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Apple Watch kaufen werden. Im Juni gab es laut NPD mit minus 24 Prozent den stärksten Rückgang bei Uhren im Bereich zwischen 100 und 149,99 Dollar.

Fitnesstracker und Handyersatz: Was Smartwatches können

  • Wenn die Uhr schlau wird

    Bis vor wenigen Jahren waren Telefone und Computer in der Größe einer Armbanduhr nur Fiktion – „Knight Rider“ lässt grüßen. Doch die Chips werden immer kleiner, leistungsfähiger und billiger. Damit werden Geräte wie Smartwatches überhaupt erst technisch möglich und erschwinglich.

  • Trend zum "Wearable Computing"

    Smartwatches sind Teil eines Trends: Computer werden immer kleiner und damit komfortabler im Transport. Neben intelligenten Uhren gibt es etwa auch Fitnessarmbänder und Brillen, die mit Informationstechnologie aufgerüstet sind. Google Glass ist ein bekanntes Beispiel. Die Technologiebranche spricht vom "Wearable Computing" – und hofft auf einen Wachstumsmarkt.

  • Ergänzung zum Smartphone...

    Was ist überhaupt eine Smartwatch? Der Begriff ist schwierig zu fassen. Grundsätzlich gibt es zwei Kategorien. Die meisten Modelle funktionieren nicht eigenständig, sondern als Erweiterung zum Smartphone und zeigen Termine, E-Mails oder eingehende Anrufe an. Die Daten werden in der Regel per Bluetooth übertragen.

  • ... und Ersatz fürs Handy

    Während die meisten Smartwatches eine Erweiterung fürs Smartphone sind, sollen ein paar Modelle das Handy ganz ersetzen. Sie haben ein Mobilfunk-Modul, das Telefonate und die Übertragung von Daten erlaubt. Das gilt etwa für die Gear S von Samsung.

  • Assistent und Freisprecher

    Die Geräte sind unterschiedlich ausgestattet. Einige fungieren als diskrete Sekretäre – sie erinnern an Termine, zeigen eingehende E-Mails an und vermelden Telefonanrufe. Andere eignen sich auch als Freisprecheinrichtung oder als kompaktes Navigationsgerät. Unter Sportlern beliebt sind Spezialgeräte, die den Puls und die Laufstrecke messen.

  • Der Akku als Schwachpunkt

    Die Laufzeit ist bei allen Smartwatches ein Problem: Weil die Geräte so klein sind, lässt sich darin kein großer Akku unterbringen. Daher sind viele Modelle nicht besonders ausdauernd – je nachdem welche Display-Technologie zum Einsatz kommt.

  • Start-ups und Konzerne

    Diverse Unternehmen haben bereits Smartwatches auf den Markt gebracht – Start-ups wie Weltkonzerne. Zu den kleinen Anbietern zählt das Unternehmen Pebble, das über die Crowdfunding-Plattform Kickstarter seine Anschubfinanzierung gesichert hat. Der IT-Riese Sony brachte bereits die dritte Generation seiner Computer-Uhr heraus, Samsung hat die Galaxy Gear entwickelt, der Chiphersteller Qualcomm stellt die Toq her. Im April 2015 kommt auch die Apple Watch heraus.

  • Schwierige Prognose

    Wie sich junge Märkte entwickeln, ist schwierig zu prognostizieren – die Vorhersagen für Smartwatches gehen weit auseinander. Während etwa die Marktforschungsfirma IDC ein rapides Wachstum voraussagt, erwarten Forrester und NPD Displaysearch eine baldige Abkühlung des Marktes.

Apple hat im April drei Versionen der Smartwatch eingeführt, deren Preise zwischen 349 Dollar für die Basisversion und 17.000 Dollar für ein 18-Karat-Gold-Modell liegen. Allerdings gibt das Unternehmen nicht bekannt, wie viele Exemplare seiner Smartwatch es verkauft hat, so dass Investoren und Analysten die Umsätze schätzen müssen.

Ende Juni teilte Apple mit, dass der Umsatz in der Sparte, zu der der Uhrenbereich gehört, in den drei Monaten bis Ende Juni im Vergleich zum ersten Quartal um rund 950 Millionen Dollar gestiegen sei. Nimmt man einen durchschnittlichen Verkaufspreis von 499 Dollar an, würde das einen Absatz von mindestens 1,9 Millionen Uhren bedeuten. Zum Vergleich: Laut Schätzungen von NPD belief sich der Absatz der traditionellen Uhrenbranche in den USA im Juni auf 927.500 Stück.

Quelle:  Handelsblatt Online
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