Valley Talk: Die Abstimmungsmaschine

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Matthias Hohensee: Wird das Geld für neue Ideen und Produkte knapp?

Kolumne

Das Startup SurveyMonkey aus Palo Alto hat mit einem recht simplen Service viel Erfolg.

Dave Goldberg ist es gewohnt, mit seiner Frau Sheryl Sandberg zu konkurrieren. Als er die Musiksparte bei Yahoo aufbaute, war sie Top-Managerin bei Google. Damals, so Goldberg, hätten ihn seine Kollegen damit gern aufgezogen. Inzwischen ist Sandberg die rechte Hand von Facebook-Chef Mark Zuckerberg und die bekannteste Managerin im Silicon Valley. „Wir konkurrieren natürlich weiterhin um die besten Talente“, sagt Goldberg, der seit April 2009 Chef des Umfrageportals SurveyMonkey ist.

Das Unternehmen mit Sitz in Palo Alto ist zwar nicht so bekannt wie Facebook. Aber es ist eines jener Startups, die noch im ersten Internet-Boom entstanden sind: SurveyMonkey ermöglicht einfache Online-Umfragen über eine Web-Seite – von der Entscheidungsfindung über Tagesordnungspunkte einer Sitzung bis hin zur Marktforschung von Großkonzernen. Acht Millionen Nutzer haben sich bei SurveyMonkey bereits angemeldet.

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Eine nicht endende Erfolgsgeschichte: 1999 gründeten die Brüder Ryan und Chris Finley das Portal. Ihnen war aufgefallen, dass es im Web an einem einfachen Werkzeug für Online-Befragungen fehlte. SurveyMonkey wuchs so stark, dass die Gründer 2009 Privatinvestoren in das Unternehmen holten und mit ihnen gemeinsam nach einem erfahrenen Vorstandschef suchten. Den fanden sie in Goldberg, der bereits Yahoo Music zu einem der größten Online-Abodienste aufgebaut hatte. Goldberg, durch den Verkauf seines Startups Launch Media reich geworden, beteiligte sich an SurveyMonkey.

Sheryl Sandberg (links), Dave Quelle: dapd

Sheryl Sandberg (links), Dave Goldberg (rechts)

Bild: dapd

Internationale Expansion

Nun treibt SurveyMonkey die internationale Expansion voran. Zusammen mit dem Übersetzungsspezialisten Smartling hat das Unternehmen kürzlich eine deutsche Version herausgebracht, die laut Goldberg Tausende neuer Nutzer gebracht habe. Und all das mit nur 100 Mitarbeitern.

Von ihrer Erfahrung können Unternehmen durchaus lernen. So raten sie, dass eine Umfrage nie länger als zwölf Minuten dauern sollte und bei den Antworten nicht mehr als fünf Optionen zu Wahl stehen sollten. Wichtiger noch: Laut SurveyMonkey tendieren Menschen dazu, bei Umfragen eher zuzustimmen als abzulehnen, auch das sollten Unternehmen bedenken. Große kulturelle Unterschiede gibt es indes nicht – außer in Japan.

Weil die Menschen dort höflicher seien, ist die Antwortquote höher als in anderen Ländern.

Mit Facebook ist SurveyMonkey übrigens auch schon verbandelt: Nutzer können Umfragen auch über das soziale Netzwerk verbreiten. Zusammenarbeit ist laut Goldberg immer besser als Konkurrenz. Noch heute bedauert es der Ex-Yahoo-Manager, dass sein ehemaliger Arbeitgeber nicht gemeinsame Sache mit Google gemacht habe.

Als es dann geplant war, funkten die Wettbewerbshüter dazwischen.

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