Valley Talk: Die fetten Jahre sind zurück

kolumneValley Talk: Die fetten Jahre sind zurück

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The sign up page of Linkedin.com is seen in Singapore, May 20, 2011. LinkedIn Corp's shares more than doubled in their public trading debut on Thursday, evoking memories of the investor love affair with Internet stocks during the dot-com boom of the late 1990s. REUTERS/David Loh (SINGAPORE - Tags: BUSINESS)

Kolumne von Matthias Hohensee

Im Silicon Valley lebt der materielle Überschwang der Dotcom-Jahre wieder auf. Und diesmal können auch die Mitarbeiter Kasse machen.

Mein Nachbar hat jüngst beschlossen, die aufkeimende Angst vor der Mitte des Lebens mit einem gebrauchten Sportwagen zu bekämpfen. Ich empfahl ihm die Online-Börse Craigslist. Drei Stunden später hatte er einen BMW Z4 gefunden, dessen Ausstattung und Preis alle anderen Angebote in den Schatten stellten.

Uns schien das zu schön, um wahr zu sein. Also fuhren wir nach Mountain View, um der Sache beim Verkäufer auf den Grund zu gehen. Der entpuppte sich als frischgebackener Papier-Millionär vom gerade fulminant an die Börse gestarteten sozialen Netzwerk LinkedIn. Der Programmierer wollte seinen alten Wagen rasch loswerden, denn in der Garage stand bereits ein nagelneuer BMW M3.

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Neuer Reichtum der Internet-Elite

Im Silicon Valley sind die fetten Zeiten zurück. Zumindest für die, die in der Internet-Branche des High-Tech-Tals arbeiten – oder die sie finanzieren. Während die Silicon-Valley-Metropole San Jose Lehrer, Polizisten und Feuerwehrleute aus Geldmangel entlässt, viele Amerikaner von der Zwangsversteigerung ihrer Häuser bedroht sind und die USA bis ins nächste Jahrtausend verschuldet sind, schwelgt die Internet-Elite in neuem Reichtum.

Und zwar nicht bloß auf dem Papier, wie im Dotcom-Boom um das Jahr 2000. Damals erlebten etliche Mitarbeiter-Millionäre von Yahoo und Cisco ein böses Erwachen, als der Crash ihre Aktienoptions-Profite vernichtete und sie auf nie realisierte Gewinne auch noch Steuern zahlen mussten. Diesmal konnten etliche Mitarbeiter von Facebook, Yelp oder dem Spieleanbieter Zynga ihre Anteile auf Börsen wie Second Market schon vor dem Börsengang an Investoren verkaufen.

Sie müssen nicht einmal mehr Karenzzeiten einhalten wie bei Börsengängen üblich. Zwar sieht man das bei Facebook gar nicht gern. Doch gerade Ingenieure müssen sich darüber nicht den Kopf zerbrechen. Sie sind gefragt wie nie, mit Gehältern weit über 100 000 Dollar, zuzüglich freien Massagen, Sushi und Subvention für den ökologisch korrekten Tesla-Stromer. Der neue Reichtum sorgt bereits für einen Mini-Boom im Silicon Valley.

In Palo Alto sind 50 Jahre alte Häuser im Bungalow-Stil, die oft eher an Gartenlauben erinnern, wieder mehr wert als zu den Zeiten des Grundstücksbooms von 2005. Unter 1,2 Millionen Dollar gibt es nichts Brauchbares. Internet-Millionäre und chinesische Investoren treiben die Preise hoch – und viele zahlen bar.

Pessimisten sehen in dieser Entwicklung schon die Vorzeichen der nächsten Internet-Blase. Wann sie platzt, ist allerdings nicht absehbar.

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