Valley Talk: Deutschland hat ein BWLer-Problem

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Kolumne von Matthias Hohensee

Im Silicon Valley dominieren Ingenieure und Programmierer die Startup-Szene. In Deutschland sind es die Betriebswirte. Das muss sich ändern.

Was ist der Unterschied zwischen deutschen Startups und ihren Pendants im Silicon Valley? Bekannt ist, dass Unternehmen im High-Tech-Eldorado mit vergleichbaren Angeboten oft zehn Mal höher bewertet werden als ihre deutschen Pendants. Das liegt auch daran, dass es in den USA leichter ist, junge Firmen zu gestandenen Unternehmen auszubauen, zu verkaufen oder an die Börse zu bringen.

Doch es gibt noch einen weiteren Unterschied, den Xing-Gründer Lars Hinrichs jüngst auf der Technologiekonferenz Noah in San Francisco ansprach: Fast alle erfolgreichen Internet-Startups im Silicon Valley wurden von Unternehmern mit technischem Hintergrund gestartet: Google, Ebay, Netscape oder Facebook sind nur die prominentesten Beispiele.

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In Deutschlands Internet-Szene jedoch, sagte Hinrichs, „dominieren Betriebswirte“. Und diese kopieren oft inbrünstig das Geschäftsmodell von bereits erfolgreichen Startups, ohne ähnlich viel Leidenschaft in das Perfektionieren des Produkts zu legen oder ganz neue Lösungen zu ersinnen.

Die Leidenschaft fehlt

Silicon-Valley-Wagnisfinanzierer fahnden daher gezielt nach Gründern mit Technologie-Hintergrund. Sie hätten andere Prioritäten, weil sie sich zuerst aufs Produkt konzentrierten und dann erst auf den Profit, sagt John O’Farrell vom Finanzierer Andreessen Horowitz.

Wenn das Produkt erfolgreich ist, eingeführt und von den Kunden geschätzt wird, kann man sich auch um das Geldverdienen kümmern. So könnten Märkte erschlossen werden, die andere vernachlässigen würden, weil sie zum Start kein funktionsfähiges Geschäftsmodell finden.

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Phillipp Berg,  Eric Wahlforss, Alexander Ljung, Rene Obermann (von links) Quelle: dpa/Montage

Der deutsche Investor Klaus Hommels, der früh in Unternehmen wie Skype, Facebook und Spotify investierte, sucht ebenfalls Gründer mit technischem Hintergrund. Früher, so gibt der Chef des Züricher Wagniskapitalgebers Lakestar zu, hätte er das unbewusst getan. Denn laut seinen Beobachtungen lösen diese Spezialisten oft Probleme aus ihrem Umfeld mit einem selbst entwickelten Produkt, für das es in vielen Fällen tatsächlich Bedarf gibt. Bei Skype war es eine softwarebasierte Internet-Telefonie-Lösung für günstige Gespräche, die ohne zusätzliche Hardware beim Nutzer auskam.

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