Valley Talk: Alles wieder wie zur New Economy?

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Das soziale Netzwerk Pinterest konnte im Jahr 2013 das höchste Wagniskapital im Silicon Valley einstreichen: 425 Millionen Dollar

Kolumne von Matthias Hohensee

Rosige Zeiten für Gründer in den USA: Das Wagniskapital strömt wieder in die Startups – fast wie in den späten 90er Jahren.

Das Silicon Valley boomt, mal wieder. Die Zeichen sind unübersehbar: Es gibt viele offene Stellen für Programmierer, Top-Talente kassieren hohe Abwerbeprämien, die Partys sind opulenter denn je, die Immobilienpreise in Palo Alto und San Francisco brechen Rekorde; dafür machen Staus den Berufsverkehr zur Qual, und die Spannungen zwischen High-Tech-Elite und Normalverdienern wachsen.

Ursache des Booms ist der Zustrom an Wagniskapital, von dem derzeit besonders Software-, Internet- und Biotech-Firmen enorm profitieren. Das belegen aktuelle Zahlen, die die Wirtschaftsprüfung PwC gemeinsam mit dem US-Wagniskapitalverband erhoben hat. Noch ist die Summe des investierten Risikokapitals weit von der im Blasenjahr 2000 entfernt, als Anleger rund 100 Milliarden Dollar in alles pumpten, was sich Startup nannte. Doch 2013 flossen in den USA immerhin knapp 30 Milliarden Dollar an Wagniskapital in Unternehmen, rund sieben Prozent mehr als im Jahr zuvor. Die Hälfte davon ging nach Kalifornien, zwölf Milliarden Dollar allein ins Silicon Valley.

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Besonders interessant: Reine Internet-Firmen erhielten knapp 25 Prozent der 30 Milliarden Dollar, die höchste Summe seit 2001. Heiß begehrt sind auch Softwareschmieden, die 37 Prozent der Gelder einsackten – mit elf Milliarden Dollar der höchste Betrag seit 2000. Mit weitem Abstand folgt die Biotechnik mit 4,5 Milliarden Dollar. In der Gunst verloren hat die Umweltbranche. Sie erhielt nur 1,5 Milliarden Dollar, die Hälfte weniger als im Jahr zuvor.

Die höchsten Beträge sammeln weiter Gründer im Silicon Valley ein. Den Rekord 2013 hält das soziale Netzwerk Pinterest aus Palo Alto. Die durch Werbung finanzierte Internet-Pinnwand erhielt 425 Millionen Dollar. Auch weil die Investoren auf einen Börsengang oder eine Übernahme durch Google, Yahoo oder Facebook setzen.

Auf Rang zwei folgt mit 374 Millionen Dollar die von Hedgefondmilliardär Peter Thiel mitgegründete und unterstützte Softwarefirma Palantir. Sie durchforstet und analysiert die Datenbestände des Internets für Regierung, Militär und Konzerne.

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Die Investoren gehen inzwischen wieder etwas größere Risiken ein. So haben sie 2013 etwa rund fünf Milliarden Dollar in die Erstfinanzierung von Startups gesteckt, 14 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Dabei handelte es sich meist um Software- und Medienfirmen, bei denen sich relativ schnell zeigt, ob sie am Markt Fuß fassen. Ein Teil des Geldes floss aber auch in riskantere Branchen wie die Biotechnik. Die Anleger versprechen sich langfristig wachsende Umsätze durch die Gesundheitsreformen von US-Präsident Barack Obama.

Der Boom erinnert an die späten Neunzigerjahre. Befeuert wird er durch die vielen erfolgreichen Börsengänge von High-Tech-Unternehmen. Die haben so das nötige Kapital – und die Attraktivität –, um Startups zu übernehmen. Das gilt nicht nur für bekannte Namen wie Twitter und Facebook, sondern etwa auch für den Sicherheitsspezialisten FireEye aus dem kalifornischen Milpitas. Der übernahm gerade für eine Milliarde Dollar Wettbewerber Mandiant.

Noch läuft alles gut. Das ist wichtig für die Wagniskapitalverwalter. Denn nach dem vermasselten Börsengang von Facebook im Mai 2012 war es schwer, frisches Kapital einzuwerben. Nun, da das soziale Netzwerk die Gunst der Wall Street zurückerobert hat, müssen die verlorenen Monate wettgemacht werden. Ob das klappt, hängt nicht nur von den Quartalszahlen von Facebook ab, die das Unternehmen diesen Mittwoch bekannt gibt. Sondern noch viel mehr von den ersten Zahlen, die Twitter-Chef Dick Costolo nach dem Börsengang des Zwitscherdienstes am 5. Februar verkünden wird.

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