Valley Talk: Auf der Suche nach dem nächsten Google

kolumneValley Talk: Auf der Suche nach dem nächsten Google

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Welche Idee hat das Zeug, das nächste Google zu werden?

Kolumne von Matthias Hohensee

Wer ans Internet denkt, denkt an Google. Der US-amerikanische Konzern ist erfolgreich. Also suchen alle nach dem nächsten Google. Wer könnte das sein?

Besucher aus Europa stellen mir immer die gleiche Frage: Welche Idee bringt das nächste Google hervor? Nach mehr als zehn Jahren als Beobachter der High-Tech-Szene im Silicon Valley fühle ich mich zu einer Antwort qualifiziert. Sie lautet: keine Ahnung.

Es reicht nicht, eine gute Idee zum richtigen Zeitpunkt zu haben. Man muss vor allem „Glück haben und immer zuversichtlich sein“, wie mir der Software-Multimillionär und Kamera-Handy-Erfinder Philippe Kahn bei einem Abendessen anvertraute. Wie ein Lottospieler also.

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Beispiel Google: Um Haaresbreite wäre das junge Startup 1999 vom Internet-Portal Exite@Home geschluckt worden, das nach dem Platzen der Dotcom-Blase pleiteging. Niemand hätte damals vorhersehen können, dass Google einmal in der Lage sein würde, Microsoft herauszufordern. Als ich das Unternehmen 2000 erstmals besuchte, hatte Google nur eine gute Suchmaschine. Doch die Gründer hatten keine Idee, wie sie Geld verdienen sollten. „Für ein gutes Produkt findet sich auch ein Geschäftsmodell“, überspielte Google-Gründer Sergey Brin das Manko.

Aus technischer Sicht sei der Dax bei 6 384 Punkten unterstützt. Nach oben sei das jüngste Zwischenhoch bei 6 700 Punkten das nächste Ziel, sagte ein Beobachter. Quelle: ap.

Aus technischer Sicht sei der Dax bei 6 384 Punkten unterstützt. Nach oben sei das jüngste Zwischenhoch bei 6 700 Punkten das nächste Ziel, sagte ein Beobachter.

Bild: ap.

Ein gutes Produkt hatte auch das erste soziale Internet-Netzwerk Friendster, das wie ein früher Gewinner aussah, wie ein künftiges Google. Doch Gründer, Management und Geldgeber stritten so heftig über das richtige Marketing, dass sie darüber den Ausbau ihres Dienstes vernachlässigten.

Aus dem Nichts kam dann Facebook, das Google des Web 2.0, wie es bald hieß. Doch wer weiß, was aus dem heute größten Online-Netz der Welt geworden wäre, wenn seine Gründer und Geldgeber den Verlockungen des schnellen Geldes nachgegeben hätten: Yahoo bot ihnen im Herbst 2006 rund 1,2 Milliarden Dollar.

Und zu welcher Größe wäre das Internet-Telefonportal Skype aufgestiegen, wenn seine Gründer Niklas Zennström und Janus Friis es nicht an Ebay verkauft hätten? Dort wurde das Startup beinahe von der Bürokratie zerdrückt. Das Skype-Geschäftsmodell jedoch funktioniert.

Auch Second Life war so ein neues Google. Doch der Betreiber von virtuellen Welten ging fast an dem Hype um das Portal zugrunde. Unter neuem Management schreibt die Firma nun plötzlich schwarze Zahlen.

Was also ist das nächste Google? Falsche Frage. Aber es ist klar, wo sich die Sechser im Lotto verbergen. Dort, wo Märkte sich nachhaltig verändern. Also noch immer im Internet, beim Auswerten und Organisieren des wachsenden Datenstroms, im Mediengeschäft, aber auch in Märkten wie dem Digitalisieren des Stromnetzes, wo sich immense Chancen für Softwareunternehmen auftun.

Vielleicht ist sogar ein Sechser mit Zusatzzahl dabei.

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