Valley Talk: Eine Frage der Sicherheit

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kolumneValley Talk: Eine Frage der Sicherheit

Kolumne von Matthias Hohensee

Ein US-Startup will die Vermittlung von Studentenjobs revolutionieren – und nutzt dafür von Facebook bekannte Instrumente. Das könnte funktionieren.

Ein exklusiv begrenzter Nutzerkreis ist ein bewährtes Instrument in der Startphase von jungen Web-Unternehmen. Damit können sie zunächst den Markt testen, ihr Wachstum kontrollieren – und auf ihr Unternehmen aufmerksam machen, indem sie exklusive Testaccounts vergeben.

Das prominenteste Beispiel für diese Vorgehensweise ist Facebook. In der Anfangsphase stand das soziale Netzwerk im Gegensatz zu seinem Wettbewerber MySpace nur Studenten der Eliteuniversität Harvard offen.

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Weitere Universitäten wurden nach und nach hinzugeschaltet. Sie mussten regelrecht Petitionen einreichen, um schneller in das Netzwerk aufgenommen zu werden.

Als Facebook-Gründer Mark Zuckerberg sich später auf die Suche nach Risikokapital machte, war sein Netzwerk an US-Universitäten bereits etabliert. Das erhöhte die Bewertung des Unternehmens und schürte Neugierde unter jenen, die mangels einer .edu-E-Mail-Adresse nicht beitreten konnten. Im September 2006 wurde Facebook dann für alle freigeschaltet.

Nach dieser Exklusivitäts-Blaupause wollen nun auch die Gründer von Flinja ihr Startup bekannt machen. Flinja – ein Wortspiel aus Freelancer und Ninja – ist ein neuer Dienst für das Vermitteln von Studentenjobs. Zugang zu dem Portal gibt es nur, wie einst bei Facebook, mit der E-Mail-Adresse einer US-Hochschule. Zurzeit steht der Dienst nur Studenten der Universitäten Los Angeles sowie Stanford offen.

Die Idee von Flinja ist, dass Absolventen der Universitäten Studenten ihrer Alma Mater über das Online-Netzwerk für Teilzeitjobs anheuern können – entweder als persönlicher Assistent, Babysitter, Sprachlehrer oder Haushaltshilfe. Bislang lief das Vermitteln solcher Jobs über Mundpropaganda, Aushänge oder den Online-Anzeigenservice Craigslist.

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Laut Flinja-Mitgründerin Rebecca Bahr – einer Ex-Google-Managerin – passierte es oft, dass Jobs über Craigslist nicht hielten, was sie versprachen: Mal mussten die Bewerber eine andere Tätigkeit verrichten als angekündigt, oder sie bekamen weniger Geld. „Vor allem für Studentinnen ist es schlicht eine Frage der persönlichen Sicherheit“, sagt Bahr.

Flinja soll als exklusives Netzwerk mittels Feedback, Prüfung der Angebote und vor allem der Reputation der Auftraggeber Missbrauch vorbeugen: „Wir wollen ein gut gepflegtes Netzwerk zwischen Studenten und Absolventen aufbauen“, sagt Bahr.

In Los Angeles läuft Flinja derzeit gut, vor allem weil genügend Jobs angeboten werden. Besonders beliebt sind Studenten als Kuriere, Chauffeure oder als Bearbeiter von Bildern oder Videos.

Für Studenten ist die Vermittlung via Flinja kostenlos. Geld will das Startup über eine Gebühr verdienen, die auf den Stundenlohn aufgeschlagen und direkt vom Auftraggeber bezahlt wird. In der Regel beträgt sie zwischen 10 bis 15 Prozent.

Das Startup, das sich in San Francisco angesiedelt hat, ist derzeit von den Gründern selbst finanziert: CEO Victor Young war zuvor Gründer von CRM Enet, einem Online-Softwareanbieter für Versicherungsunternehmen. Die Produktchefs Ken Miller und Calvin Sheen arbeiteten zuvor für Ebay und Microsoft.

Noch steht Flinja am Anfang. Doch gerade in den USA – wo die Verbindung zwischen Absolventen und Universitäten eng ist – könnte das Modell schnell Anhänger gewinnen. Zudem gilt das Vermitteln von Online-Jobs als bewährtes Geschäftsmodell. Die Herausforderung ist indes, genügend attraktive Tätigkeiten zu offerieren.

Hat Flinja in den USA Erfolg, kann sich Gründerin Bahr auch eine internationale Expansion vorstellen.

Dass etablierte Business-Netzwerke die Idee einfach kopieren, schreckt Bahr dabei nicht: „Wir kümmern uns rund um die Uhr nur um diese Nische“, sagt sie. Das können die anderen nicht leisten.

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