Valley Talk: Die beste Zeit für Startups

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Alternative Finanzierungsformen für Startups machen Risikokapitalgebern das Leben schwer.

Kolumne von Matthias Hohensee

Alternative Finanzierungsformen und billiges Startkapital kommen Gründern zugute. Dabei erschweren die neuen Bedingungen klassischen Wagniskapitalgebern zunehmend ihr Geschäft.

Normalerweise untergräbt das Internet die Geschäftsmodelle etablierter Unternehmen, etwa aus Medien, Versicherungen oder Handel. Doch nun trifft es zunehmend auch diejenigen, die seit Jahren viele der Angreifer finanzieren - die Wagniskapitalgeber. "Unsere Branche ist im Umbruch wie noch nie", sagt Duncan Davidson, Gründer des Silicon-Valley-Wagniskapitalverwalters Bullpen Capital und seit 30 Jahren im Geschäft.

Verantwortlich dafür ist eine regelrechte Schwemme von Internet- und Software-Startups, ausgelöst durch reichlich Anschubkapital dank alternativer Finanzierungsmöglichkeiten. Das reicht vom Vorverkauf der Produkte über Crowdsourcing-Plattformen bis zur Möglichkeit, dass Gründer auch Anteile an ihren Unternehmen an Kleinanleger verkaufen können. Was in Deutschland bereits geht, wird wohl ab Herbst auch in den USA möglich sein.

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Und nicht nur deshalb ist es für die Gründer leichter, ihr Startup aus der Taufe zu heben. Sie benötigen auch viel weniger Geld. Brauchten sie laut Davidson Ende der Neunzigerjahre im Schnitt noch fünf Millionen Dollar, reichen nun selbst im teuren Silicon Valley 50.000 Dollar. Das liegt vor allem daran, dass ein Großteil der Infrastruktur wie Software und Internet-Bandbreite nicht nur günstiger wurde, sondern auch gemietet werden kann. Das gilt auch für Zahlungs- und Logistiksysteme, mit denen Startups sofort global agieren können.

Der Wandel erschwert klassischen Risikokapitalverwaltern zunehmend das Geschäft. Zum einen sind die für die Aufbauphase benötigten Summen so gering, dass sich der Verwaltungsaufwand der Vergabe nicht lohnt. Zum anderen gibt es durch den Überfluss von Startkapital einen Strom sehr junger Startups, die sich gegenseitig Konkurrenz machen. "In den Neunzigerjahren musste man vielleicht 40 Jungunternehmen im Auge haben", sagt Davidson. "Heute sind es über 1.000."

Valley Talk Startup-Boom auf kleinerer Flamme

Die Summe des Wagniskapitals ist rückläufig. Dennoch erleben Gründer in den USA einen Aufschwung. Warum eigentlich?

Trotz sinkender Wagniskapitalsumme erleben die USA momentan einen Startup-Boom. Neben der Tatsache, dass traditionelles Risikokapital an Bedeutung verliert, gibt es heute unzählige Alternativen zu klassischen Wagniskapitalgebern. Quelle: Fotolia

Und von den Winzlingen kann theoretisch jeder ein neuer Fotoservice wie Snapchat oder Instagram, ein Airbnb oder Pinterest sein. Binnen kurzer Zeit international bekannt und Milliarden von Dollar wert sein. Für klassische Investoren ist es dann zu teuer, um noch einzusteigen.

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