Valley Talk: Bequemer durch die Datenflut

Valley Talk: Bequemer durch die Datenflut

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Internet-Nutzer

von Matthias Hohensee

Mit dem täglichen Informationswust fertig zu werden wird immer schwieriger – ein Geschäft für Startups wie Cooliris.

Soujanya Bhumkar trägt noch immer die Kreditkarte in der Brieftasche, mit deren Hilfe der gebürtige Inder und zwei seiner Bekannten im Januar 2006 ihr Startup Cooliris gründeten und es finanziell über Wasser hielten.

Für den Aufbau ihres Unternehmens haben sich die Gründer dann aber doch nicht auf die eigenen Finanzen verlassen. Sie nutzten die Offerte von Randy Komisar, einem der Partner des Wagniskapitalgebers Kleiner Perkins. Komisar bot den Unternehmern ein Jahr nach der Gründung nicht nur Geld und wertvolle Kontakte. Er offerierte ihnen auch Büroräume.

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Cooliris bietet etwas, was beim weiteren Wachstum des Internets immer wichtiger wird: Software, mit der sich Informationen aus dem Web und dem Computer auf ganz neue, schnellere und überschaubare Art präsentieren und durchsuchen lassen. Viel besser vor allem, als das mit den bisher etablierten Ordnern auf dem PC-Schreibtisch oder im Browser-Fenster möglich ist.

Den Wagniskapitalgebern, darunter auch die Deutsche Telekom, ist dieser Ansatz insgesamt 18 Millionen Dollar wert.

Ausweg aus der Datenflut

Schon jetzt gilt Cooliris als Pionier bei der visuellen Navigation durch Datenberge. Denn genau da sind neue Ideen heiß begehrt. Sowohl die Bedien- als auch die Präsentationskonzepte der PCs und Mac-Computer haben mit dem rasanten Wachstum des Internets nicht Schritt halten können. Es wird für die Nutzer immer schwieriger, in der Masse der Dokumente, Fotos oder Videos den Überblick zu behalten und gleichzeitig Wichtiges von Unwichtigem trennen zu können. Und mit der Flut von Informationen, die von Mitmachseiten wie Facebook, Twitter, Yelp oder Qype auf die persönlichen PCs oder Smartphones schwappen, wird das Problem immer drängender. Cooliris Antwort auf die Datenflut ist eine virtuelle, dreidimensional scheinende Pinnwand, die sich mithilfe einer Zusatzsoftware – einem sogenannten Plugin – im Web-Browser anzeigen lässt.

Darauf navigiert der Nutzer schnell selbst durch voluminöse Fotobibliotheken, Videos, Dokumente, Twitter- und Facebook-Botschaften aus dem Web oder vom persönlichen Computer. Besonders Fotos erscheinen höchst spektakulär auf dem Schirm. Kein Wunder: Cooliris-Mitgründer Austin Shoemaker gehörte zum Team, das Apples Fotosoftware iPhoto entwickelte.

Noch mehr Potenzial hat die Software Liveshare. Damit lassen sich per Handy Fotobibliotheken erstellen. Das nutzen unter anderem die Hardrocker von Kiss oder die Heavy-Metal-Legende Ozzy Osbourne. Auf deren Tourneen schießen Fans Bilder, die direkt auf die Leinwände neben der Bühne aufgespielt werden. In Deutschland können Fans des 1. FC Köln per Liveshare Fotos von Spielen auf der Facebook-Fanseite des Vereins oder auf ihrer eigenen veröffentlichen.

Wachstumsmöglichkeit in Sichtweite

Wie die Pinnwand hilft auch Liveshare, Informationen übersichtlicher zu präsentieren. Zwar bietet auch Facebook solche Funktionen, aber die Cooliris-Produkte sind wesentlich einfacher zu bedienen.

Die Zeiten, in denen sich Bhumkar mit zehn fest angestellten Mitarbeitern und 40 Praktikanten sechs Mini-Bürozellen im Hauptquartier von Kleiner Perkins teilte, sind inzwischen vorbei. Heute logiert das 45 Mitarbeiter große Team – darunter Veteranen von Silicon-Valley-Ikonen wie Apple, Adobe und Google – in der zweiten Etage eines Bürohochhauses in Palo Alto.

Für Bhumkar hat sich die Entwicklung schon gelohnt. Seine Gratis-Pinnwand wurde weltweit 30 Millionen Mal heruntergeladen und hat rund drei Millionen aktive Nutzer. Über eingeblendete Bild- und Videoanzeigen ist die Software profitabel.

Und seine Investoren setzen darauf, dass sich mit der innovativen Präsentation von Informationen noch viel mehr Geld verdienen lässt. Ein Grund ist ein Unternehmen, dessen 650 Millionen Nutzer immer gigantischere Datenströme produzieren, die am Computer gesichtet werden müssen. Es sitzt in Sichtweite von Cooliris und heißt Facebook.

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