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Valley Talk: Gefährlicher Poker im Netz

Kolumne von Matthias Hohensee

Die mögliche Lockerung der US-Glücksspielgesetze lässt Online-Spieleanbieter auf lukrative Geschäfte hoffen. Das betrifft auch Facebook, doch die Firma fürchtet Online-Poker um echtes Geld.

Bei Zynga ist die Zahl der aktiven Spieler im vierten Quartal merklich gesunken Quelle: REUTERS
Bei Zynga ist die Zahl der aktiven Spieler im vierten Quartal merklich gesunken Quelle: REUTERS

Im Silicon Valley erfährt man neben vielen interessanten Sachen auch manchen Unsinn. Wie Googles Motto, dass man beim Geschäftemachen grundsätzlich „das Böse“ vermeiden kann. Was immer das ist. Umso erfrischender sind Aussagen, die treffend sind, zeitlos und ehrlich. Mein Favorit ist die von Silicon-Valley-Investmentbanker Paul Deninger von Evercore Partners, der seit 25 Jahren High-Tech-Unternehmen berät. Er sagt, dass es „keine erfolgreichen Börsengänge gibt, nur erfolgreiche Unternehmen“. Ergo: Die richtig harte Arbeit fängt erst nach dem Börsengang an.

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Die Erkenntnis macht gerade auch Mark Pincus, der Chef und Gründer des Online-Spieleanbieters Zynga. Dessen Börsendebüt war alles andere als erfolgreich. Zwar schaffte es Pincus, in nur fünf Jahren ein Unternehmen mit sechs Milliarden Dollar Börsenwert aus dem Boden zu stampfen. Doch was seine Wagnisfinanzierer, die Mitarbeiter der ersten Stunde und ihn persönlich freut, hilft den Anlegern nicht: Die Aktie dümpelt seit dem Debüt Mitte Dezember unter dem Ausgabekurs. Und das, obwohl Zynga-Mitarbeiter ihre Aktien derzeit noch gar nicht verkaufen dürfen.

Facebook

Mit den Unterlagen zum Börsengang hat Facebook Anfang Februar zum ersten Mal ausführliche Zahlen zu seinem Geschäft veröffentlicht. Daraus ist zu entnehmen, dass das Unternehmen schon seit Jahren profitabel ist: 2011 gab es eine Milliarde Dollar Gewinn, im Jahr davor 606 Millionen und 2009 auch schon 229 Millionen Dollar. Im Jahr 2008 lag der Verlust bei 56 Millionen Dollar und 2007 bei 138 Millionen Dollar.

- Facebook ist inzwischen ein außerordentlich lukratives Geschäft. Den Milliardengewinn 2011 schaffte das Online-Netzwerk mit nur 3,7 Milliarden Dollar Umsatz.

Quelle: dpa

Die schwache Performance liegt nicht nur an der allgegenwärtigen Angst vor der nächsten Internet-Blase. Sie ist auch dem Phänomen geschuldet, dass alle halbwegs erfolgreichen Ideen im Netz sofort kopiert werden. Alleine in Online-Spiele-Startups flossen vergangenes Jahr laut PricewaterhouseCoopers mindestens 1,5 Milliarden Dollar an Wagniskapital. Nicht nur von Medienunternehmen. Auch Branchenfremde wie Intel investieren fleißig. Denn das Gedaddel benötigt Rechenleistung und fördert deshalb den Absatz von Computern.

Gesunkene Spielerzahl bei Zynga

Spielefans erfreuen sich am wachsenden Angebot. Bei Zynga dagegen ist die Zahl der aktiven Spieler im vierten Quartal merklich gesunken. Laut Analysten ist sie um mindestens sechs Prozent gefallen. Das schmerzt doppelt, weil Zynga gerade auf den harten Kern aktiver Nutzer angewiesen ist, die nicht nur gelegentlich kostenlos spielen, sondern dauerhaft für mehr und schnelleren Spaß bezahlen.

Um die unzufriedenen Anleger zu beruhigen, setzt Unternehmensgründer Pincus nun ausgerechnet auf Fortuna und prüft, ins Glücksspiel einzusteigen. Rund sieben Millionen seiner Nutzer spielen laut Pincus schon jetzt auf seiner Seite Poker. Sie können Chips kaufen, ihre Gewinne jedoch nicht in Geld zurücktauschen. Noch nicht.

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